Bewertung , Familienstück Brosche 56 BA

 
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 ·  #1
Möchte gerne eine Brosche verkaufen. Sie ist etwa 100-110 Jahre alt und gestempelt 56 BA, wiegt 41 gramm, länge ca 9 cm. Sie hat ca 93 Diamanten.
Wiewiel sein verkaufswert ist und wer ist author BA?
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Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #2
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 ·  #3
Hallo Heinrich!
Meinst Du nicht, dass die "56" für Solotnik steht? Das entspräche einem Feingehalt von 583,33.
Die zeitliche Einordnung des OP würde dann ebenfalls passen, da bis ca. 1925 in Russland Solotnik gestempelt wurden...

Ein sehr schönes Stück!
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #4
Die Diamanten haben eine recht große Tafel und gehören schon zu einem modernen Schliff. Mit 1925 finde ich das recht früh. Aus der Zeit habe ich, zumindest in Europa, nur Diamanten mit etwas höherem Oberteil und etwas kleinerer Tafel gesehen.
Eine Art Übergang vom Altschliff zu "modernen Schliff" nach 1945.

Aber Russland könnte die Ausgestaltung auch gut erklären. Vielleicht wurde da ja schon früher so geschliffen. Weist Du da mehr?
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 ·  #5
Ja, die Steine wirken recht modern. Dennoch würde ich es nicht zur Gänze ausschließen, wenn ich bedenke, dass zu der Zeit sehr gute geschäftliche Beziehungen zwischen West und Ost bestanden.
Darüber hinaus war dies ja gerade die experimentelle Zeit nach Einführung der Diamantsäge. Wie Du ja weißt, haben bereits 1938 Eppler und Klüppelberg ihre Messungen vorgenommen und den Feinschliff der Praxis als Begriff etabliert (mit all seinen heute gültigen Proportionen).
Hanau würde ich ausschließen...
Schön wäre ein hochauflösendes Bild der Steine.
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 ·  #6
Jemand hat mir gesagt, dass Author Victor Aarne aus Russland ist. Das ist ja nicht möglich, wenn Diamanden keine Altschliffdiamanten sind, oder? Vermutlich dann nachgemacht?
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #7
Osteuropa könnte schon passen auch Prag mit stilistischem Einfluss z.B. von Wien. Der souveräne Umgang mit Messerdraht passt in diese Richtung, der Granat ist auch ein, wenn auch schwacher Hinweis.

Hanau habe ich nur eingeworfen weil dort ohne Stempelung schon seit dem 19 Jahrhundert für viele ausländische Juweliere in verschiedenen Stilrichtungen gearbeitet wurde und die Juweliere dann Ihren Stempel nachträglich anbrachten.

Ich habe schon derart viele falsch gestempelte Fälschungen gesehen, das ich versuche mit auf Stempel nicht mehr zu verlassen.
56 ist ein typischer russischer Stempel.
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 ·  #8
Laut wikpedia hat Victor Aarne bis 1904 in Russia gearbeitet und sein Signatur war BA. Die Spinne ist emailliert. 56 stimmt auch.. So kann er Author sein. Aber Diamanten sind zu modern.
Wieso ist möglich Echtheit bestätigen oder auschliessen? Durch chemische Analyse?
Falls die Spinne echt oder unecht ist , wie viel wert hat sie?
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #9
Spannender finde ich zuerst die Frage nach der zeitlichen und Hersteller-Zurordnung.
Ein Problem der Punzierung ist, das man einmal Punzen auch neu herstellen kann, dann bräuchte man mikroskopische Vergleichsmöglichkeiten mit den Originalpunzen und zudem die Originalpunzen mit dem Goldschmied nicht beerdigt werden sondern im Gebrauch bleiben können.

