Rückstände auf Diamant nach Bearbeitung der Fassung (Platin)

 
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 ·  #1
Hallo liebe Spezialisten,

folgendes "Problem" beschäftigt mich:

gestern habe ich einen Anhänger beim Goldschmied abgeholt, den ich habe umarbeiten lassen. An einer Zargenfassung aus Platin wurde eine Öse aus Platin angebracht. Zuhause habe ich bei genauerem Betrachten festgestellt, daß sich "Rückstände" (in Ermangelung eines besseren Ausdrucks) auf dem Diamanten befinden. Sowohl auf der Tafel, als auch auf einigen der umgebenden Facetten sind plötzlich Stellen zu entdecken, die irgendwie uneben wirken. Ultraschallbad, Ethanol, Zahnbürste und Seife konnten nichts bewirken. Die Rückstände bleiben, lassen sich nicht mal abkratzen.

Heute war ich nochmal beim Goldschmied (übrigens gute und erfahrene Leute, denen ich hier auch nichts unterstelle!) und habe dort nochmal diesbezüglich nachgefragt. Es wurde ein Säurebad (20% Schwefelsäure) ausprobiert, Spiritus auch. Kein Erfolg, Ratlosigkeit auch beim Goldschmied. Mir wurde gesagt, daß der Diamant während der Bearbeitung der Fassung durch Wärmestopp-Paste geschützt wurde und daß auch keine hohen Temperaturen erreicht wurden, die ein Diamant normalerweise auch aushält.

Es handelt sich bei dem Stein auf jeden Fall um einen echten Diamanten, kein Moissanit oder sonstige Nachbildung. Im Report des graduierenden gemologischen Labors (AGS, USA) wurde "polish" auch als "ideal" beurteilt. Besser geht es nicht! Ich habe den Stein auch schon oft betrachtet, auch unter der Lupe und der war blank und glatt. Jetzt ist er es nicht mehr.

Habt Ihr eine Idee? Was könnte das sein? Ich würde mich seeeehr freuen, über jeden Hinweis!

Danke schonmal!!!
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #2
Ziselierhammer
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Ziselierhammer

 ·  #3
Bei sehr, sehr hohen Temperaturen (über 2000 Grad) kann auch ein Diamant milchig oder blind werden, auch wenn er eingepackt war. Und bei Platin braucht man halt etwas höhere Temperaturen.
Die Oberfläche des Steines schmilzt regelrecht an, das sieht dann aus wie ein weißlicher Belag, die Oberfläche wird rauh, manchmal fleckig, die Steine verlieren dadurch an Brillanz.
Ist denn die Lötstelle direkt an der Fassung? Wie groß ist der Stein?
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #4
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 ·  #5
Vielen Dank erstmal an Heinrich Butschal und Ziselierhammer für Eure Antworten!

Ich hab ja auch schon vermutet, daß das etwas in der Art sein könnte. Schade, denn ich weiß nicht, was ich jetzt tun soll...
Ich habe schon an Heinrich geschrieben, zwecks Gutachten.

Allerdings weiß ich nicht, was mir das überhaupt bringt, denn kann ich damit dem Goldschmied einen Fehler nachweisen? Habe ich denn überhaupt irgendwelche Ansprüche? Klingt ja auch irgendwie unverschämt, sich nach einer kleinen Änderungsarbeit über Veränderungen am Diamanten zu beschweren. Haben Goldschmiede für soetwas eine Versicherunng? Ich hätte es jetzt wahrscheinlich ruhen lassen, weil mir das ja auch selbst sehr unangenehm ist. Bin halt sehr enttäuscht, daß mein schöner Stein jetzt ramponiert ist.

@Ziselierhammer: Der Stein hat 0,515ct, Farbe J, Reinheit VVS1, Idealschliff und dementsprechend eine tolle Brillanz. Ein sehr schöner Brillant! Die Beschädigungen sind auf den ersten Blick nicht erkennbar. Wenigstens kein weißlicher Belag, aber rauhe Stellen auf einigen Facetten, auch auf der Tafel. 😢
Die Lötstelle ist direkt an der Fassung...
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #6
Zitat geschrieben von palimpalim
Vielen Dank erstmal an Heinrich Butschal und Ziselierhammer für Eure Antworten!

Ich hab ja auch schon vermutet, daß das etwas in der Art sein könnte. Schade, denn ich weiß nicht, was ich jetzt tun soll...
Ich habe schon an Heinrich geschrieben, zwecks Gutachten.

Allerdings weiß ich nicht, was mir das überhaupt bringt, denn kann ich damit dem Goldschmied einen Fehler nachweisen?

