Mauboussin Paris: Historische Spielkartenbox (Pièce Unique?) – Epoche, Punzen & Prominenten-Provenienz?

 
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MauboussinFan
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MauboussinFan

 ·  #1
​Hallo zusammen,

​ich besitze ein außergewöhnliches Luxus-Objekt aus dem Hause Mauboussin Paris: Es handelt sich um eine historische Spielkartenbox / Schatulle, bei der es sich aller Voraussicht nach um ein Pièce Unique (Sonderanfertigung) handelt.

​Das Haus Mauboussin hat in seiner Geschichte weltberühmte Accessoires für den Adel und die High Society gefertigt. Aufgrund der Machart vermute ich, dass diese Box eine besondere Historie (Provenienz) besitzt oder eine exklusive Auftragsarbeit für eine renommierte Persönlichkeit war.

​Das Archiv in Paris ist bereits kontaktiert, die Rückmeldung steht noch aus.

​Wichtige Besonderheit: Auf den ersten Blick ist keine Seriennummer sichtbar. Der Boden der Box ist mit einem stoffähnlichen Bezug versehen. Ich vermute, dass die Seriennummer und die französischen Meisterpunzen (Poinçons) entweder unter diesem Bezug auf dem Metallboden oder im Inneren des Mechanismus verborgen sind. Da ich das Objekt keinesfalls beschädigen möchte, habe ich den Stoff bisher nicht entfernt.

​Ich erhoffe mir von den Experten hier eine erste Einschätzung zu folgenden Punkten:

​Zeitliche Einordnung: Aus welcher Epoche (z. B. Art Déco) könnte das Design der Box stammen? ​Versteckte Punzen: Gibt es bei solchen Mauboussin-Objekten typische Stellen, an denen die Seriennummern/Stempel platziert wurden (z.B. unter dem Stoffboden)? ​Stil & Historie: Sind ähnliche Spielkartenboxen oder Accessoires von Mauboussin bekannt, die für berühmte Persönlichkeiten angefertigt wurden?

​Scharfe Makro-Fotos des Objekts, der Details und des Bodens habe ich beigefügt.

​Ich freue mich sehr auf Ihre fachkundigen Meinungen!

​Viele Grüße
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #2
Die Screenshots sind leider von schlechter Qualität und entsprechend schwer auszuwerten. Bitte immer die Originalbilder hochladen.
Prinzipiell gehe ich von solchen Artikeln immer von Serie und nicht von Einzelanfertigung aus. Ich sehe hier auch nichts was dieser Annahme widersprechen würde.
Ein schönes Stück, dass Du hier bekommen hast.
Silberfrau
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Silberfrau

 ·  #3
Mich wundert, dass die aufgesetzte Dekor-Karte auf 2060323 nicht mittig zu liegen scheint.
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 ·  #4
Hallo Zusammen,

bitte entschuldigt die unscharfen Fotos - anbei füge ich die halbwegs hochauflösenden Fotos.

Vielen Dank im Voraus für Eure Expertise.

Liebe Grüße
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #5
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Guestuser

 ·  #6
Hallo Zusammen,

jetzt müsste es hoffentlich passen :)
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steinfroilein
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steinfroilein

 ·  #7
Zitat geschrieben von MauboussinFan

​ich besitze ein außergewöhnliches Luxus-Objekt aus dem Hause Mauboussin Paris:
...
​Das Archiv in Paris ist bereits kontaktiert, die Rückmeldung steht noch aus.
...
​Scharfe Makro-Fotos des Objekts, der Details und des Bodens habe ich beigefügt.
...
​Ich freue mich sehr auf Ihre fachkundigen Meinungen!


Hattest Du die Fotos als Screenshot aus Carawiki übernommen? Dort wurde letztens sowas versteigert.

Das Archiv wird sich sicherlich nächstens zurückmelden. Wäre interessant, hier zu lesen, was dabei rauskommt.
pontikaki2310
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pontikaki2310

 ·  #8
Moin, also zumindest ein Teil der Fotos stammt aus dem
Catawiki-Angebot: https://www.catawiki.com/fr/l/102155159
- @ Guestuser: Da Du die Rechte an den Catawiki-Fotos
nicht hast - auch wenn Du die Box dort erworben hast - mußt
Du diese Fotos hier im Beitrag löschen.
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 ·  #9
Ich habe das abgebildete Produkte über Catawiki ersteigert und möchte nun mehr darüber erfahren, weshalb ich auch Mauboussin in Paris per Mail 05.05.2026 kontaktiert habe und warte nun auf die Rückmeldung.
pontikaki2310
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pontikaki2310

 ·  #10
Ja, wir sind auch gespannt auf das Ergebnis. Zumal Du ja
auch den Zuschlag deutlich unter dem Schätzpreis
bekommen hast. Die Fremdfotos mußt Du trotz des Erwerbs
löschen. Die neuen, eigenen Bilder dürfen bleiben.
MauboussinFan
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MauboussinFan

 ·  #11
Hallo,

zur Info, ich habe die Bilder gelöscht, die ich heute um 03:08 Uhr online gestellt habe und die aktuell hochgeladenen Fotos habe ich mit einem eigenen Smartphone fotografiert.