Ein "später" lässt sich durch Punzen nicht ausschließen, ein "früher" meist schon ( falls nicht nachgestempelt wurde). :-(

Erst danach kann man sich Gedanken über den Wert machen, wobei hier auch zu unterscheiden ist zwischen Wiederbeschaffungswert und möglichem Verkaufserkös für den Privatmann.
annaro
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annaro

 ·  #10
Hallo,

weil auch mir die Spinne gut gefallen hat, habe ich einmal herumgeschaut. Der von dem Threadersteller mehrmals genannte Victor Arne hat laut dieser Webseite

http://www.tsarsarsenal.com/imp_objects.htm

dann auf Russian c. 1900’s Faberge Gold and Diamond mounted Brooch klicken - mit einem A mit Serife gestempelt. Das A vom BA auf Deiner Punze ist serifenlos. Auch auf anderen Webseiten (dort war aber die Herstellerpunze nicht so gut leserlich) ist mir die Vielzahl der Punzen auf den Victor Arne zugeschriebenen Stücken aufgefallen. (Fabergépunze, Beschaupunze, Seriennummern etc.) Das sind natürlich nur Anhaltspunkte, da ich mich für die Webseiten nicht verbürgen kann und auch nur interessierter Laie bin. Ich würde mich trotzdem nicht auf Victor Arne festlegen.

Grüße
annaro
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 ·  #11
Hallo, Falls du diese super schöne Brosche hast es ist von Faberge und nach Schätzungen ist mehr als 15 000€ wert !"!!!!
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #12
Hallo Gast,

wertvoll ist die Brosche schon, unbestritten. Allerdings steht Deine Behauptung mit der Zuordnung zu Faberge einsam und keineswegs unbestritten im Raum.

Nachdem annaro schon bemerkt hat das die Stempel nicht übereinstimmen wird Dir beim Vergleich mit der von annaro genannte Brosche nicht nur auffallend das die Schlifformen der Diamanten völlig anders sind.
Hier der direkte Link: http://www.tsarsarsenal.com/im…_br_05.jpg

Mir fällt zusätzlich auf das die Ausarbeitung im Detail mit dem Stichel feiner ist und die Fabergearbeiten einfach knackiger wirken.
Tilo
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Tilo

 ·  #13
die website mag sich nicht von fremden seiten deeplinken lassen
auch händisches rüberkopieren des links bringt nichts, schade
ohne die _05 kommt ein Bild einer Schlange um einen Anker
kaa
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kaa

 ·  #14
Haben die Russen nicht immer aufwendiger gespempelt??
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #15
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #16
stefanS
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stefanS

 ·  #17
hallo,
die sache ist nun fast 3 jahre alt, wenn der " kunde " sich bis jetzt nicht gemeldet hat oder informiert, ist das doch alles sinnlos.
ich habe in fast 30 jahren antik und schmuckhandel schon so viele " echte " faberge stücke gesehen und kaufen können und habe immer dankend abgelent, auch wenn ich vielleicht ein wirklich echtes stück darunter war. ich kaufe oft nach dem bauchgefühl ( von dem ich genügend habe ) und dies spinne ist sehr schön, aber ich hätte sie nicht für ein stück von farberge eingekauft / verkauft.
gruß
stefan
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #18
Ulrich Wehpke
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Ulrich Wehpke

 ·  #19
Was Heinrich aufgefallen ist, halte ich auch für wesentlich: Die Steine haben für das vermutete Alter, eine zu große Tafel. In den frühen 50-er Jahren kam ein neuer Schliff auf den Markt. Bei uns in Idar-Oberstein nannte man das damals den „Antwerpener Schliff“. Gemeint war der Parker-Schliff, von 1951. Verwendet wurden diese Steine bis in die 70-er Jahre, später ging man davon wieder ab. Auch die Art des Verschnitts passt genau in diese Zeit, denn die Fassungen älteren Jahrgangs, waren etwas anders verarbeitet (z.B. kein Vorverschnitt bei Fadenfassungen, sondern aufgestellte Körner usw)

Russland als Herkunftsland, scheidet für mich eher aus. Nicht dass es nach der Oktoberrevolution keinen Schmuck mehr in Russland gegeben hätte, aber er ist schon sehr selten geworden. Der Luxus hielt sich in Grenzen. Der Stempel deutet zwar auf Russland hin, aber es hat außerhalb Russlands recht viele Russen gegeben und auch Goldschmiede mit russischen Wurzeln. Besonders viele Russen gab es in Frankreich.

