Sind Edelsteine, Schmucksteine wirklich edel?

 
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 ·  #1
oder sind Sie glasgefüllt, gewachst, erhitzt, reinheitsverbessert, geätzt, bestrahlt, gebeizt, etc, oder gar künstlich?

Welcher private Kunde weiß das schon, wenn der Verkäufer nicht ausdrücklich darauf hinweist?
Kornelia Sch
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Kornelia Sch

 ·  #2
Zitat geschrieben von Michael Ronet
oder sind Sie glasgefüllt, gewachst, erhitzt, reinheitsverbessert, geätzt, bestrahlt, gebeizt, etc, oder gar künstlich?


Sprichst Du jetzt schon mit Steinen? :mrgreen:
steinfroilein
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steinfroilein

 ·  #3
Frau Jeanette Fiedler vom Bundesverband sagt dazu immer: Deklarationspflicht von der Wiege bis zur Bahre. Leider wird die Kette recht früh bereits unterbrochen und daher kann ich nur anraten, dort zu kaufen, wo auch tacheless geredet und ordentlich ausgezeichnet wird.

Allerdings hat der Privatier die Möglichkeit beim Käufer nachzufragen und kann sich sogar die Behandlung (sofern nur "beh." angegeben) erklären lassen.

Das ist theoretisch.

Praktisch ist wieder eine andere Sache...

Wieviele behandelte Steine im Umlauf sind, von denen die Meisten meinen, sie wären echt (farblich genau so in der Natur vorkommend) - hast Du ja bestimmt beim regelmäßigem Lesen hier im Forum schon mitbekommen.

Nimm nur mal die echten Rubine. Da sind nur ca. 1 % naturfarbene im Umlauf. Alle anderen sind hitzebehandelt (wg. Farbverbesserung). Und lt. Cibjo müssen diese nicht als solche deklariert werden.

Nachzulesen sind solche Dinge auch wie beigefügtes Zitat aus der Website eines Forenmitglieds:
Zitat
Thermische Behandlung
Geschätzte 99% aller Rubine und Saphire werden thermisch farbverbessert. Die Kunst, Edelsteine zu "brennen" ist fast so alt, wie der Edelsteinhandel selbst und wird erstmals nachweislich von Plinius (23-79 v. Chr.) in dessen Monumentalwerk Historia Naturalis erwähnt.
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 ·  #4
Wir hatten uns schon gewundert, als Du das in Deinem Schmucksteinangebot an mich geschrieben hast.

Bei ca. 1% natürlichem Rubin oder Saphir, wie gross mag da wohl der Preisunterschied zum behandelten sein?
steinfroilein
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steinfroilein

 ·  #5
Rückfrage,: was ist preislich der Unterschied vom Sammlerwert zum marktüblichen Handelswert?

Eine genaue Antwort kann Dir hierzu vermutlich keiner geben. Aber ich will es mal versuchen:

Bei kleinen Steinen wird es evtl. keine Preisunterschiede geben, bei größeren geht es dann in den Bereich Sammlersteine, die können auch wegen der Seltenheit und Exklusivität in die Tausende gehen. Demnach können Naturfarbene teurer sein, aber auch billiger ist möglich, wenn die Farbe nicht so gut rauskommt.

Naturfarbene Rubine und Saphire wird kaum einer auf Wunschmaß runterschleifen, diese werden meist so belassen, wie sie aus der Mine kommen bzw. wie sie dort gleich geschliffen werden. Da versucht man immer, das maximale an Gewicht zu erhalten.

Im Schmuckbereich gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder man fasst solche naturbelassenen Seltenheitssteine und ist dann aber an Form, Größe, Schliff und Gewicht gebunden (evtl. auch an die Farbe - evtl. bekommt man kein Paar oder farblich kein Schmuckset zusammen) oder man greift auf die (farb- bzw. hitzebehandelte) Ware der Industrie bzw. der Schleifer zurück und nimmt "Standardmaße" bzw. lagernde Steine. Diese können dann oftmals auch auf Wunschformen bzw. Wunschgrößen runtergeschliffen werden, das spielt dann preislich nur insofern eine Rolle, als daß das Einsatzgewicht berechnet wird (den Materialverlust und die Umschleifkosten trägt der Käufer).

Einen effektiven Preisunterschied zwischen den 1 % Naturbelassenen und den 99 % Farbverbesserten kann man nur sehen, wenn Du einen Verkäufer von den 1%igen hast und diesen mit den Anderen vergleichst.