Vielen Dank im Voraus für Eure Rückmeldungen.

Liebe Grüße
pontikaki2310
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pontikaki2310

 ·  #12
Ich habe den Stempel von Deiner Schatulle x bearbeitet
um ihn besser erkennen zu können 1. Foto und dann mit
verrifizierten Mauboussin-Stempel verglichen. In jüngerer
Zeit hat sich die Punze wohl leicht geändert (Foto 3):
Gibt es irgendwelche Hinweise auf Deine Vermutung, daß
es an der Box verborgene Stempel/Nummern geben könnte?
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MaJa
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MaJa

 ·  #13
Das ist eine tolle Schatulle von Mauboussin. Die Spielkartenbox hat Stilelemente des Art Deco, das muss aber nicht unbedingt heißen, dass sie auch aus den 1920er Jahren ist. Ich würde hier eher vermuten, dass die Schatuelle aus dem Zeitraum Mitte/Ende der 1970er bis Anfang der 1990er Jahren ist. In der Zeit waren (Wohn-)Accessoires im Stil des Art Deco hip. Bei Cartier lief das unter dem Label Must de Cartier
MauboussinFan
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MauboussinFan

 ·  #14
Ich habe seitlich an der Goldplatte tatsächlich einen verborgenen Stempel entdeckt, kann ihn aber leider nicht genau erkennen. Ich schicke hier mal die Fotos davon mit.
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Guestuser

 ·  #15
Die Herstellermarke ist deutlich sichtbar und trägt die Inschrift "Sté J.M." (Société J. Mauboussin), was die Herstellung in Ihren eigenen Werkstätten bestätigt.
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Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #16
MauboussinFan
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MauboussinFan

 ·  #17
Zitat geschrieben von pontikaki2310

Ich habe den Stempel von Deiner Schatulle x bearbeitet
um ihn besser erkennen zu können 1. Foto und dann mit
verrifizierten Mauboussin-Stempel verglichen. In jüngerer
Zeit hat sich die Punze wohl leicht geändert (Foto 3):
Gibt es irgendwelche Hinweise auf Deine Vermutung, daß
es an der Box verborgene Stempel/Nummern geben könnte?


Vielen lieben Dank für die aufschlussreiche Darlegung :)
MauboussinFan
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MauboussinFan

 ·  #18
Zitat geschrieben von MaJa

Das ist eine tolle Schatulle von Mauboussin. Die Spielkartenbox hat Stilelemente des Art Deco, das muss aber nicht unbedingt heißen, dass sie auch aus den 1920er Jahren ist. Ich würde hier eher vermuten, dass die Schatuelle aus dem Zeitraum Mitte/Ende der 1970er bis Anfang der 1990er Jahren ist. In der Zeit waren (Wohn-)Accessoires im Stil des Art Deco hip. Bei Cartier lief das unter dem Label Must de Cartier


Vielen Dank für den hilfreichen Informationsaustausch! Ihre Erklärung ist absolut einleuchtend: Da die alte Punze mit G.M. oder J.N. fehlt und stattdessen ‚Sté M‘ zu sehen ist, scheidet Art-Déco wohl aus. Das bestätigt die Vermutung mit den 1970er bis 1990er Jahren perfekt.
steinfroilein
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steinfroilein

 ·  #19
Dann wäre die "Période estimée 1990-2000" von catawiki wohl auch im Rahmen der Möglichkeit.

Sollte vom Archiv, das Du angeschrieben hast, noch eine Rückantwort kommen, wäre dies ein guter Abschluss für diesen Thread.
MauboussinFan
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MauboussinFan

 ·  #20
Da die Meisterpunze 'Sté M' vorliegt, steht fest, dass die Box direkt in den hauseigenen Werkstätten von Mauboussin gefertigt wurde. Das grenzt den Kreis erheblich ein!
Weis jemand von euch, ob Mauboussin in den 1980er/1990er Jahren für solche Chinalack- und Luxusarbeiten eine eigene, spezialisierte Kunsthandwerks-Abteilung im Haus unterhielt oder ob es aus dieser Ära dokumentierte Kataloge für hauseigene Prestige-Accessoires gibt?
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #21
steinfroilein
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steinfroilein

 ·  #22
Niemand bezweifelt die Echtheit.