Auch die hohe Wahrscheinlichkeit dass es sich um Steine aus den 50-er oder 60-er Jahren, handelt, spricht nicht gerade für Russland als Herkunftsland, denn der Eiserne Vorhang war auch für Brillanten ziemlich dicht. Es könnte sich aber durchaus um einen russischen Goldschmied in Antwerpen, Paris, London oder sonst wo gehandelt haben, der für seine russische Kundschaft schönen Schmuck nach russischem Geschmack angefertigt hat und ihn mit russischen Feingehaltsstempeln versah.
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 ·  #20
Zitat geschrieben von Anonymous
Hallo, Falls du diese super schöne Brosche hast es ist von Faberge und nach Schätzungen ist mehr als 15 000€ wert !"!!!!


Hallo Gast,

Gaeste duerfen bei uns unqualifizierte Bemerkungen los lassen.
Aber Behauptungen der Herkunft ohne Nachweis, sind relativ nutzlos.

Karlo
Chrisi123456789
 
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Chrisi123456789

 ·  #21
Wenn die echt ist und du die gerne verkaufen möchtest,kann ich sie dir gerne verkaufen,mit Expertise und Verkauf erst nach deiner Zustimmung,wenn die Interesse besteht schreib hier,dann schreiben wir danach privat.

MfG.
tatze-1
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tatze-1

 ·  #22
Ich denk mal, nach 10 Jahren dürfte sich das Thema gegessen haben.
Silberfrau
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Silberfrau

 ·  #23
Diesen Thread kannte ich noch gar nicht. Tolles Stück, egal wie alt.
MaJa
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MaJa

 ·  #24
Die Fotos waren/sind geklaut, die Brosche war 2005 in einem Provinzauktionshaus in St Petersburg Florida einer Auktion, Zuschlag bei USD 4500 (wohl ohne Aufgeld):

http://www.burchardgalleries.c…es/l77.htm

Und es ist ein Fauxbergé, Victor Arne hat seinen Laden 1904 in St Petersburg geschlossen und ist dann nach Wyborg gezogen und hat dann auch nicht mehr für Fabergé gearbeitet. Wäre die Brosche aus der Zeit vor 1904 sähen die Punzen anders aus.
tatze-1
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tatze-1

 ·  #25
Kann man drehen und wenden wie man will, aber ne tolle Goldschmiedearbeit ist diese Spinne trotzdem.
MaJa
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MaJa

 ·  #26
MaJa
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MaJa

 ·  #27
Zitat geschrieben von tatze-1

Kann man drehen und wenden wie man will, aber ne tolle Goldschmiedearbeit ist diese Spinne trotzdem.

Ja, das stimmt, wenn auch ein Kleinserienprodukt wie es aussieht…
tatze-1
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tatze-1

 ·  #28
Zitat geschrieben von MaJa

Zitat geschrieben von tatze-1

Kann man drehen und wenden wie man will, aber ne tolle Goldschmiedearbeit ist diese Spinne trotzdem.

Ja, das stimmt, wenn auch ein Kleinserienprodukt wie es aussieht…

macht ja nix. Gleich, aber trotzdem unterschiedlich im Detail. Grundsätzlich könnte man sagen, jedes Schmuckset ist eine Kleinserie, weil das zentrale Teil mehrfach hergestellt werden muß.
pontikaki2310
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pontikaki2310

 ·  #29
Zitat geschrieben von tatze-1

Kann man drehen und wenden wie man will, aber ne tolle Goldschmiedearbeit ist diese Spinne trotzdem.


Ja, und wenn man sie dreht und wendet, dann sieht man
auf der Rückseite der "Kneifer", daß sie früher auch noch
richtig schön "á-jour gesägt" haben.
Merci - MaJa.
Silberfrau
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Silberfrau

 ·  #30
War doch ein "Schnapper" für den Käufer.
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