Sucht nun ein Interessent eine bestimmte Schliff-Form (rund, oval, Tropfen, Navette, Carre, Baguette, Octagon, antik, Herz, Trapez, Stern, Pampel, Briolette etc.) und evtl. noch eine bestimmte Größe (egal ob mm oder ct), dann wird es schwierig, unter den 1 % befindlichen Natursteinen fündig zu werden. Die Chance, daß es dann sowas käuflich zu erwerben gibt, wird dann immer geringer.
steinfroilein
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steinfroilein

 ·  #6
Falls sich jmd. interessiert über bleiglasgefüllte Korunde, hier ein Bericht/Video der GIA, dem Gemological Institute of America.

Bleiglasgefüllte Rubine und Saphire werden lt. GIA als "manufactured product" zertifiziert, also sind diese ein hergestelltes Produkt. Ist ja auch logisch, denn mit "echt" haben diese oftmals nichts mehr zu tun. Stellenweise ist mehr Glas drin als Korund....

Und hier mal eine kleine Demo, wie man ein Lot weiße Sapphire brennt, und welche Farben dabei rauskommen können. Eben je nach Mine und Naturfarbe....

Habe in meinem vorherigen Beitrag vergessen zu erwähnen, daß heutzutage die Rohware bereits gebrannt wird; nicht der fertiggeschliffene Stein. Daher ist man immer abhängig davon, was man aus der Mine bekommt bzw. was von der Mine in den Handel kommt. Daher ist ein vorher/nachher Foto selten möglich. Außer wir hätten hier vielleicht zufällig einen Mineraliensammler/Schleifer, welcher Rohkorunde findet und diese dokumentiert vom Fundort über Erhitzen bis zum geschliffenen Stein.
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #7
Sparkle
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Sparkle

 ·  #8
Zu Heinrichs Saphir: Meiner Meinung nach verlöre er nicht nur an Wert durch das Brennen, sondern wahrscheinlich auch, bedingt durch die höhere Transparenz, an Farbe-besser ausgedrückt- Farbtiefe und damit an Leuchtkraft, oder liege ich da falsch?. Er ist schön wie er ist.
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #9
Sparkle
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Sparkle

 ·  #10
Ich kam auf diese Idee, da ich bei z.B. bei manchen Aquamarinen festgestellt habe, daß einige klare mit vielen Einschlüssen irgendwie blauer-kräftiger in der Farbe wirken. Und eine Reinheitsverbesserung dann eine vermutlich hohe Wahrscheinlichkeit bzw. Risiko birgt, auf Kosten der Farbintensität zu gehen. Aber das mag vielleicht daran liegen, daß ich noch nicht die große Palette live gesehen habe in meinem noch nicht so langen Leben. War nur eine Vermutung das Ganze :kratz:
osirisgems
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osirisgems

 ·  #11
Das mit der Helligkeit vor und nach dem Brennen von solchen Saphiren ist eigentlich ganz einfach. Darin ist meist Rutil enthalten, chemisch ist das Titandioxid. Wird der Saphir gebrannt, löst sich der Rutil auf wodurch der Saphir klarer wird.Gleichzeitig diffundiert das Titan in die Umgebung und sorgt für ein sattes Blau. Folglich ist das Ergebnis ein dunklerer Stein. Viele Saphire aus Sri Lanka werden als milchige (Rutil), weisse Saphire gefunden und erst durch das Brennen sowohl klar als auch satt Blau. Aus diesem Grund kann man anhand der (noch) vorhandenen Rutilstrukturen erkennen, ob der Saphir gebrannt oder nur leicht gebrannt ist ("gentle heat") oder auch überhaupt nicht erhitzt wurde.

Ähnlich ist der Vorgang wenn Rubine erhitzt werden, auch hier diffundiert aus dem Rutil (Seide) das Titan und verstärkt die Blaukomponente der Rubinfarbe, gleichzeitig wird auch hier die Reinheit erhöht.

Bei gebrannten Korunden (speziell Saphiren) geht in der Regel auch der Dichroismus verloren, so dass das Vorhandensein von richtungsabhängiger Zweifarbigkeit ein Hinweis von fehlender oder nur geringer thermischer Behandlung sein kann, wobei die Feinheiten sehr speziell werden.