Das hängt von der Art der Beschädigung ab.
Zitat geschrieben von palimpalim
Habe ich denn überhaupt irgendwelche Ansprüche?

Klar, wenn etwas kaputt geht, weil es nicht fachgerecht repariert wurde. Nur wenn die Ursache in einem vorher verdeckten Fehler des Steines lag dann nicht, dann kann der Goldschmied auch nichts dafür.
Zitat geschrieben von palimpalim
Klingt ja auch irgendwie unverschämt, sich nach einer kleinen Änderungsarbeit über Veränderungen am Diamanten zu beschweren. Haben Goldschmiede für soetwas eine Versicherunng?

Nein, eine Versicherung dafür gibt es nicht.
Zitat geschrieben von palimpalim
Ich hätte es jetzt wahrscheinlich ruhen lassen, weil mir das ja auch selbst sehr unangenehm ist. Bin halt sehr enttäuscht, daß mein schöner Stein jetzt ramponiert ist.

@Ziselierhammer: Der Stein hat 0,515ct, Farbe J, Reinheit VVS1, Idealschliff und dementsprechend eine tolle Brillanz. Ein sehr schöner Brillant! Die Beschädigungen sind auf den ersten Blick nicht erkennbar. Wenigstens kein weißlicher Belag, aber rauhe Stellen auf einigen Facetten, auch auf der Tafel. 😢
Die Lötstelle ist direkt an der Fassung...

Halt ein zweischneidiges Schwert, weil man nicht weis was bei der Untersuchung herauskommt.
Ziselierhammer
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Ziselierhammer

 ·  #7
Es ist immer schwierig, so etwas nachzuweisen, weil man - wie Heinrich schon sagte- nicht weiß, in welchem Zustand der Stein vor der Reparatur war. Da beweist ein Zertifikat auch nicht viel, der Brillant könnte ja auch schon in einer vorherigen Reparatur beschädigt worden sein, oder ausgetauscht.....
Trotzdem muß ein Goldschmied die Risiken kennen und den Stein ggf. vor dem Löten ausfassen. Das verteuert zwar die Arbeit, aber ist manchmal die einzige Lösung.
Wenn die Facetten nur leicht angeschmolzen sind, kann man den Stein evtl. beim Diamantschleifer nachschleifen/polieren lassen. Da ist aber vorher abzuklären, wieviel Gewicht er einbüßt. Kann sich bei einem Halbkaräter schon lohnen. Das hängt natürlich von der Art der Beeinträchtigung ab und das kann man erst beurteilen, wenn man den Stein in der Hand hat.
Bleibe auf jeden Fall am Ball, gehe nochmal zu deinem Goldschmied und suche das Gespräch. Mach klar, daß Du nicht locker lässt. Hole Dir eine zweite Fachmeinung ein, bzw. schick den Anhänger vielleicht einmal zu Heinrich, daß er sich ihn anschaut.
Eine zweite unabhängige Meinung gibt Dir Sicherheit, und , vielleicht ist es ja auch mit wenig Aufwand zu beheben.
Es geht ja vor Allem darum, den Anhänger wieder gerne und mit einem guten Gefühl zu tragen.
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 ·  #8
Hallo Heinrich und Ziselierhammer!

Ich war ja bereits bei der Goldschmiedin und und habe das Gespräch gesucht. Die hat halt einen Blick drauf geworfen, meinte aber, da sei nichts.

Ich bin aber sicher, daß sich was verändert hat. Der Stein hat jetzt nicht mehr diese scharfe klare Brillanz von vorher, er wirkt irgend wie stumpfer, matter. Und ich sehe die rauhen Stellen mit bloßem Auge. Bin halt leicht kurzsichtig und kann in der Nähe extrem gut sehen - selbst feinste Details. Der Stein scheint unter Zuhilfenahme der Lupe auch an einigen Stellen irgendwie eingetrübt. Vielleicht bilde ich mir das nur ein, aber das glaube ich eigentlich nicht. Irgendetwas ist mit dem Diamanten passiert.
Ich finde es halt sehr schade, daß die Goldschmiedin mich nicht ernst genommen hat. Bin halt nicht so der nörgelnde Kunde, der sich über alles beschwert.

Ich habe mich entschlossen, den Stein morgen an Heinrich zu schicken. Als Fachmann kann er hoffentlich Licht ins Dunkel bringen.

