Fälschungsverdacht bei 750-gepunztem Goldring - Einschätzung?

 
ElleElla
 
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ElleElla

 ·  #1
Hallo zusammen,
ich habe in einem Konvolut das ich mir gekauft habe einen Ring gefunden, der innen mit 750 gepunzt ist.
Er ist nicht magnetisch und enthält einen klaren Stein, aber kein echter Diamant, vermutlich Glas oder so etwas in der Art.
Da ich keine Prüfsäuren da habe, habe ich versucht den Dichte-Test mit Wasser durchzuführen und kam auf eine Dichte von 8-9cm3, was für 750er Gold natürlich viel zu gering wäre. Zum Vergleich habe ich den Test auch mit meinem Ehering durchgeführt, da kam die Dichte heraus die man bei der Goldlegierung erwarten würde, also scheine ich nicht pauschal zu blöd für den Test zu sein.

Was mich nun aber irritiert: Die Punze sieht auf den ersten Blick nicht verdächtig aus? Ich habe über das Forum hier den Weg zu der Autobahngold-Webseite gefunden, und dort gibt es viele Abbildungen von gefälschten Punzen. Die sehen alle etwas seltsam aus. In meinem Ring ist lediglich eine 750 in einer Raute zu sehen. Der Stempel ist sehr klein und ziemlich sicher eingeschlagen.

Ich füge mal ein paar Bilder bei.



Sollte ich die Bilder zu der Autobahngold-Webseite einschicken? Wie schätzt ihr den Ring ein, bzw die Punze, von der Optik? Ich würde das beim Goldschmied oder ähnlichem noch prüfen lassen. Wenn das Teil wie zu erwarten gefälscht ist, würde ich ihn vermutlich beim Eichamt abgeben. Ob sich Ansprüche gegen den Verkäufer lohnen weiß ich nicht. Es war das übliche Privatverkäufer-Ding mit "alle Gewährleistung ausgeschlossen, keine Haftung, keine Echtheitsgarantie bla blubb", und die Punze war in dem Angebot auch gar nicht sichtbar.
tatze-1
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tatze-1

 ·  #2
Bilder fehlen noch.

Und Dichtetest mit Stein im Ring drin kann nur ein falsches Ergebnis bringen.
ElleElla
 
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ElleElla

 ·  #3
Sorry, ich durfte als Gast weder editieren noch direkt antworten. :)
Vermutlich ging es nicht wegen dem Imgur-Link.
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Tilo
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Tilo

 ·  #4
wow, das ist selten, denn der Stempel ist ein richtiger italienischer reingeprägeter statt der mitgegossenen in den rumänischen Autobahngoldringen, aber der Ring selbst dennoch definitv Fake

und die Dichtemessung ist weniger wegen dem im Gesamtvolumen nur geringprozentigen Stein nicht immer aussagekräftig, sondern weil es solche voluminösen Goldringe auch hohl gibt

ich bin aber anhand der Bilder anhand farbe, Verarbeitung (eingeklebter Stein), Oberflächengüte usw. 100% sicher, dass der Ring aus unedlem Material ist und nicht hohl und die Messung passt
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #5
ElleElla
 
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ElleElla

 ·  #6
Ich könnte noch weitere Fotos beifügen von dem Ring, falls das etwas nützt?
Könnt ihr etwas zu diesen "Schleifspuren" im Inneren sagen?
Ich hatte auch vermutet, dass der Dichtetest nicht so aussagekräftig ist mit einem Stein darinnen, aber der Stein sollte ja auf das Gesamtgewicht des Rings nur wenig ausmachen? Kann das das Ergebnis so stark verfälschen, dass da statt 15-17 nur 8-9 rauskommen?
Hohl scheint er nicht zu sein, so vom Gefühl her. Aber ich bin auch nicht der Profi um das einzuschätzen.
Jemand hat offenbar auch schon mal mit einem Werkzeug an dem Ring rumgebosselt. Dort wo er beschädigt ist (2tes Bild) sieht das Material darunter eigentlich genauso golden aus wie das außen. Also "vergoldet" scheint er nicht zu sein, aber durchgefärbtes Falschgold gibt es soweit ich recherchiert habe auch?
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Tilo
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Tilo

 ·  #7
unten außen an der schiene mal mit Schleifpapier oder dem Fingernagelpolierfeile anschleifen

ring auf weißes papier legen und die Schiene unten nochmal zeigen, besonders die behandelte stelle
und mal größere Fotoauflösung! warum sind die Bilder so winzig?

magnet!??

ich glaube, dass die Kratzspuren wegen schlampiger Fakefertigung sind und vor dem Vergolden erzeugt wurden

ob das wirklich Spänchen sind, die den Stein halten sollen, kann ich nicht genau sehn
trotzdem bin ich im Moment noch überzeugt, dass Fake
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #8
Silberfrau
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Silberfrau

