Was haben wir gelacht

 
tatze-1
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tatze-1

 ·  #1
.Ich bin ja normal nicht jemand, der überall Kinotipps publiziert, aber hier will ich mal ne Ausnahme machen, weil, wie ich finde, das Thema wichtig ist und bedauerlicherweise tagtäglich wieder aktueller wird. Ihr merkt, jaaaa, ich war nach mehr als 10 Jahren mal wieder im Kino, habe die challenge angenommen, denn seitdem ich 4 Jahre Frühschicht (6 Uhr mitten in der Nacht Schichtbeginn) in der Industrie gearbeitet habe, fällt es mir schwer, in abgedunkelten bzw. dunklen Räumen wach zu bleiben. Was mich ins Kino getrieben hat, war dieser Bericht bei tagesschau.de vor 1 1/2 Wochen:

https://www.tagesschau.de/kult…e-100.html

Das hat mich angesprochen. Da die 2 Kinos hier, die diesen Film zeigen, so doofe Aufführungszeiten haben, habe ich heute Nachmittag die Gelegenheit genutzt und hab mich bei diesem schönen Wetter ins Kino gehockt. Und bin nicht eingeschlafen, denn der Tagesschauartikel hatte mich nicht annähernd auf das vorbereitet, was mich effektiv im Film erwartet hat. Ich bin erschüttert, wütend und dankbar diesen Frauen (Hella von Sinnen, Maren Kroymann, Esther Schweins, Bettina Böttinger und Gaby Köster), die sich diesem Rückblick reflektierend gestellt haben. Gestellt den damals "normalen" Bodenlosigkeiten, Sexismus und Erniedrigungen durch die Männerwelt, mit denen wir aufgewachsen sind, denen sie ausgesetzt waren, mit denen sie umgehen mußten, auch um irgendwie einen Fuß in die Medienwelt zu bekommen. Und die Erkenntnis, daß wir heute wieder in einem Rückschritt/backlash sind, was Respekt vor Frauen, LGBTQ etc. heißt. Ich könnte weinen. Nein, ich tu's :'( ! Ganz großes Kino, das ich nur wärmstens empfehlen kann - auch den Männern.

https://www.youtube.com/watch?v=k0mWQGZ7y3A
Silberfrau
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Silberfrau

 ·  #2
Wenn ich mir so manche Sachen in den "sozialen" Medien anschau, sind wir da allerdings immer noch nicht weit von weg.
tatze-1
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tatze-1

 ·  #3
Da brauchste dich nur auf der Straße umschauen. Leider.
Silberfrau
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Silberfrau

 ·  #4
Theorie und Praxis.
Frank Skielka
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Frank Skielka

 ·  #5
pontikaki2310
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pontikaki2310

 ·  #6
Ja - obwohl/weil ich in den 90ern auch schon eine
erwachsene Frau war - seh ich das wie Frank.
Alles aus den zeitlichen Zusammenhängen zu reißen
und 35 Jahre später als nicht mehr korrekt anzuprangern.....
Ja, kann man machen - sinnvoller wär's aber sich heute
nicht mehr so zu verhalten - aber das passiert ja bereits.
In dem Zusammenhang: vor ein paar Tagen suchte ich
nach dem Ursprung des Kinderliedes "3 Chinesen mit
dem Kontrabass saßen auf der......" Da mußte ich erfahren,
daß Kinder das heute nich mehr singen dürfen/sollen, weil das
rassistisch sei und Bürger einer Nation diskriminiert würden,
weil sie auf Strassen rumsitzen. Ohhhh, echt geht's noch?
Silberfrau
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Silberfrau

 ·  #7
A ram sam sam...
Frank Skielka
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Frank Skielka

 ·  #8
Zitat geschrieben von pontikaki2310

Ja - obwohl/weil ich in den 90ern auch schon eine
erwachsene Frau war - seh ich das wie Frank.
Alles aus den zeitlichen Zusammenhängen zu reißen
und 35 Jahre später als nicht mehr korrekt anzuprangern.....
Ja, kann man machen - sinnvoller wär's aber sich heute
nicht mehr so zu verhalten - aber das passiert ja bereits.
In dem Zusammenhang: vor ein paar Tagen suchte ich
nach dem Ursprung des Kinderliedes "3 Chinesen mit
dem Kontrabass saßen auf der......" Da mußte ich erfahren,
daß Kinder das heute nich mehr singen dürfen/sollen, weil das
rassistisch sei und Bürger einer Nation diskriminiert würden,
weil sie auf Strassen rumsitzen. Ohhhh, echt geht's noch?


Sehe ich genauso. Aus der Vergangenheit lernen – ja. Aber sie permanent mit den Maßstäben von heute zu bewerten und sich darüber zu empören, bringt uns kaum weiter. Entscheidend ist, wie wir uns heute verhalten.
Silberfrau
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Silberfrau

 ·  #9
Und außerdem kann bekanntlich auch der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn ewig gestrig religiös verblendete... da gefriert dann auch jedem das Lachen.
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #10
Ich hätte dazu ein paar Überlegungen, die vielleicht nicht ganz zusammenpassen.

In großen Firmenstrukturen ohne machtvoller Firmenspitze bilden sich gerne Seilschaften aus, die dann nicht nur zum Machtmissbrauch gegenüber Frauen, sondern auch Männern provozieren. Die Film und Fernsehbranche ist auch so eine.

Ab der Mitte des letzten Jahrhunderts, vielleicht auch als Folge der zwei Weltkriege nach denen die Trümmerfrauen mit dem Wiederaufbau begonnen haben, sind die öffentlichen Rechte der Frauen in Mitteleuropa stärker gewachsen als in allen Jahrhunderten zuvor.
Das ist im weltgeschichtlichen Maßstab ein Riesenschritt in einer winzigen Zeitspanne.

In vielen Ländern dieser Erde sind mit dem Aufflammen restriktiver Religionen mindestens für genau soviele Frauen die Freiheitsrechte wieder beschitten worden.

Wir haben erlebt und leben in einer Blase der Freiheiten und des Wohlstandes, der historisch gesehen, vielleicht nicht einmalig ist, wenn man vergangene kulturelle Blütezeiten heranzieht, aber doch auf einer fragilen Spitze eines schmelzenden Eisbergs.

Ich bleibe zwar optimistisch für meine Kinder und Enkel, aber wenn wir etwas zu verteidigen haben in dieser besonderen Situation, dann sollte es der respektvolle humane Umgang mit uns und insbesondere mit den schwächeren sein.

Gleichzeitig wäre es sinnvoll, wenn wir uns wirtschaftlich und strategisch so aufstellen, dass wir nicht zu den schwächeren gehören, deren Verteidigung dann von anderen, vielleicht nicht so gerne übernommen wird.
Silberfrau
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Silberfrau

 ·  #11
Die fragile Spitze des schmelzenden Eisbergs ist in mehrerlei Hinsicht eine treffende Metapher, jetzt nicht nur im Hinblick auf Frauenrechte.
Ich sehe da hauptsächlich eine restriktive Religion wieder aufflammen. Obwohl ich allen "-Ismen" kritisch gegenüber stehe, und Religion nicht selten die Wurzel vielen Übels ist. Die hier vorherschende eingeschlossen. Das Bodenpersonal mal wieder.
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