Danke Euch, daß Ihr mir erstmal Möglichkeiten aufgezeigt habt. Ich werde am Ball bleiben und über den weiteren Verlauf hier im Forum berichten.
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #9
Der Anhänger ist heute angekommen. Ich habe ihn mir angesehen und zuerst nichts ungewöhnliches entdeckt. Dann habe ich den Diamanten gereinigt und in der Vergrößerung merkwürdige Anhaftungen an Oberteilfacetten gesehen, die auch mit einer Eisennadel nicht zu entfernen waren.
Erst bei spiegelnder Tafel habe ich die Anhaftungen gesehen, es scheint sich um Flussmittelrückstände zu handeln. Oder wie würdet Ihr das sehen?
Anhänge an diesem Beitrag
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Titel: DSC00016.JPG
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Tafelfacette.jpg
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 ·  #10
Hallo Heinrich,

tolle Fotos! Schön, daß der Anhänger angekommen ist. Endlich weiß ich, daß ich mir nichts eingebildet habe! Wie kann es dazu kommen, daß Flußmittel am Diamanten haftet? Kann man das wieder rückstandslos entfernen? Mich haben die Rückstände genervt, obwohl man sie ja kaum sieht.

Vielen Dank nochmal für die Vorabinfo und die Fotos, die das sehr gut darstellen!

Bin gespannt auf weitere Meinungen!
Ziselierhammer
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Ziselierhammer

 ·  #11
Schön, wie du das photographiert hast!
Sieht auf dem 2. Bild tatsächlich nach Rückständen aus. Diese angeschmolzenen Facetten sind nie so regelmäßig und so kreisförmig. Bei dem 3. Bild scheint mir die andere Möglichkeit wieder wahrscheinlicher. Normalerweise hätten die Rückstände ja in der Schwefelsäurebeize abgehen müssen.
Vielleicht wurde ja auch mit Hydrozon gelötet, dieses Flux ist etwas hartnäckiger und löst sich in Schwefelsäure nur sehr langsam.
Ich würde es jetzt doch nochmal mit Säure probieren.
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #12
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #13
Ziselierhammer
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Ziselierhammer

 ·  #14
Was passiert denn, wenn man mal mit Schmirgelpapier über die Tafel geht? Verändert sich das Bild? Falls es Flußmittelrückstände sind, müsste sich beim Schmirgeln was verändern, zumindest müsste man auf den erhabenen Stellen Kratzer sehen. So hart ist ja kein Flußmittel.
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #15
Da ich kein Schmirgelpapier so glatt bekomme das nicht der größte Druck auf den Tafelfacettenkanten kommt und diese bei dem üblichen Borcarbid schon die Facettenkanten beschädigen könnten auch wenn es weicher als Diamant ist, möchte ich so rabiate Methoden ungern probieren.
Abgesehen davon würde ich an die anderen Facetten auch nicht ran kommen. Und wenn man den Stein ausfasst, dann kann man Ihn auch gleich zum Diamantschleifer schicken.
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #16
Nach einer Nacht in etwas konzentrierterer Flußsäure sind die lockerern Anhaftungen weg. Nur die angeschmolzenen Tröpfchen sehen jetzt so aus:
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Tafel4.jpg
Titel: Tafel4.jpg
Information: Ich werde den Stein mal ein Wochende drin der Säure lassen. Ich habe das Gefühl das die Anhaftungen flacher geworden sind.
Ziselierhammer
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Ziselierhammer

 ·  #17
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #18
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #19
Hat hier jemand den Eindruck das sich etwas verändert hat? Für mich sehen die Schmelzflecken fast genau so aus wie am Anfang. Jetzt fände ich es an der Zeit das man beim Goldschmied mal nachfragt welches Flussmittel er verwendet hat und wie es zusammengesetzt ist.
Vielleicht kommen wir dann mal weiter.
Anhänge an diesem Beitrag
Tafel7.jpg
Titel: Tafel7.jpg
Schula
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Schula

 ·  #20
Nö, da hat sich (außer der Farbe) nichts verändert.
Was mich wundert, ist, dass es so "tröpfchenartige" Ablagerungen sind.

Ach ja: ist das denn erhaben oder vertieft?

Mir ist allerdings kein Flussmittel bekannt, was Diamanten angreift.

Noch eine Idee: Könnte es sein, dass mit einem Hydrozongerät gelötet wurde und dass da evtl. eine falsche/schlechte Verdampferflüssigkeit verwendet wurde?

Gruß,
Kai Schula
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 ·  #21
Hallo Heinrich,

erstmal vielen Dank für die Ideen und den Einsatz, um die Rückstände zu entfernen! Das ist ja sehr seltsam, daß die Rückstände so säureresistent sind. Ich werde mal beim Goldschmied nachfragen, welches Flußmittel und welche Technik eingesetzt wurde. Ich melde mich dann wieder und gebe alles durch!

Ich hoffe, daß ich morgen abend schon mehr Informationen liefern kann. Bin morgen den ganzen Tag beruflich unterwegs und hoffe, daß ich dazu komme, mal in Ruhe beim Goldschmied anzurufen und nachzufragen.

