Kleinste Gussteile (Gusshaut) nachbearbeiten und polieren

 
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Goldweberei
 
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Goldweberei

 ·  #1
Hallo zusammen,

ich lasse momentan ziemlich viele ganz kleine Anhänger gießen, die im Wachsmodell unregelmäßig mit Unebenheiten hergestellt wurden. Diese möchte ich auch im fertigen Schmuckstück beibehalten.

1. Problem: das Stück ist nach dem Guss ja mit der Gusshaut überzogen, welche ich mit Feilen und Schmirgel größtenteils entferne. Leider komme ich nie in alle Vertiefungen. Habt ihr eine Idee, wie das am besten geht? Ich habe schon alle möglichen Fräser für meinen Proxxon gekauft, aber so richtig zufriedenstellend ist es nicht, da es nicht schön „glatt“ wird.

2. Zweites Problem: nach dem Löten und der Beize muss die weiße Schicht wieder entfernt werden. Auch hier hab ich nicht das passende Werkzeug gefunden, meistens schleife ich nochmals alles, wie im schritt davor, benötigt aber viel zu viel Zeit. Ich habe schon oft diese plastikrädchen gesehen, aber die „versauen“ mir oft die Oberfläche wieder und mattieren sie, weil sie vermutlich zu hart sind.

3. Beim polieren hängt mir dann oft poliermittel in den Rillen und geht blöderweise auch nicht im Ultraschall raus.

Vielleicht könnt ihr mir helfen, wie ich meine Arbeitsschritte verbessern kann.

Vielen Dank schon einmal.
Verena []
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #2
Da gibt es schon Möglichkeiten. Allerdings müssen viele Arbeitsschritte schon vor dem Guss und beim Guss optimiert werden. butschal/download/seminar.htm und hier: butschal/download/Karlsruhe%20…tschal.ppt und nach dem Guss oder nach dem Löten kann mit geeigneten Cyanidbädern und hohen Stromstärken galvanisch poliert werden.

Vieles davon ist eher für Profibetriebe geeignet, aber wenn Du uns Bilder der Problemstellen zeigst, können wir hier vielleicht Tipps, speziell für Deine Modelle geben. So allgemein lässt sich Deine Anfrage kaum beantworten.
Rammler
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Rammler

 ·  #3
Zitat geschrieben von Guestuser

Hallo zusammen,

2. Zweites Problem: nach dem Löten und der Beize muss die weiße Schicht wieder entfernt werden. Auch hier hab ich nicht das passende Werkzeug gefunden, meistens schleife ich nochmals alles, wie im schritt davor, benötigt aber viel zu viel Zeit. Ich habe schon oft diese plastikrädchen gesehen, aber die „versauen“ mir oft die Oberfläche wieder und mattieren sie, weil sie vermutlich zu hart sind.


Nach dem Beizen in 10% Schwefelsäure reinige ich das Werkstück mit einer weichen Messingbürste.
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #4
Silberfrau
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Silberfrau

 ·  #5
Ja, das Material zu benennen, z.B. Silber, wäre schon hilfreich gewesen.
tatze-1
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tatze-1

 ·  #6
Und das Ultraschallbad war wahrscheinlich auch nicht 70 Grad heiß.
Goldweberei
 
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Goldweberei

 ·  #7
Vielen Dank schon einmal für eure Antworten.
Das Ultraschall ist ziemlich heiß (80 grad) Ich habe das Emmi-08STH.
Im Profibereich bin ich definitiv nicht unterwegs, daher ist das galvanische reinigen nicht möglich :)

Es geht im 935 Silber von der Gießerei Kauselmann. Eine kleine Messingbürste habe ich aber diese ist glaube ich zu grob. Hat mir jemand eine passende als Empfehlung mit Link?
Ich versuche mal eben Fotos hochzuladen.
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Rammler
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Rammler

 ·  #8
Zitat geschrieben von Heinrich Butschal

Das nennt man Nasskratzen. Mit Seifenwasser und einer sehr dünnfädrigen Messingbürste ohne Druck. Auf Silber bekommt man damit schönen Glanz hin.