 ·  #9
Falls die Schleifspuren doch nicht durch schlampige Fakefertigung entstanden sind, war der Ring möglicherweise zu groß und es wurde ein anderer Ring davor gesteckt gegen Verlieren, der halb drunter gerutscht ist.
Auf den ersten Bildern sieht es nach schadhafter Vergoldung aus, jetzt nicht meht.
Fotos auf weißem Kopierpapier werden halt nicht ohne Grund empfohlen.
ElleElla
 
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ElleElla

 ·  #10
Die ersten Fotos hatte ich mit einer Lupen-App gemacht, damit man die Punze erkennen kann. Ich merke, Handy ist nicht ideal um Schmuck zu fotografieren.
Ich habe nochmal einen Magneten dran gehalten, und er reagiert auf einen starken Magneten schwach, aber NUR da wo der Stein sitzt. Also nur von vorne. Alle anderen Teile (Seiten usw) reagieren nicht auf den Magneten. Als wäre unter dem Stein irgend was anderes. Ganz seltsam. Aber damit ist der Ring vermutlich gesichert gefälscht?

Ich hoffe die Fotos sind jetzt besser. Näher kann ich nicht ran, dann stellt die Kamera nicht mehr scharf.
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ElleElla

 ·  #11
Noch mal mit Zuschnitt, vielleicht besser.
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Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #12
Jetzt sieht man die abgehende Vergoldung sehr gut und dass es ein Similistein ist, lässt sich auch erkennen.

Fazit: Modeschmuck mit einem betrügerischen Goldstempel. Unverkäuflich, da das anbieten von Goldfälschungen strafbar ist, egal was man dazuschreibt.
pontikaki2310
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pontikaki2310

 ·  #13
Moin, sieht man so mehr?
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ElleElla
 
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ElleElla

 ·  #14
Danke für die Einschätzung.
Ich denke ich bringe ihn zur Polizei oder zum Eichamt. Die Frage ist, könnte ich gegen den Verkäufer vorgehen? War ein Privatverkauf unter Ausschluss von allem. Aber soweit ich weiß darf man sowas generell nicht in verkehr bringen, auch wenn man keine Echtheit garantiert. Im Angebot war der Stempel aber auch nicht ersichtlich, und er war Teil eines Konvoluts. Vermutlich ist es die Mühe nicht wert.
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #15
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ElleElla

 ·  #16
Nein, eigentlich nicht. Aber die restlichen Teile des Konvoluts waren nicht zu beanstanden / hatten keine gefälschten Stempel.
Tilo
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Tilo

 ·  #17
das Konvolut nicht behalten, obwohl die anderen Teile nicht zu beanstanden waren?
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ElleElla

 ·  #18
Ich habe nur die Frage des Vorposters beantwortet. ;-)
Den Kauf habe ich nicht beanstandet, weil ich die Rechtslage nicht genau kenne und mein Selbstbehalt bei der Rechtsschutz höher ist als der Preis des Konvoluts. Ich meine aber - theoretisch - gäbe es eine Möglichkeit den gesamten Kauf anzufechten bzw zu argumentieren, dass kein Kauf zustande gekommen sein kann, weil da eine Straftat zugrunde liegt. So oder so ähnlich, kann das nur laienhaft wiedergeben.
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #19
Klar, streiten kann man immer. Ich wunderte mich über den Plan, zum Eichamt oder Polizei bringen. Wenn der Konvolutkauf nicht reklamiert werden soll, dann genügt es doch den Ring mit dem Hammer zu zerdeppern und in den Müll zu werfen, damit kein Unsinn damit mehr passiert.
Silberfrau
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Silberfrau

 ·  #20
Das kann doch die Polizei oder das Eichamt auch auf Steuerzahlerkosten machen.
steinfroilein
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steinfroilein

 ·  #21
Rechnet man bei Konvolutkäufe nicht immer ein, dass 10-15-20 % nichts bringt im Wiederverkauf, so dass man auf der sicheren Seite liegt?
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Guestuser

 ·  #22
Ich hatte hier im Forum irgendwo eine Seite "Autobahngold" oder so gefunden, dort stand man solle solche Teile zur Polizei oder zum Eichamt bringen. Daher kam die Idee, kann mir den Weg aber natürlich auch sparen.
Karen_2023
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Karen_2023

 ·  #23
Das Wesentliche ist doch, dass der Ring nicht wieder in Umlauf gerät - also wie oben von jemandem geschrieben: mit dem Hammer draufhauen und ab in die Mülltonne.
Silberfrau
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Silberfrau

 ·  #24
Ich denke, Polizei macht Sinn, falls überhaupt, bei frisch "erworbener" Ware. Im Sinne von direkt auf der Straße angedreht bekommen. Aber wo sollte das heutzutage noch passieren? Unechter, gestempelter Silberschmuck aus China, das gibt es.
Dem Verkäufer des Konvolutes, wenn auf den Stempel weder hingewiesen wurde, noch dieser sichtbar war würde ich da nicht unbedingt Betrugsabsichten unterstellen.
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