Nochmals Danke an alle engagierten Inspektor Columbos, die an diesem Fall mitkniffeln!
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #22
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 ·  #23
Hallo Heinrich,

ich habe heute mit der Goldschmiedin telefoniert, folgende Infos habe ich jetzt anzubieten:

Als Flussmittel wurde Fluoron eingesetzt und mit einem Mundlötgerät gelötet. Abgebeizt wurde mit Vitrex.

Ich hoffe, das ist hilfreich!

Viele Grüße
palimpalim
Schula
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Schula

 ·  #24
Platin mit dem Mundlötrohr löten?
Kann ich mir nicht ganz vorstellen, dass man da genug Hitze zusammenbekommt.
Und was ist mit Kohlenstoffverunreinigungen?

Und es könnte auch sein, dass das Fluoron nicht richtig angesetzt wurde, also z.B. mit Leitungswasser, statt mit destilliertem Wasser und/oder im falschen Mischungsverhältnis.
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #25
Boah, das haut mich um. Mit einem Mundlötgerät Platin löten - den Goldschmied will ich sehen der das schafft. Nach meiner Meinung bekommt man die für Platinlote notwendigen Temperaturen niemals auch nur annähernd mit einem Mundlötgerät hin.

Was meinen denn Kollegen, die mit Mundlötgeräten viel gearbeitet haben?

Ich halte die Auskunft für falsch. Entweder aus Unwissenheit oder aus Angst vor Regressen.

Es seht langsam danach aus, das Du einen gleichwertigen Diamanten im Tausch einfordern solltest.

Die Fasserarbeit würde ich aber dann woanders machen lassen.
Schula
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Schula

 ·  #26
@ Herrn Butschal:

:-D da hatten wir ja die gleichen Zweifel, nur haben sich unsere Antworten überschnitten...
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #27
tatze-1
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tatze-1

 ·  #28
Also ich arbeite nur mit Mundlötrohr (hab auch schon mit Druckluft und Hydrozon gearbeitet, aber das gilt hier ja grad ned und mach ich auch nimmer ;-) ). Damit habe ich gelegentlich schon Schwierigkeiten, kleinere Mengen Silber oder Gold zu schmelzen.

Platinlote habe ich noch NIE zum Schmelzen gebracht über Mundlötung. Außerdem würde ich auch kein Fluoron für Platin verwenden. Wenn überhaupt, dann kein Flußmittel (so habe ich das zumindest bei meiner Platinfortbildung bei Wilfried Schäfer gelernt). Und mit Hydrozon kein Methyl als Flammenfärbung verwenden, weil das das Platin schädigt.

Platinlote sieht man übrigens sehr gut, da die ne andere Farbe haben als das Platin. Habe mal gelernt, daß die Platinlote eigentlich aus Palladium bestehen sollen, weil niedrigerer Schmelzpunkt :keinplan:
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 ·  #29
Hallo Heinrich,

das sind ja schlechte Nachrichten :( .

Gibt es denn nicht die Möglichkeit, die Rückstände (sollten sie erhaben sein) wegzupolieren? Würde das denn gehen, wenn wirklich nur noch auf der Tafel welche sind? Oder würde sich die Geometrie des Brillanten durch das Abtragen ändern und er müsste auch an anderen Facetten bearbeitet werden?

Welches weitere Vorgehen würdest Du denn vorschlagen? Ausfassen und begutachten? Wegpolieren (ggfs. in gefasstem Zustand)?

Vielen Dank schonmal!

palimpalim
Edelstein
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Edelstein

 ·  #30
Nachpolieren würde zwar prinzipiell gehen, ist aber sehr riskant. Das ist eine Arbeit, die vom Aufwand her bei einem facettierten Diamanten fast schon über dem Neuschleifen eines Steins angesiedelt ist. Man muss dazu den Stein ausfassen, exakt auf dem Doppstft ausrichten und dann hoffen, dass alle Winkel stimmen. Wenn nur eine Facette daneben liegt, ist nur ein Umschliff möglich - das bringt jedoch einen ziemlichen Verlust an Material.

Zum Thema selbst: Ich habe den Eindruck, dass hier der Stein "verbrannt" wurde, es befinden sich wohl Einlagerungen des Flussmittels in der Oberfläche des Steins. Hilfreich wäre es, wenn uns Heinrich einen Maßstab zu seinen tollen Fotos machen könnte.

Mundlötrohr? Glaube ich auch nicht, damit löte ich Silber, bei Gold nehme ich schon Sauerstoff und einen entsprechenden Brenner zur Hilfe.
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