Reportage zum Thema Nachhaltigkeit bei Schmuck

 
Sparkle
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Sparkle

 ·  #1
Fundstück beim Scrollen. Es geht nicht nur um Gold sondern auch um (Südsee)Perlen (mei, sann die schööööön) und Stein,-hier Saphirabbau auf Sri Lanka.
https://www.zdf.de/play/report…k-gold-100

Hach, Ich würd schon gern mal nach Fidschi....
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #2
Ist halt dritte Welt, meine Frau meinte 5te Welt. Im Museum in Suva steht in einer Vitrine stolz ein angenagter Lederstiefel eines britischen Gesandten aus dem 18ten Jahrhundert, der von den Einheimischen aufgefressen wurde. Als wir dort waren, gab es zwei Revolutionsversuche mit Schiessereien, weil die schwarzafrikanischen Ureinwohner, die nur Ihren jeweiligen Stammeshäuptling wählen wollen, gegen den indischen Bevölkerungsteil, der unter Ghandi dahin ausgewandert war, bei Wahlen immer unterlagen.
Ansonsten kommt alles Moderne aus Neuseeland oder Australien. Im Verhältnis zur Bevölkerung haben sie die meisten Gefängnisinsassen und am Freitagabend sind alle Straßen kontrolliert, weil dann die Löhne ausgezahlt werden und sofort in Kava (ein Rauschmittel) umgesetzt wird. Die einzigen, die sich um die Kinder kümmern und versuchen das Schulgeld zusammenzubekommen sind die indischen Frauen.
pontikaki2310
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pontikaki2310

 ·  #3
Hhm, ich hab' den Film geschaut und ich empfand die
Art der Berichterstattung eher wie'n Werbe-Video für
die berichtenden "Schmuckhändler/-Aktivisten".
Z.B. Frau Guja Merkle, die alles in Uganda "unfassbar
und krass" fand und dort die Goldminen zuschütten lässt.
Allerdings blieb am Ende die Frage offen, welches
Programm sie entwickelt hat, um den - nun arbeitslos
gewordenen - Minenarbeitern ein (faires) Einkommen zu
bieten.
Den Schmuckunternehmer Jörg Gellner - der sich um
ökologische Perlfarmen bemühte - hätte ich gerne
gefragt, ob die Öko-Austern die nur eine Perle pro
Zyklus(20 Monate) liefern (im Gegensatz zu den "Proll-
Austern" mit bis zu 60 Perlen pro Zyklus) dann auch
60 x geimpft werden können, um die gleiche Nachhaltig-
keit zu erreichen. Dann zeigte er Körbe voller "böser"
chinesischer SW-Perlen in ihren natürlichen Farben und
meinte verächtlich, daß die ja nicht weiß seien, sondern
chemisch gebleicht würden. Auf welche Art das geschieht
und ob das schädliche Verfahren sind (ist Sonnenbleiche
auch Chemie?) wurde nicht erklärt. Das die Austern in
China mit Abfällen aus der Schlachttierhaltung gefüttert
werden, die dort anfallen, fand ich jetzt auch eher
nachhaltig.
Die Unterschiede zwischen den bösen und den guten
Saphirminen konnte ich auch nicht so wirklich erspüren.

Ich hätte mir bei dieser ZDF-Sendereihe "Plan B" mehr
Objektivität/Fakten als diese Selbstdarstellungen
gewünscht.
gemme
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gemme

 ·  #4
Zitat geschrieben von pontikaki2310

Hhm, ich hab' den Film geschaut und ich empfand die
......................... - nun arbeitslos
gewordenen - Minenarbeitern ein (faires) Einkommen zu
bieten.
Ich hätte mir bei dieser ZDF-Sendereihe "Plan B" mehr
Objektivität/Fakten als diese Selbstdarstellungen
gewünscht.


Hey ponti,
hast sicherlich bedingt recht, aber ich meine in der Sendung - direkt ZDF gesehen -
hat das Dorf durch Bienenzucht bzw. Honigproduktion eine neue Einkommensquelle gefunden.
War aber aus meiner Sicht auch sehr viel Selbstdarstellung, und der Vergleich mit den Perlmuscheln hinkt natürlich.
Dabei fällt mir ein, Du bist wieder daheim.
Schick mir doch mal Deine Anschrift per PN oder Mail, damit ich Dir die 15 Stränge SW schicken kann.
Bankverbindung lege ich ins Paket, kannst ja wenn Du die SW behalten willst, überweisen. 😉
Gruß gemme
Sparkle
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Sparkle

