Regelmäßige Arbeit mit Prüfsäuren (Gold/Silber) - Gesundheit

 
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 ·  #1
Hallo,

ich arbeite beruflich bedingt regelmäßig mit Prüfsäuren (Gold, 333 - 750; Silber).
Ich prüfe regelmäßig in der Woche Metalle. Das kann 2 bis 5 Mal am Tag vorkommen.

Meine Frage ist nun, ob man von der Arbeit mit den Prüfsäuren langfristig gesundheitliche Schäden davontragen kann, wenn man über Jahre damit zu tun hat.

Auf dem Fläschchen von der Silber-Prüfsäure steht auch geschrieben, dass die Säure krebserregend ist.

Ich arbeite zwar ohne Handschuhe, habe mit den Säuren so gut wie nie Hautkontakt. Das ist innerhalb von zwei Jahren nur zwei bis drei Mal vorgekommen und zwar ohne nennenswerte Verbrennungen oder Verätzungen.

Natürlich muss ich mich beim Prüfen über den Prüfstein mit dem Säuretropfen beugen und atme dabei sicherlich ein paar Aerosole ein. Einen speziellen Geruch oder Reizungen habe ich dabei aber noch nie wahrgenommen.

Nachdem ich mich mit den Säuren nun etwas näher beschäftigt habe, frage ich mich, ob kurzer Hautkontakt, wenn auch ohne Verätzungen, oder regelmäßiges Einatmen ohne es zu merken irgendwann bleibende Schäden verursachen könnte?
Oder ist das eher unwahrscheinlich und ich mache mir deswegen nun einfach zu viele Gedanken?

Ich würde mich über Erfahrungen oder eure Einschätzung freuen.

Viele Grüße
pontikaki2310
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pontikaki2310

 ·  #2
Moin und herzlich willkommen im Forum.
Da es viele unterschiedliche Prüfsäuren im Edelmetall-
Bereich gibt, wäre es sinnvoll, wenn Du Fotos der
Etiketten der Säuren, mit denen Du zu tun hast, hier
hochlädst. Oder - falls Du es weißt, die Inhaltsstoffe
der Flüssigkeiten hier angibst. Bis dann......
Tilo
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Tilo

 ·  #3
Hautkontakt mit den Goldsäuren verursacht vorübergehende Gelbfärbung und tut eh nicht not bei normaler Anwendung
dto. die Silbersäure: man hat doch gar keinen Hautkontakt!
das mit den Dämpfen der Tropfen einige wenige Male am Tag sehe ich als komplett unkritisch
Krebserregend beim Futtern oder massivem Hautkontakt.....

(ja, mir ist auch schon die Silbersäure auf dem Ladentisch umgekippt, was eine veritable Schweinerei war, aber davon bekommt man keinen Krebs und nichtmal ne kurze Reizung)
tatze-1
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tatze-1

 ·  #4
Marion, wieso sollten Prüfsäuren unterschiedliche Rezepturen haben bei unterschiedlichen Herstellern? Daran glaube ich nicht.

Ich würde sagen, wenn du in ausreichendem Abstand zum Prüfstein bist mit deiner Nase und nicht wie ein Kokainsüchtiger direkt drüber hängst, sollte eine gesundheitliche Beeinflussung marginal sein. Man sollte eh für gute Belüftung beim Umgang mit Chemikalien sorgen. Und kein Mensch, der Prüfsäuren verwendet, wendet das Bekleidungsprotokoll an, das beim Umgang mit derartigen Chemikalen eigentlich vorgeschrieben ist (Gesichtsvisier, Schutzbrille, Säureschürze, Säurehandschuhe und Gummistiefel).

Ich denke, den Qualm von einem E-Zigarette-Raucher einzuatmen ist gesundheitsschädlicher (als Jugendliche wurde mir gesagt, daß ich nicht den Nebelmaschinenrauch einatmen soll, weil der ungesund ist. Heute rauchen die Leute freiwillig das Zeug und inhalieren es auch noch bewußt).
Tilo
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Tilo

 ·  #5
ja, Unterschiede gibts nur bei den Silberprobiersäuren, wo es welche für Laien /Amateure gibt, die weniger schädlich sein sollen (ich nutze nur die giftige rote)
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #6
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 ·  #7
Vielen Dank für die Rückmeldungen.

Es beruhigt mich, dass scheinbar sonst auch keiner von euch die Sicherheitsvorkehrungen einhält, sprich immer mit Handschuhen und Schutzbrille arbeitet.

Mir ist auch vor kurzem die Silberprüfsäure aus Versehen umgekippt. Davon ist auch einiges an die Haut gelangt, was ich aber schnell mit einem Papiertuch abgeputzt habe. Die Haut hat zum Glück keinerlei Reaktionen gezeigt und hat nichtmal gebrannt, was mich zugleich verwundert und beruhigt hat. Nach diesem Vorfall habe ich mich eingehender mit der Zusammensetzung der Prüfsäuren auseinandergesetzt und mir die Etiketten genauer angeschaut.