Anbei zwei Bilder:
Das erste Bild zeigt einen ungebrannten Saphir, 1,47 Karat aus Songea, Tanzania in lokaltypischem Grünblau (C-Achse: zartes Graublau, A- und B-Achse: gelbliches Grün) mit einer ringförmigen Sagenitstruktur bei ca. 10.30 Uhr. Diese sah unterm Mikroskop aus wie eine in den ewigen Weiten schwebende Raumstation.
Das zweite Bild zeigt einen ungebrannten Rubin, 0,49 Karat, ebenfalls aus Songea mit einer völlig unbeschädigten Rutilfahne, also eine zonare Seide.
Sparkle
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Sparkle

 ·  #12
Danke für diese Erläuterungen! Das sind (wieder mal) traumhafte Steine.
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #13
osirisgems
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osirisgems

 ·  #14
Ich bin immer sehr froh, wenn ich bei meinen Rohsteinen ein ganz klein wenig dieser Strukturen/Fremdmineralien drin habe. Ich betrachte diese als Wasserzeichen für ihren natürlichen Ursprung und soweit möglich für ihren unbehandelten Status. Da ich glücklicherweise immer wieder an unbehandelte Rohsteine gelange (möge es so bleiben!) geht es mir vor allem darum, dass auch der Kunde erkennen kann, dass an den Edelsteinen nichts manipuliert wurde. Das erspart viele Worte. Ist ein Stein zu perfekt, ist es halt weniger eindeutig. Am liebsten habe ich Einschlüsse die bei 20facher und stärkerer Vergrößerung erst erscheinen...
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 ·  #15
Vielen Dank für Eure Erklärungen,

eines leuchtet mir jedoch nicht ein, warum muss eine Hitzebehandlung zur Farb/Klarheitsverbesserung von Edelsteinen vom Verkäufer nicht angezeigt werden, der Edelstein ist dadurch doch völlig verfälscht und der Ursprung nicht mehr erkennbar.

Was ist mit den tausenden Schmuckstücken mit Steinen die täglich auf den Verkaufsplattformen der Shopping Fernsehsender verkauft werden, und was ist mit dem Schmuckstück bei meinem Juwelier um die Ecke, woher weiß der, ob der Schmuckstein behandelt ist oder nicht, wenn die "Kette" wie steinfroilein schreibt, unterbrochen wurde.

Wo liegt meine Sicherheit beim Edelsteinschmuckkauf?
Yvonne Sterly
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Yvonne Sterly

 ·  #16
Beim Brennen von Edelsteinen wird nur das an Farbe hervorgelockt oder besser zur Geltung gebracht, was der Stein schon in sich trägt. Wenn der Stein bei der Entstehung oder danach in der Erde nochmal erhitzt worden wäre, hätte er die gleiche Umwandlung erfahren. Das reine Erhitzen muß nicht angegeben werden; andersherum werden ungebrannte Edelsteine inzwischen aber durchaus mit einem Nachweis über nichthitzebehandelt verkauft.

Behandelt muß dagegen schon angegeben werden, darunter fasst man bestrahlt, diffusionsbehandelt glasgefüllt etc zusammen. Dass das oft nicht gemacht wird ist für den Endverbraucher irreführend und stärkt nicht gerade dessen Vertrauen in die Branche.
osirisgems
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osirisgems