 ·  #5
Ja, der Anklang von "Werbevideo" störte mich auch ein bisschen. Andererseits mir logisch, daß das mitschwingt.
Trotzdem gut, wenn versucht wird, Bedingungen zu verbessern. Ob die Schließung von Minen da hilfreich ist, schätze ich auch nur dann als Erfolg ein, wenn die Alternative zum Lebensunterhalt langfristig tragfähig ist. Im Beitrag war es Bienenzucht und Honiggewinnung. Sicherlich dachte ich auch schon daran, daß genug Gold im Umlauf ist, um die Nachfrage an Schmuck zu decken.
Andererseits sind wir Schmuckis nicht die einzigen, die damit arbeiten. Gezockt wird ja auch und längst nicht alles physisch hinterlegt. Damit das "Kreislaufen" konsequent funktionieren würde, müsste auch das "Wetten" an den Börsen auf Rohstoffe generell unterbunden werden und da sehe ich keine Hinweise, daß das aufhört.

Trotzdem: Veränderungen brauchen Anfänge und sind erst klein. Recycling von Handy´s ist eh sinnvoll - auch wenn das erst anfängt. Selbst dann wird aber nicht alles wieder verwertbar. Z.B. die vielen tausend Satelliten in der Erdumlaufbahn haben auch große Mengen an Edelmetallen verbaut, die man nicht wieder zurückkriegt (Man könnte ja ketzen: das Gold kommt nur wieder dahin zurück, woher unsere Erde es mal herbekommen hat: ins All, tssssss).

Das Bashing von Süßwasserperlen fand ich auch unfair - Massenzucht ist bei jeder Tierart problematisch und sollte stets verbessert werden - und doch gehe ich auch davon aus, daß die Umweltverschmutzung durch die Perlzucht insgesamt eher begrenzt wird (der Dreck im Beitrag scheint ja schon existent gewesen zu sein oder andere Quellen zu haben), schon aus wirtschaftlichem Interesse, will man anständige Qualitäten und entsprechende Preise erzielen.
Herrn Gellners negative Bemerkung über die Farben und das Bleichen kann ich zwar verstehen aber teilen muß ich es ja nicht. Er hat sich eben auf Tahiti/Südseeperlen spezialisiert und grenzt sich damit ab. Wenn er das nicht täte, wäre er als Luxushersteller ja blöd. Trotzdem denke ich bei allen 3 Beispielen in der Reportage, daß sie es wirklich ernst-ehrlich meinen und wenns nachhaltige Verbesserungen bringt, auch im Kleinen, so wünsche ich ihnen viel Erfolg.
Silberfrau
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Silberfrau

 ·  #6
Fortbildungsreise nach Fidschi, lets go!
Ich habe mich ja letztes Jahr in Sri Lanka fortgebildet, das Angebot von Ralf Schröder, mehr dazu gleich. Thema sinngemäß:
"Nachhaltigkeit in Schmuck möglich?" In dieser Beziehung sehr kompetent und ausgewogen, man kann die Frage mit einem herzhaften Jein beantworten.
Auch wir durften, wer wollte, in eine solche Mine hinabsteigen, ich wollte nicht, als ich es gesehen habe, aber paar Jungs aus der Gruppe sind, und Ralf hat auch gefilmt. War auch so mit natürlichen nachwachsenden Materialien aus der Region abgestützt, womit auch sonst, Holz halt, gibts genug und ist günstig. Ganz sicher werden die Steine nicht mit dem Wasser aus der Mine gewaschen, das stinkt nämlich wie die Pest. (nach verfaultem organischem Material, so riecht es allerdings auch in der Mine.)
Das ist normnal, was nicht erwähnt wurde, 85% der Saphire werden gebrannt, die sehen ursprünglich grau / braun aus. Mit Elektrisch über teils Monate. Eine Geheimwissenschaft für sich. Auch wir haben eine vorbildliche Schleiferei besichtigt. Tatsächlich überwiegend Frauen, es gibt ein staatliches Ausbildungsprogramm von glaub 1/2 Jahr, das durchlaufen die meisten. Die vorbildliche Schleiferei zahlt einen Basislohn, auch bei Krankheit plus einen Stücklohn. Wer gut ist verdient besser als ein Anfänger, Zuschüsse zu Hochzeiten, Kinder etc, freiwillig, Schleiferei Dinidu.
Für das Responsible Jewellers Council(?) zahlt man einen Beitrag und ist zertifiziert, groß kontrolliert wird zwar nicht, aber sollte passen.
Honig statt Gold? Bitte entschuldigt, das erscheint mir doch sehr hanebüchen.
Ich lese vom Preis für Importhonig von 2 Euro das Kilo im Großhandel, und dann muss es ja noch transportiert werden und die 60 Kilo ist im Jahr? Im Monat? Am Tag wohl kaum, und er imkert ja nicht alleine, kann er seinen Arbeitern auch 8 Euro am Tag zahlen? Also um auf seinen vorigen Lohn zu kommen muss er pro Person roundabout 1200 Kg Honig im Jahr ernten, das scheint mir nicht wenig.
Und überhaupt, sie muss dem Besitzer ja die Mine abgekauft haben, da muss viel Fund gerisen worden sein, und wetten 100 Meter daneben wird das nächste Loch gegraben.
Perlen, wie schon geschrieben, da werden Äpfel mir Birnen verglichen.