Ich glaube allerdings kaum, dass es eine "eigene, spezialisierte Kunsthandwerks-Abteilung im Hause" gab oder gibt. Das sind oftmals Werbeaussagen und beziehen sich auf bestehende Kooperationen (Auftragsarbeiten außer Haus).

Historische und maßgefertigte Luxus-Schmuckboxen von Mauboussin wurden —wie bei vielen der traditionellen Pariser Juweliere vom Place Vendôme —oft von spezialisierten französischen Kunsthandwerkern oder renommierten Etui-Machern (Gainiers) "außer Haus" hergestellt. Mauboussin gibt sich allerdings hier sehr bedeckt im Gegensatz zu Cartier und anderen.

Die Entwürfe stammen zwar meist direkt vom Unternehmen selbst, die Fertigung und technische Umsetzung wird jedoch oftmals von spezialisierten (Luxus-)Manufakturen übernommen.

Diese stempeln ggf dann auch im Auftrag und bringen auch das Logo an. Der Vertrieb wiederum ist aber nur dem auftraggebendem Unternehmen vorbehalten.

So halten es sehr viele Unternehmen.


Beispiele
Fr. Stahl produzierte für Dunhill und auch für für Montblanc
Henkel & Grosse produzierte für Dior
Ferdinand Wagner produzierte für Montblanc
Montblanc produzierte für Cartier

Die Fertigung von Präsentationsboxen für Cartier bspw. erfolgt meist durch auf Luxusverpackungen spezialisierte Partner, wie etwa akkreditierte Hersteller in Italien oder weitere globale Spezialisten für Luxus-Brands. Mittlerweile erfolgt die Produktion der Präsentationsboxen teils auch in Thailand.

Für bestimmte formgebende Elemente und Kartonagen greift Cartier auf Firmen wie bspw. den französischen Kartonagespezialisten Ferriot Cric zurück.
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #23
MauboussinFan
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MauboussinFan

 ·  #24
Zitat geschrieben von steinfroilein

Niemand bezweifelt die Echtheit.

Ich glaube allerdings kaum, dass es eine "eigene, spezialisierte Kunsthandwerks-Abteilung im Hause" gab oder gibt. Das sind oftmals Werbeaussagen und beziehen sich auf bestehende Kooperationen (Auftragsarbeiten außer Haus).

Historische und maßgefertigte Luxus-Schmuckboxen von Mauboussin wurden —wie bei vielen der traditionellen Pariser Juweliere vom Place Vendôme —oft von spezialisierten französischen Kunsthandwerkern oder renommierten Etui-Machern (Gainiers) "außer Haus" hergestellt. Mauboussin gibt sich allerdings hier sehr bedeckt im Gegensatz zu Cartier und anderen.

Die Entwürfe stammen zwar meist direkt vom Unternehmen selbst, die Fertigung und technische Umsetzung wird jedoch oftmals von spezialisierten (Luxus-)Manufakturen übernommen.

Diese stempeln ggf dann auch im Auftrag und bringen auch das Logo an. Der Vertrieb wiederum ist aber nur dem auftraggebendem Unternehmen vorbehalten.

So halten es sehr viele Unternehmen.


Beispiele
Fr. Stahl produzierte für Dunhill und auch für für Montblanc
Henkel & Grosse produzierte für Dior
Ferdinand Wagner produzierte für Montblanc
Montblanc produzierte für Cartier

Die Fertigung von Präsentationsboxen für Cartier bspw. erfolgt meist durch auf Luxusverpackungen spezialisierte Partner, wie etwa akkreditierte Hersteller in Italien oder weitere globale Spezialisten für Luxus-Brands. Mittlerweile erfolgt die Produktion der Präsentationsboxen teils auch in Thailand.

Für bestimmte formgebende Elemente und Kartonagen greift Cartier auf Firmen wie bspw. den französischen Kartonagespezialisten Ferriot Cric zurück.