Es ist klar, dass die Arbeit mit den Säuren sorgfältig erfolgen sollte und man die Säuren natürlich nicht trinken oder mit Absicht auf die Haut auftragen soll. Es geht mir um ein paar Spritzer oder kleinere Unfälle, die bei regelmäßiger Anwendung nunmal auch nicht ausgeschlossen werden können.

Ich habe gelesen, dass bei der Reaktion mit Metallen (Gold, Silber) unter anderem giftiges Stickstoffdioxid freigesetzt wird, aber in den geringen Mengen ist es vermutlich unbedenklich, wenn man mit ganz kleinen Metallabrieben und tropfenweiser Verwendung der Säure arbeitet.

Ich wollte nur kurz wissen wie ihr das alles seht und ob Handschuhe und Schutzbrille bei regelmäßiger Anwendung vielleicht doch vor irgendwelchen Folgeschäden schützen können, wenn es diese Folgeschäden bei der geringen Konzentration überhaupt gibt.

Hier habe ich noch Fotos von den Etiketten der Säuren angefügt mit denen ich arbeite.

Bei tropfenweiser Verwendung und nicht großflächigen Metallabrieben sollte die Verwendung eigentlich auch ohne Schutzausrüstung unbedenklich sein, auch wenn man manchmal was auf die Haut bekommt, solange es zu keinen starken Verätzungen kommt, oder was denkt ihr?
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DadaKaka
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DadaKaka

 ·  #8
Also, wenn dir erfahrene Goldschmiede und Goldankäufer, die seit Jahrzehnten mit Prüfsäuren umgehen erklären, dass bei sachgemäßer Verwendung keine Gefahr besteht, und du erneut die gleiche Frage wieder stellst, solltest du dich fragen, ob du noch im richtigen Forum bist. Denn ärztliche Beratung wirst du hier nicht bekommen. Um dein persönliches Wohlbefinden zu steigern, könntest du ja auch einfach ein paar simple Schutzmaßnahmen ergreifen. Schutzbrille, Sicherheitshandschuhe und eine Abzugsvorrichtung wären da erste Wahl.
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #9
Das Stickstoffdioxid Gas ist ein braunes, schweres Gas, das Du sofort sehen und riechen würdest, weil es einen stechenden Geruch hat. Du kannst es sehen, wenn Du in ein Schnapsglas Salpetersäure fein zusammengerolltes Kupferblech steckst. Das wird dann auch heiss, brodelt und qualmt dunkelbraun.
Dann solltest Du Schutzbrille, Handschuhe und eine Auffangschale haben und gut lüften.
Mein Vater hatte mal früher eine Warze mit 8-Kt Prüfsäure betupft und die ist verschwunden. Ok, ein Pflaster mit ein paar Tropfen Zitronensaft hätten es sicher auch getan, denn Warzen mögen kein saures Milieu.
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 ·  #10
Hallo Dadakaka,

für die Rückmeldungen der langjährigen Goldschmiede bin ich sehr dankbar und finde sie sehr hilfreich. Vielen Dank an dieser Stelle an alle, die ihre Erfahrungen mit mir geteilt haben.

Meine Fragestellung habe ich noch einmal präzisiert, da Fragen aufkamen ich den Eindruck hatte, dass einige von meiner Situation ein falsches Bild hatten, daher habe ich die Situation konkreter beschrieben (ich reibe meine Haut mit den Säuren nicht ein, und trinke diese nicht). An ein ärztliches Forum hätte ich mich selbst gewendet, wenn die Notwendigkeit dazu bestanden hätte. Vielen Dank für den Hinweis.

Mich interessiert sehr wie ihr mit den Prüfsäuren umgeht, ob ihr dabei Schutzkleidung tragt oder andere besondere Sicherheitsvorkehrungen trefft und ob ihr damit schlechte Erfahrungen gemacht habt, die sich auf eure Gesundheit ausgewirkt haben oder nicht.

Über eine sachliche Diskussion und einen freundlichen Austausch freue ich mich weiterhin sehr.
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #11
hnooasl
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hnooasl

 ·  #12
Als langjährige Edelmetallprüferin und Fachkraft für Arbeitssicherheit kann ich dir sagen: mach dir keine Sorgen, auch bei langjährigem Umgang mit Prüfsäuren hast du normalerweise keine Probleme, außer du trinkst sie. Schutzbrille ist immer eine gute Idee, Handschuhe auch. Falls du dir trotzdem Sorgen machst, es gibt etwas, das nennt sich Sicherheitsdatenblatt (meist Punkt 7 und 8 von Interesse), das muß ein Arbeitgeber dir zur Ansicht geben, wenn du danach fragst. Auch hier gilt: Kirche im Dorf lassen, Prüfsäuren kommen in so geringen Mengen am Arbeitsplatz vor, daß ein normal großer Raum ausreichend Belüftung hat.

lg hnooasl
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