 ·  #17
Die ehrliche Antwort auf Deine Frage ist recht brutal:
WISSEN oder GLAUBEN
Wissen ist allerdings enorm zeitaufwendig, da es sich um viele Details handelt und die meist fernöstlichen Fälscherbanden sich ständig neue Tricks einfallen lassen. Leider gibt es nur wenig brauchbare Literatur zum Thema (erwähnt seien die bislang drei "Catalogue of Inclusions in Gemstones" von Gübelin & Koivula, teils nur antiquarisch erhältlich, aber immer sehr kostspielig, je € 250.-). Eigentlich wäre das ein gutes Thema für eine eigene Webseite, die aber auch laufend aktualisiert werden müsste. Eine andere Möglichkeit wären die amerikanischen Fachzeitschriften, die oftmals sehr ausführliche und gute Artikel bringen. Aber wie auch immer es ist sehr aufwendig und zeitfressend.
Ein kleiner Ausweg könnte sein sich auf Steine zu konzentrieren die nicht behandelt werden können: Spinelle und Granate (Ausnahme: Demantoid). Oder sich nur auf einen einzigen Edelstein konzentrieren. Was aber beides zugegebenermassen nicht wirklich befriedigend sein kann.
Für die, die für das Wissen nicht die Zeit und Muße haben, bleibt dann eigentlich nur der Weg über persönliche und direkte Kontakte zu kleinen Schleifereien oder selbständigen Schleifern, die z.T. ja auch ihre Steine selbst suchen. Alles was an anonymer Massenware angeboten wird, sollte mit einer gewissen Skepsis betrachtet werden. Über Schmuck von Fernsehkanälen erübrigt sich jede Diskussion.
Hier muss ich aber aus meiner Erfahrung auch einbringen, dass ich immer wieder auf Messen Szenarien dieser Art erlebt habe:
Kunde (Goldschmied) schaut sich meine Steine an und bemerkt bei einzelnen kritisch, dass die Farben ja irgendwie nicht so richtig bunt seien. Auf die Frage, ob er natürliche & unbehandelte Edelsteine möchte oder ob es ihm egal ist ob die gebrannt, bestrahlt, mit Bleiglas versetzt sind, kommt dann immer etwas empört & erbost so etwas wie: "Natürlich und unbehandelt müssen die sein". Stunden später kommt er dann wieder vorbei und zeigt stolz seine Beute mit z.B. sattblauen Topasen, asiatischer Bullaugendschungelschliff, frisch aus dem Abklingbecken und meint, so sollen die Steine aussehen. Dass andere Händler eiskalt extrem bestrahltes Material als unbehandelt ausgeben, ist schlicht kriminell. Aber wie so oft, der der´s macht braucht auch einen der´s mit sich machen lässt. Solange es genug von der zweiten Sorte gibt ist auch die erste reichlich vertreten. Und viele wollen es einfach nicht besser wissen, zur Freude bestimmter Anbieter...
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #18
Tja da bleiben Dir bestimmt Viele eine Antwort schuldig.

Die Idee hinter der Deklarationspflicht ist ja so das evtl. temporär haltbare Behandlungsmethoden deklariert werden müssen aber dauerhafte nicht.

Konsequent wird aber diese Linie auch nicht eingehalten von den Gremien die solche Empfehlungen dann aussprechen.

Der Verkäufer haftet Dir jedoch für die Korrektheit der Beschreibung. An den kann man sich immer wenden. Er kann sich dann an seinen Lieferanten wenden.

Heute mailt mir zum Beispiel eine Kundin, die woanders einen Turmalinring gekauft hat und noch Rückgaberecht hat, das sie den Ring zur Prüfung einschickt ob es ein echter Turmalin ist.
Gut, natürlich wenn es sofort geprüft wird, aber nach deutschem Recht kann man ein Schmuckstück auch später noch zurückgeben wenn die Beschreibung in wesentlichen Merkmalen nicht stimmt.
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #19
steinfroilein
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steinfroilein

 ·  #20
Die Cibjo hat es sich hier mit der Deklarationsvorschrift der erhitzen Rubine/Saphire in dem Sinn einfach gemacht, als daß die Hitzebehandelten nicht als "behandelt" deklariert werden müssen. Da 99 % der Rubine und Saphire, welche im Handel sind behandelt sind, und nur noch ca 1 % Naturbelassene unterwegs sind, braucht man lt. Cibjo hier keinen Unterschied zu machen. Ehrliche und seriöse Verkäufer weisen trotzdem darauf hin.

Ganz klar müssen jedoch Bleiglasgefüllte eindeutig als solche deklariert werden. Auch die Bestrahlten und Diffussionsbehandelten.

Auf die Hitzebehandelten ist ja Zwergin schon eingegangen.

Theoretisch müßte man die die Naturrubine als Naturrubine bezeichen, die Erhitzten als solche und die Anderstbehandelten nach ihrer Behandlungsart. Teilt ein Verkäufer den Zusatz "behandelt" mit, muß er auf Rückfrage auch die Art der Behandlung angeben! Ausreden oder Nichtwissen sind nicht duldbar, der Verkäufer muß, kann und sollte auch wiederum bei seinem Zulieferer rückfragen.

Oftmals findet man gerade auf Mineralienmessen Naturcitrine und Naturrauchquarze. Es hat sich in manchen Kreisen eingebürgert, hier den Vornamen "Natur" an das Mineral anzuhängen. Aber wie gesagt, das ist kein Muß, sondern ein Wohlwollen des Verkäufers.