Sri Lanka ist jetzt alles aus dem Kopf, denn ein Handout wurde zwar versprochen, aber wir haben erst mal nur Schulhefte und Kugelschreiber bekommen. Da ich nicht mehr im Kindergarten bin habe ich mich auf das Handout verlassen und nicht viel mitgeschrieben, denn ein solches kann man bei den Teilnahmegebühren eigentlich schon erwarten. Aber davon abgesehen hat es gepasst. Ein schönes Modell, wenn du nicht länger bleibst als angesetzt kannst du alles, eben auch den Flug, voll absetzen und hast noch eine 5 tägige Sightseeingtour dabei, weil alle freien Nachmittage etc. in einem Block gebündelt wurden. Hab ich allerdings keinen Gebrauch von gemacht und 2 Wochen verlängert und mir noch nen schönen Urlaub gegönnt. Die Juwelier*innen haben es aber so gemacht. Wär mir zu viel Stress gewesen, die Tour, da hatte ich schon eine viel bessere mal mitgemacht. Es war eine tolle Gruppe, ich habe alle lieb gewonnen.
Das Foto ist von einen früheren Urlaub, mich hab die noch nicht vom Handy auf den Compi gemacht.
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Reportage zum Thema Nachhaltigkeit bei Schmuck
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #7
Zitat geschrieben von pontikaki2310

...

Ich hätte mir bei dieser ZDF-Sendereihe "Plan B" mehr
Objektivität/Fakten als diese Selbstdarstellungen
gewünscht.

So geht es mir leider oft bei den aktivistischen Berichterstattungen. Diese ausgebeuteten Goldwäscher, sehen eigentlich auch ganz fröhlich aus.
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Silberfrau
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Silberfrau

 ·  #8
Nachtrag: Den Ralf Schröder findet ihr hier: https://fairgem-consulting.de/…r-schmuck/ bzw: "Auf der Inhorgenta findet ihr uns am Stand B2.238 in der Sustainability Area an meinem Stand. Kommt gerne vorbei, schreibt mich an oder ruft mich an, wenn ihr Interesse habt dabei zu sein. "
Silberfrau
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Silberfrau

 ·  #9
Zitat geschrieben von Heinrich Butschal

Zitat geschrieben von pontikaki2310

...

Ich hätte mir bei dieser ZDF-Sendereihe "Plan B" mehr
Objektivität/Fakten als diese Selbstdarstellungen
gewünscht.

So geht es mir leider oft bei den aktivistischen Berichterstattungen. Diese ausgebeuteten Goldwäscher, sehen eigentlich auch ganz fröhlich aus.

Hey, es ist FernsehUNTERHALTUNG, was erwartest du?
Mit Sicherheit arbeiten die Goldschürfer lieber für 8 Euro in der Mine mit Unfallgefahr als für 4 Euro sauber und entspannt in der Imkerei. Wo die Not am Fensterbrett sitzt braucht der Mensch keine Work-Life Balance. Wir sind hier in einer ganz andersn Position, aber in Afrika ist man risikobereiter, z.B. schiebt man Schleppern tausende von Euro in den Rachen um dann im Mittelmeer auf einer Nussschale zu ertrinken. Die Hoffnung stirbt eben zuletzt.

Es wird eine Sendung gemacht, die Planer suchen Personen, die mitmachen, diese sind nicht so dicht gesäät also nimmt man, was man kriegt, auch wenn man dafür die Eigenwerbung in Kauf nehmen muss, die Redakteure sind branchenfremd, was sollen die denn sonst machen? Es geht um die schönen bunten Bilder, nicht um irgendwelche Fakten, in welcher Welt lebt ihr, Medienkompetenz wo?
pontikaki2310
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pontikaki2310

 ·  #10
"AMEN" ^_^
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