​Das mit den Gainiers und den ausgelagerten Manufakturen ist ein faszinierender Aspekt. Es macht absolut Sinn, dass Mauboussin (wie so viele Häuser der Place Vendôme) auf diese hochspezialisierten Kunsthandwerker zurückgegriffen hat, selbst wenn sie sich bei den Namen der Partner traditionell bedeckt halten. Deine Beispiele mit Dior/Henkel & Grosse oder Cartier zeigen das perfekt. Wieder was gelernt!
MauboussinFan
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MauboussinFan

 ·  #25
[quote="Heinrich Butschal"]
Mit Verkäufer meinte ich hier die Firma Mauboussin. Nur das Alter wurde bisher bezweifelt.


Danke für die Klarstellung bezüglich der Punzen und der Echtheit. Das beruhigt mich als Fan natürlich sehr.
​Da du das Alter ansprichst: Wenn wir die Echtheit voraussetzen, woran macht ihr denn fest, dass das Stück / die Box eventuell jünger (oder älter) ist, als gedacht? Gibt es bestimmte Details an der Verarbeitung, dem Scharnier, dem Innenfutter oder der Typografie des Logos, die euch stutzig machen oder einen Hinweis auf das genaue Jahrzehnt liefern?
​Ich lerne hier gerade unheimlich viel dazu und freue mich auf eure Einschätzung!
MaJa
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MaJa

 ·  #26
Die Schatulle bzw. deren Verarbeitung (z.B. das innenliegende Scharnier) deuten auf ein Stück aus den Jahren 1970-1990 hin. Diese großen Juweliere haben einerseits eigene Goldschmiedewerkstätten für den Schmuck bzw. hier in diesem Falle den Verschluss der Schatulle. Ansonsten arbeiten sie mit bestimmten ausgewählten Zulieferern zusammen (auch Schmuck wird teilweise nicht in den eigenen Werkstätten hergestellt, in Frankreich erkennt man das immer sehr gut an den Marken). D.h. die Schatulle selbst dürfte im Auftrag von Mauboussin hergestellt worden sein, das gleiche gilt für die Perlmuttkarte und die Teile aus Gold von Mauboussin. Dann hat sie ein Handwerker zusammengebaut (das war wahrscheinlich der Hersteller der Schatulle) und schließlich ging sie zu Mauboussin für den Verkauf.
MauboussinFan
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MauboussinFan

 ·  #27
Zitat geschrieben von MaJa

Die Schatulle bzw. deren Verarbeitung (z.B. das innenliegende Scharnier) deuten auf ein Stück aus den Jahren 1970-1990 hin. Diese großen Juweliere haben einerseits eigene Goldschmiedewerkstätten für den Schmuck bzw. hier in diesem Falle den Verschluss der Schatulle. Ansonsten arbeiten sie mit bestimmten ausgewählten Zulieferern zusammen (auch Schmuck wird teilweise nicht in den eigenen Werkstätten hergestellt, in Frankreich erkennt man das immer sehr gut an den Marken). D.h. die Schatulle selbst dürfte im Auftrag von Mauboussin hergestellt worden sein, das gleiche gilt für die Perlmuttkarte und die Teile aus Gold von Mauboussin. Dann hat sie ein Handwerker zusammengebaut (das war wahrscheinlich der Hersteller der Schatulle) und schließlich ging sie zu Mauboussin für den Verkauf.


Vielen Dank für diese präzise Einschätzung! Die zeitliche Eingrenzung auf die Jahre 1970–1990 hilft mir enorm weiter – das innenliegende Scharnier als Indikator zu nehmen, ist ein super Hinweis.

​Auch deine Aufschlüsselung, wie die Schatulle, die Perlmuttkarte und der Goldverschluss von verschiedenen Spezialisten gefertigt und dann zusammengeführt wurden, macht das Gesamtbild absolut logisch. Das deckt sich ja perfekt mit dem, was steinfroilein oben beschrieben hat.

​Um absolute Gewissheit zu bekommen, versuche ich gerade parallel, Informationen aus den Archiven zu bekommen. Ich habe Mauboussin dazu bereits direkt kontaktiert, warte allerdings nun schon seit dem 5. Mai geduldig auf eine Rückmeldung.

​Da die großen Häuser der Place Vendôme sich ja oft schwertun, offizielle Archivauszüge an Privatleute herauszugeben: Habt ihr hier im Forum eventuell Erfahrungswerte, wie man den Prozess bei Mauboussin beschleunigen kann? Läuft der fundierte Weg bei historischen Stücken dort immer noch über Experten wie Marguerite de Cerval, oder gibt es mittlerweile eine dedizierte Heritage-Abteilung in Paris, an die man sich direkt wenden kann?

​Ich würde mich über jeden Tipp von euch freuen, wie ich hier am besten weiterkomme!
steinfroilein
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steinfroilein

 ·  #28
Normalerweise kommen Rückantworten recht zügig.