Genau, mit Seifenwasser geht es am besten.
Falls das Werkstück nach dem Beizen einmal rot geworden ist, dann liegt es wahrscheinlich daran, dass Eisen, z.B. durch Bindedraht in die Säure gekommen ist.
Rammler
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Rammler

 ·  #9
Zitat geschrieben von Guestuser


Es geht im 935 Silber von der Gießerei Kauselmann.


Ist das der Kauselmann in Pforzheim? Da habe ich mal als Aushilfe gearbeitet.
Rammler
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Rammler

 ·  #10
Zitat geschrieben von Guestuser


Eine kleine Messingbürste habe ich aber diese ist glaube ich zu grob. Hat mir jemand eine passende als Empfehlung mit Link?



https://goldschmiedebedarf.de/…ts_id=9140

Das hier ist vom Fischer. Es gibt aber bestimmt billigere.
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #11
Goldweberei
 
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Goldweberei

 ·  #12
Vielen Dank. Diese feine Messingbürste werde ich besorgen.
MitTrommelpolieren habe ich keine Erfahrung. Würde dies sowohl die Gusshaut entfernen als auch am Ende polieren? Ich stelle ziemlich viele so kleine Teile her und sie fressen unglaublich viel Zeit. Vllt würde sich eine solche Trommel deswegen lohnen…


Ein Problem habe ich noch manchmal beim Ulttaschal: auch hier geht der Schmutz trotz Zuger Temperatur nicht weg. Liegt es zu lange drin wurde es sogar schon dunkel…
Könnte es sein dass es an dem Metall Gitter liegt? Die kleinen Teile lege ich oft in das Sieb.


Vielen Dank!
Ja genau, Kauselmann in Pforzheim.
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Rammler
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Rammler

 ·  #13
Zitat geschrieben von Guestuser




Ein Problem habe ich noch manchmal beim Ulttaschal: auch hier geht der Schmutz trotz Zuger Temperatur nicht weg


Was benutzt du als Reinigungs Bad?
Silberfrau
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Silberfrau

 ·  #14
Also mal ne Frage: sollen die Oberflächen so wobbelig oder hast du sie dir eher straff vorgestellt? Natürlich kannst du in verschiedenen Trommeln mit unterschiedlichen Medien auch alles Mögliche machen. Aber die (Grob)Form sollte schon erst mal stimmen. Das muss schon bei der Wachsform passen, also ob wobbelig oder straff. Sonst müsstest du tatsächlich erst die Form mit Hilfe von Feilen und wo geeignet, richtig groben Schleifrädchen, Linsen, Kegeln usw. herstellen. Bei den von dir gezeigten Teilen sehe ich nichts, wo man nicht hinkäme. Ein schönes Finisch (glänzende Oberfläche)gibt in der Tat eine Trommelpolitur, die Trommeln gibt es günstig ab vielleicht 100 €, aber bei den Polierkugeln solltest du lieber gute teure nehmen.
Hartnäckigen Schmutz kannst du auch mit Zahnbürste und Seife entfernen.
Bei denem Ultraschallbad sehe ich gar keine Schaumblasen auf der Oberfläche.
Goldweberei
 
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Goldweberei

 ·  #15
Zum Ultraschall: ich nehme noch das Mittel das beigefügt war von Emmi. Aber in der Goldschmiede wo ich ab und zu war hat sie glaube ich sogar spüli genommen.
Macht es Sinn eher ein Plastik Teesieb zu benutzen? Vllt stört das Metall auf Metall, wenn die Silber und Goldteile darauf liegen?


Die Teile sollen so wobbelig bleiben und auch diese Einschlüsse beibehalten.
Ich sehe mich mal nach einer Poliertrommel um.
Goldweberei
 
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Goldweberei

 ·  #16
Und auf meinem Bild oben sind diese blauen Rädchen. Kann man damit nicht auch gut die Gusshaut entfernen? Ich hatte in der Schmiede auch immer so etwas, aber die waren irgendwie weicher…
Oder wozu nimmt man diese?