Ganz klar ist aber, was Heinrich anmerkte. Es haftet stets der Verkäufer.

Ich kann daher nur anraten, wenn der Verkäufer keine Anmerkungen gibt, auf Nummer Vorsicht gehen und nachfragen.

Nicht umsonst heißt es "der Juwelier ihres Vertrauens" - dies möchte ich gerne ergänzen mit "der Edelsteinhändler/Schleifer ihres Vertrauens".
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 ·  #21
Wir haben doch hier im Forum eine Menge User mit kleinen Schmuckbetrieben die online oder über Ihre Auslagen im Schaufenster verkaufen.

Woher haben diese denn das Wissen über behandelte oder unbehandelte Edel/Schmucksteine?

Oder ist es auf jeden Fall besser der Edelsteininteressent kauft gleich beim Edelsteinhändler/Schleifer wie hier von steinfroilein und osirisgems vorgeschlagen.

Goldschmiede und Edelsteinfasser gibt es genug, die sich über Aufträge für Entwurf/Fertigung und Fassarbeit freuen, und der Kunde ist auf der sicheren Seite.
tatze-1
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tatze-1

 ·  #22
Zitat geschrieben von Michael Ronet
Woher haben diese denn das Wissen über behandelte oder unbehandelte Edel/Schmucksteine?

Als Goldschmied macht man idealerweise eine 3 1/2jährige Ausbildung, während dieser auch Edelsteinkunde ein Unterrichtsfach ist. Intensivierung gibts in der Meisterschule. Und wer es ganz genau wissen will, kann sich als Edelsteingutachter weiterbilden lassen. Wichtigste Basis ist halt, daß man Interesse zeigt und was lernen WILL und nicht die ganze Ausbildung verschläft.
Sparkle
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Sparkle

 ·  #23
Sichere Seite nicht ganz. Liefert der Kunde den Stein beim Goldschmied ab, kann trotzdem, bei aller sorgfältigen Vorsicht, der Stein des Kunden Schaden nehmen. Steine sind manchmal unberechenbar. Der Goldschmied übernimmt in solchen Fällen keine Haftung über den Stein. Liefert/besorgt der Goldschmied den Stein, hat er das Risiko.

Das ist jedenfalls mein Stand der Dinge, bitte um Hinweise, falls sich da was geändert haben sollte.
In der Regel wird eine Lösung im Sinne des Kunden gefunden werden, nur ist klar, daß ein Beispielsweise 3 Millionen Stein nicht vom Schmied ersetzt werden kann.
Übrigens, Fasser schließen die Haftung auch aus.
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #24
Stimmt so. Ich habe gerade so einen Fall für den ich die Haftung übernehme. Gott sei Dank ist er noch nicht ausgeliefert. So das kein Schaden für den Kunden entsteht.

Ein Smaragd der mit Gutachten und Auktionrechnung eingeliefert wurde und beim Umfassen sich als Doublette herausgestellt hat.

Shit happens. :-(
stoanarrischer uhu
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stoanarrischer uhu

 ·  #25
Ich denke, dass man keine allgemeine Empfehlung geben kann, bei welcher Quelle man besser einkauft. Allgemein kann man sagen: wird einem ein schöner Stein für billiges Geld angeboten (über die Preise muß man sich allerdings informieren), dann ist irgendetwas faul. Ob ein Stein nur schön, aber auch "gut" ist, das kann heute nur noch ein ausgebuffter Fachmann erkennen - oft nur mit Hilfe von teuren Geräten. Ich bearbeite seit etwa 50 Jahren Edelsteine- und erst jetzt habe ich davon gehört, dass man "Schwarzopale" nicht nur mit Zuckerlösung und Schwefelsäure "machen" kann, sondern auch durch "Räuchern".
Wenn ich noch mein Labor hätte, würde ich zum Schwarzfärben von Hydrophanen mal Folgendes probieren: einen Opal in eine schwach saure Silbernitratlösung legen und sich vollsaugen lassen. Dann in eine Kochsalzlösung legen bis durch und durch das Silber als Chlorid ausgefallen ist. Dann ins volle Licht legen, wo das Silberchlorid in feinstes, schwarzes Silber zerlegt wird. danach gut wässern und Salze ausspülen. Ob es funktioniert, weiß ich nicht - aber theoretisch müsste das gehen.
Wer probiert es mal und zeigt das Ergebnis?
uhu
steinfroilein
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steinfroilein

 ·  #26
Zitat geschrieben von Michael Ronet
Wir haben doch hier im Forum eine Menge User mit kleinen Schmuckbetrieben die online oder über Ihre Auslagen im Schaufenster verkaufen.