Da seit dem 5.5. noch keine Rückantwort erfolgte, würde ich nochmals höflich per Mail nachfragen. Die Nachfrage sollte neutral gestellt werden, denn Mauboussin möchte auch Sammler nicht enttäuschen, die meinen, es handle sich um Art Déco, während es sich ggf um den Zeitraum 1970-2000 handelt.

Darf ich fragen, wie der Text Deiner Anfrage lautete? Speziell historisch Art Deco oder offenlassend Zeitraum der Herstellung?
MauboussinFan
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MauboussinFan

 ·  #29
Zitat geschrieben von steinfroilein

Normalerweise kommen Rückantworten recht zügig.

Da seit dem 5.5. noch keine Rückantwort erfolgte, würde ich nochmals höflich per Mail nachfragen. Die Nachfrage sollte neutral gestellt werden, denn Mauboussin möchte auch Sammler nicht enttäuschen, die meinen, es handle sich um Art Déco, während es sich ggf um den Zeitraum 1970-2000 handelt.

Darf ich fragen, wie der Text Deiner Anfrage lautete? Speziell historisch Art Deco oder offenlassend Zeitraum der Herstellung?


Danke für deine Einschätzung! Es beruhigt mich zu hören, dass Mauboussin da normalerweise recht zügig ist. Ich habe meine Anfrage tatsächlich ganz offen formuliert und den Zeitraum bewusst nicht auf Art Déco oder eine bestimmte Epoche festgelegt, um den Service nicht in eine Richtung zu drängen.

​Ich habe mich rein auf die harten Fakten und die Stempel konzentriert, die ich am Objekt finden konnte. Hier ist der Text, den ich (auf Französisch) an den Kundenservice geschickt habe:

​„[...] Je me permets de vous contacter car je possède une pièce d'exception de votre Maison : une boîte de jeux en laque rouge (style aventurine), ornée de nacre, de diamants et d'accents en or jaune 18 carats. L'objet porte la signature 'Mauboussin Paris' ainsi que le poinçon d'État français 'tête d'aigle' et un poinçon de maître. Dans le but d'en apprendre davantage sur l'histoire de cette pièce, je souhaiterais savoir s'il serait possible d'obtenir un extrait de vos registres ou des informations concernant sa période de fabrication et le nom de la collection. [...]“

​In einer zweiten Mail am selben Tag habe ich dann noch Detailfotos der Punzen nachgereicht, da ich den Meisterstempel recht gut entziffern konnte. Ich habe ihnen mitgeteilt, dass der Stempel die Aufschrift „Sté J.M.“ (Société J. Mauboussin) trägt, zusammen mit der französischen Tête d'aigle (Adlerkopf) für 18K Gold.

​Da ich heute (nach knapp drei Wochen) noch mal freundlich an den Erhalt der Mail erinnert habe, bin ich gespannt, ob da bald etwas kommt.

​Sagt euch Experten dieser spezifische Meisterstempel „Sté J.M.“ im Zusammenspiel mit MaJas zeitlicher Vermutung (1970–1990) eigentlich etwas? Wurde dieser Stempel in dieser Ära direkt für die hauseigenen Aufträge genutzt?
MaJa
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MaJa

 ·  #30
Solche Anfragen können Wochendauern, falls sie überhaupt beantwortet werden. Am geschicktesten ist es, wenn man den konkreten Ansprechpartner/in im Archiv herausfindet, dann dort direkt eine Mail hinschicken oder anrufen.
Es lohnt sich auch nicht beim nächsten Paris-Besuch vorbeizuschauen, die Leute im Laden sind Verkäufer und haben idR nicht das Wissen und keinen Anreiz/Lust sich um eine Person zu kümmern, die nichts kauft sondern nur was will.

Das ist die Punze von Mauboussin, die wechseln sehr selten. Die gilt dann auch für alle Edelmetallstücke, die in der betreffenden Werkstatt hergestellt werden. Ich weiß jetzt nicht, welche Marken die im Laufe der Zeit hatten, es wird aber eine (sehr) überschaubare Anzahl sein. Zu den meisten frz. Häusern gibt es spezielle Bücher, dort sind dann idR auch die Punzen drin.
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Neueste Informationen
Die Goettgen Schmuck-Community ist umgezogen zu Gutachter und Goldschmied Heinrich Butschal. Speichere den neuen Link. Deine Beiträge, Galerien und Dein Account bleiben natürlich gleich. Wir wünschen weiterhin viel Spaß im Butschal-Schmuckforum!

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