Liebe Grüße
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #17
Das ist ja keine Haut, sondern einfach nur eine raue Oberfläche. Haut wäre beim Guss eine schwarze Kruste. Aber vielleicht ist die schon durch Sandstrahlen bei der Giesserei entfernt worden. Oder sie entsteht durch besonders gute Giessparameter nicht, ist aber high end und habe ich in den 80er Jahren entwickelt. Das macht jetzt das Forschungszentrum in Jülich für die Ultrazentrifugen. Dann wäre die Oberfläche auch glatt.
Tilo
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Tilo

 ·  #18
bei jeddeloh sind die 4reihigen 0,08er Messingbürsten ein paar euro billiger
Tropfkasten bauen, also Schüssel mit Auslaufhahn auf Gestell über Schüssel (dann kann das durchgelaufene Wasser immer wieder fix in die obere Schüssel umgefüllt werden
z.b. gibts fertige campingwasserkanister mit hahn unten. da muss dann nur das Gestell gebaut werden
Silberfrau
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Silberfrau

 ·  #19
Also wenn die Teile auf einem harten Untergrund wie dem Gitter vibrieren, kann das schon zu Kratzern führen, Kunststoffsieb wäre da besser.
Diese Rädchen, radial bristle discs, gibt es in verschiedenen Körnungen und der Farbcode ist bei verschiedenen Herstellern durchaus unterschiedlich. Da musst du schaun, welche du genau brauchst. Du brauchst vermutl. nicht alle Abstufungen, 1x grob 1x mittel und 1x fein. Man arbeitet wie immer von grob nach fein.
pontikaki2310
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pontikaki2310

 ·  #20
Ich häng bei kleinen empfindlichen Teilen ein Stück
alte Tüllgardine wie 'ne Hängematte in den Schallkorb.
Silberfrau
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Silberfrau

 ·  #21
Das ist auch gut. Ich fülle Seifenwasser und Teil in ein Ziplock Beutelchen, so kommt der Schmodder nicht in die Tankflüssigkeit.
pontikaki2310
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pontikaki2310

 ·  #22
Sehr nachhaltig.... ;-)
tatze-1
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tatze-1

 ·  #23
In deinem Rädchenhalteblock sehe ich ein Messingrädchen. Das langt zum kratzen nach dem Beizen. Auch trocken. Zur Not kann man nach dem Trockenkratzen das Teil auch nochmal ganz kurz ins Ultraschall halten, daß der Staub abgeht.
Goldweberei
 
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Goldweberei

 ·  #24
Vielen Dank für all eure Tipps!
Ich werde auf jeden Fall alles ausprobieren!

Was für ein geniales Forum hier. Dank eines Kaufes auf Kleinanzeigen drauf aufmerksam gemacht worden!
Ich hab tausend Fragen 🙈 so ein schönes Handwerk!

Liebe Grüße und schönen Abend!
Verena
Rammler
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Rammler

 ·  #25
@Verena Wenn du dich anmeldest dann kann man dir auch mal eine PN schicken.
Goldweberei
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Goldweberei

 ·  #26
Ja, hab ich gestern Abend schon gemacht :) vielen Dank und einen schönen Tag :)
Goldweberei
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Goldweberei

 ·  #27
So, noch ein letztes Mal aus gegebenem Anlass.
Heute bearbeite ich das „J“ in 585 Gelbgold.
Ich habe jetzt die Haut weggefeilt und geschmirgelt, aber für die engen Stellen weiß ich nicht so recht welches Werkzeug am besten wäre.
Mit den 5er Nadelfeilen komme ich gut rein, habe aber feilspuren. Mit dem 2000er schleifrädchen komme ich wieder nicht rein und mit der schmirgellatte auch nicht so richtig. Wie geht ihr vor?

Jetzt möchte ich eine 5mm Öse aus 1mm golddraht wickeln (hab ich im Kurs schon einmal gemacht) aber mir fehlt der Tamponstahl zum Umwickeln in 3mm. Gibts eine Alternative :)?

Liebe Grüße
Verena
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Tilo
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Tilo

 ·  #28
ein Teil meiner Nadelfeilen hat 3mm schaft
manche dremelfräser haben 3mm
man könnte eine Rundzange nutzen
oder einen konischen Ösenriegel
da gibts einige Möglichkeiten
auch ein 3mm Spiralbohrerschaft sollte

man muss auch beim Werkzeug ein wenig kreativ sein
Goldweberei
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Goldweberei

 ·  #29
Danke! Ich schaue mal was ich finde :)
Silberfrau
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Silberfrau

 ·  #30
Was Tilo sagt.
Es gibt stiftartige Schaftwerkzeuge aus dem gleichen Material wie die Gummirädchen, die sollten gehen.
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