Woher haben diese denn das Wissen über behandelte oder unbehandelte Edel/Schmucksteine?
Hoffentlich durch eine Ausbildung oder durch jahrelange Erfahrung. 😉

Der Goldschmied hat (wie tatze erwähnte), ein Unterrichtsfach Edelsteine. Zwergin macht gemmologische Kurse. Uhu hat jahrelange Erfahrung. Osirisgems kennt sich in der Mineralogie bestens aus. Da irgendwo dazwischen gibt es Verkäufer, welche kaufen und verkaufen und sich auf die Lieferantenrechnungen und Lieferantenbezeichnungen stützen. Oder Aufkäufer, welche weiterverkaufen und anhand der Farbe wissen, was sie vor sich liegen haben. :?

Als Käufer hast Du entweder Vertrauen in den Verkäufer (wie osirisgems so schön verdeutlichte mit Glauben oder Wissen) oder Du fragst nach. Dann gibt es noch die Möglichkeit, daß Du Dir vor dem Kauf ein Zertifikat zeigen läßt. Zertifikate gibt es nun natürlich nicht von jedem Stein, aber, wie heißt es so schön: Vertrauen ist umsonst, Kontrolle kostet. Zertifikate können ausstellen: Goldschmiede und Uhrmachermeisterinnen, Sachverständige, Diamant- oder Farbsteingutachter und Laboratorien. Aber auch hier gilt: Vertrauen. Weniger Ausgebildete und weniger Erfahrene können logischerweise eher daneben tippen, als fachlich ausgebildete. Es wurden (leider) schon Zertifikate ausgestellt, wo der Preis für das Zertifikat höher war, als die zertifizierte Ware. Bei Laboratorieren sind die allermeisten seriös. Mir selber ist nur eines aus den vor-90er-Jahren bekannt, welches sich aber in den letzten Jahren gemäßigt hat.

Erfahrung lernt man nicht in Kursen, sondern nur im täglichen Umgang mit der Materie. Welche gemmologischen Geräte hat der online-shop-Besitzer?Hat jeder Goldschmied/Juwelier einen Moissanit-Diamant-Zirconia-Tester? Hör Dich mal in Deinem Bekanntenkreis um. Vor Jahren gab es diese Geräte noch gar nicht, und da wurde der Moissanit zweifelsfrei von Juwelieren als Diamant getestet. Was ist mit der Diamant-Moissanit-Doublette, was wenn diese unten gefaßt ist und im Schmuckstück nicht geprüft werden kann? Stimmt der Besitzer einem Ausfassen zu, nur um zu wissen ob tatsächlich echt oder doch unecht? Sind die Diamanten lediglich diamantbeschichtete Zirconia's? Würdest Du wirklich in TV shopping Kanälen wertvollen Schmuck zu dumping Preisen kaufen? Ist der Fancy Diamant original fancyfarben oder ist er bestrahlt? Was ist ein Stein wert oder was macht ihn wertvoll?

Ist es nicht so, daß man eher entscheidet: mir gefällt das und ich bin bereit den Preis zu bezahlen oder wägt man ab zwischen Preis und Qualität? Will man sicher gehen, dann nur durch Gespräche zwischen dem Käufer und dem Verkäufer. Auf Fragen gibt es Antworten. Ein bestimmtes Wissen oder Vorwissen hast Du ja auch schon durch Deine Tätigkeit von früher. Daher würdest Du doch auch bestimmt an den Antworten merken, ob der Verkäufer sicher mit seinen Antworten ist oder nicht.

Allgemein soll ein Käufer nun aber durch diesen Thread nicht verunsichert werden. Je besser die Kette der Deklaration von oben nach unten weitergegeben und eingehalten wird, desto besser. Falls nicht, steht der Verkäufer Rede und Antwort. Handelt es sich allerdings um einen Kunden-Reparaturstein, bei welchen nicht mehr feststeht, um was es sich genau handelt, eine nicht dazu passende Rechnung oder ein falsches Zertifikat, dann kann die Schuld nicht auf einen Dritten abgeschoben werden.
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