Grundsatzgedanken zum Facettieren

 
kristaller
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kristaller

 ·  #1
Hallo liebe Schleifergemeinde und daran Interessierte,
das Schleiferjahr neigt sich dem Ende zu und zwischen dem dritten Glühwein und xten Spekulatius kommen doch Gedanken hoch, wie die eigene Vorgehensweise beim Facettieren optimiert werden könnte.
Aktuell treibt mich schon wieder die Frage um, ob nach dem Ebauchieren immer zuerst die Spitze am Pavilion und dann daraus die endgültige Rondiste entwickelt werden soll, - oder wie in manchen Schleifanleitungen empfohlen, zuerst eine maßgenaue Rondiste schleifen und darauf das Unterteil aufsetzen.
Wenn der Rohstein relativ flach ist und somit die Höhe für eine Spitze unter dem größten Winkel fehlt, ist die erste Methode schwierig durchzuführen, wenn man eine exakte Rondiste haben möchte.
Im anderen Fall ist anfangs eine wirklich akkurat und symmetrisch gestaltete Rondiste erforderlich, was je nach Ausstattung und Zustand der Schleifanlage auch nicht immer wunschgemäß gelingt. Diese oft nur geringfügigen Anfangsfehler, z.B. eine leichte Asymmetrie bei einem Achteck als zukünftige Rondiste, rächen sich dann bei Ausgestaltung der darauf aufbauenden Facetten.
Habt Ihr bewährte Methoden, wie man die Exaktheit von Rondistenquerschnitten überprüfen kann ? Mir ist es jedenfalls schon mehrfach passiert, dass trotz Nachmessens per Messschieber die Symmetrie doch nicht gepasst hat.
Oder legt Ihr immer erst nach Erreichen der äußersten Spitze im Pavilion die endgültige Rondiste fest ? - Da könnte aber wieder das Problem bei zu flachen Steinen hochkommen ...........

Euch allen wünsche ich einen besinnlichen und kreativen dritten Advent 👍
Kristaller
GemBen
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GemBen

 ·  #2
Bei den meisten Schliffen ergibt sich die Rundiste wenn man nach dem Meetpoint Prinzip den Pavillon schleift. Dafür ist räumliches Vorstellungsvermögen hilfreich, will man nicht zu viel Material verschwenden.
Was nützt eine eingemessene Rundiste wenn dann Material für das Unterteil fehlt? Was ich häufig mache; erkenne ich beim Grobschliff eine ungünstige Positionierung, dann wird die Ausrichtung des Steins auf dem Dop korrigiert. Das ist leicht möglich wenn man mit Schellack arbeitet, bei Kleber geht das nicht.
Natürlich gibt es Ausnahmen wo vorher ein bestimmtes Länge/Breite Verhältnis geschliffen werden muß.
Ich versuche, solche Designs zu vermeiden, da ein wirklich exaktes Messen gerade bei kleinen Steinen schwierig ist.
GemBen
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GemBen

 ·  #3
Ich messe nicht. Wenn man exakt schleift, ergibt sich das doch.
kristaller
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kristaller

 ·  #4
@ Ben,
O.k. glaube ich auch.
Mein Anliegen bezieht sich auf einige Schliffmuster, bei denen in der Schleifanleitung betont wird, den Pavilion möglichst von einer exakt vorgefertigten Grundform / Rondiste ausgehend zu entwickeln. Diese Vorgabe wird von den Urhebern eigentlich nie richtig begründet. Sicherlich kann der Schliff auch auf die andere Weise erfolgen.
GemBen
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GemBen

 ·  #5
Jetzt verstehe ich, ja ich kenne solche Diagramme. Bei Rechtecken mit entsprechender Größe ist das Messen ja möglich. Aber ich kenne auch z.B. Dreiecke im Portugieser-Stil die man von unterschiedlich langen Rundistenfacetten ausgehend schleifen soll. Das wird irgendwie immer π x Daumen sein. Das kann man mit verhältnismäßigen Mitteln nicht genau messen. Legt man keinen großen Wert auf genaue MPs funktioniert das trotzdem, schau dir mal diese kommerziellen Kissenschliffe an, besser als die wird es allemal.
Häufig kann man solche Schliffe aber auch umgekehrt vom Apex her entwickeln. Ist dann ein bißchen Knobelei mit der gängigen Software.
Wenn das nicht möglich ist verzichte ich auf solche Designs.
kristaller
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kristaller

 ·  #6
@ Ben,
ja genau, diese Problematik meinte ich auch. Es geht eben um diese Fälle, die Du hier beschrieben hast.
Manchmal klappt es, - aber schon öfter war bei noch so großer Mühe kein gutes Ergebnis zu erzielen.
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