Kette mit Altschliffdiamanten und Smaragd

 
katinkajutta
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katinkajutta

 ·  #1
Vor einer Woche habe ich mir bei einem Altgoldhändler eine - für mich ausgesprochen schöne, auffällige - Kette gekauft.

Die Kette verfügt über mehrere Altschliffdiamanten (geprüft) und wohl (ich denke es) einem Smaragd. Gestempelt ist das Collier am Verschluss mit 10 K. Die Machart des Verschlusses ist mir völlig unbekannt, da ich so etwas noch nie gesehen habe (Schiebeverschluss).

Am Anhänger misst 5,3 x 3,3 cm; es fehlen 2 Diamanten, die ich einfügen lassen muss. Die Länge der Kette; 52 cm.

Meine Fragen nun:
- Woher könnte die Kette stammen (10 K. und keine andere Punze)?
- Wie alt dürfte sie sein?
- Verschluss unbekannt...
- Wie hoch wäre ihr Wert (Sammlerwert?)?

Bezahlt habe ich EUR 1'600.00.

Vielen Dank an alle für Eure Unterstützung.
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Tilo
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Tilo

 ·  #2
oft benötigt Heinrich eine Ansicht von der Seite, um Indizien fürs Alter sehen zu können
ich halte die kette für jung
und auf jeden fall für jünger als der Stil des Schmucks und die Altschliffdiamanten den Eindruck erwecken

der Verschluß federt nicht alleine zu?
normal würde ich da eine Feder wie beim normalen federring erwarten
diese federchen können aber auch festfressen

hast du mal Magnet(schließenhälfte) drangehalten, ob Nickel im Weißgold ist?
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Guestuser

 ·  #3
sehr dekoratives Stück...meinen Glückwunsch zu diesem Fund.

Vielleicht ist der Federring, wie Tilo schon sagt, kaputt?
Juwelfix
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Juwelfix

 ·  #4
Die kleinen Steine sind meiner Meinung nach Achtkant-Schliffe, die größeren sehen wie moderner Brillantschliff aus. Von daher würde ich auch annehmen, dass das ganze nicht wirklich alt ist.
10K kenne ich überwiegend von US-Amerikanischem Schmuck.
...
 
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...

 ·  #5
Ich schließe mich der Meinung von Patrik an.

Zur Werteinschätzung bitte noch die Gesamtmaße, die circa Maße der Steine (Smaragd und Diamanten) und das Gewicht der Kette.
Tilo
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Tilo

 ·  #6
ich habe mir jetzt erst die vergrößerung angeschaut: ich sehe da nirgends Altschliffe
hatte Altschliff als (eh nix zu bedeutende) tatsache angenommen, weil "geprüft" genannt
katinkajutta
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katinkajutta

 ·  #7
Die Kette hat 18,7 Gramm, Grösse des Smaragdes 10 mm Länge, 6 mm Breite. Die Diamanten messen 4 mm und 2 mm.
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #8
In diesem Fall fehlt mir die Seitensansicht ausnahmsweise nicht. Das Mittelteil ist montiert und nicht aus einem Guss, das schließt schon einmal etliche (billig) Hersteller aus. Die Bohrungen sind rückseitig zu Rechtecken erweitert aber keine Ajour Sägearbeiten wie man sie von Schmuckstücken um oder kurz nach 1900 kennt.

Der Fasserverschnitt auf der Vorderseite wirkt etwas schwer das schließt den oben genannten Zeitraum ebenfalls aus.

Die 8-Kant Diamanten und kleinen Brillanten in den runden Fassungen, sowie deren Krappenfassung lassen auch eine Entstehungszeit nach der Mitte des 20 Jahrhundert annehmen.

Fazit: eine junge Arbeit der letzten Jahrzehnte nach einer Modellvorlage oder einer Idee des zweiten Barock im 19ten Jahrhundert, die gefällig ist und sicherlich prachtvoll wirkt. Wir dürfen uns nicht erschrecken lassen von der Qualität der Fotos die jedes kleinste Detail brutal zeigen, in Originalgröße wirkt die Verarbeitung bestimmt sehr gut.

Ein schönes Stück das ich Dir gerne zum Geburtstag gönne und hoffe das Du es noch zu vielen Festen tragen kannst.

Der Preis ist fair. Neu würde sie mehr kosten, das ist klar, aber ich hätte sie in der Börse zu einem ähnlichen Preis oder knapp drüber angesetzt. Allerdings solltest Du den kleinen fehlenden Diamanten nachfassen lassen.
katinkajutta
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katinkajutta

 ·  #9
Danke Heinrich, werde morgen, wenn ich mehr Licht habe, ein Foto von der Seitenansicht machen. Erstaunlicherweise sind die Diamanten in guter Qualität, nicht viele Einschlüsse.

Ich zahlte EUR 1'600.00. Mann muss vielleicht sagen, dass ich mich einfach in diese wunderschöne Kette verliebt habe, und ich sie mir wirklich zum Geburtstag geleistet habe.
katinkajutta
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katinkajutta

 ·  #10
Zitat geschrieben von Tilo
der Verschluß federt nicht alleine zu?
normal würde ich da eine Feder wie beim normalen federring erwarten
diese federchen können aber auch festfressen

hast du mal Magnet(schließenhälfte) drangehalten, ob Nickel im Weißgold ist?


Nein, der Verschluss federt leider nicht alleine zu.
Nein, den Versuch mit einer Magnetschliessenhälfte habe ich nicht gemacht.
Tilo
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Tilo

 ·  #11
würde ich gegen einen normalen Federring tauschen (lassen)
wird man (nicht nur) in der Schweiz aber eher in 14k vorrätig haben und 10k gar nicht beschaffen können
katinkajutta
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katinkajutta

 ·  #12
Zitat geschrieben von Tilo
würde ich gegen einen normalen Federring tauschen (lassen)
wird man (nicht nur) in der Schweiz aber eher in 14k vorrätig haben und 10k gar nicht beschaffen können


Werde zur Sicherheit diesen Verschluss wirklich auch gegen einen 14-Karat-Verschluss austauschen lassen.

Du hast da völlig recht, einen 10karätigen werde ich hier in der Schweiz nicht mehr erhalten.
Gästin
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Gästin

 ·  #13
Wirklich ein sehr schönes Collier. Glückwunsch! :D
katinkajutta
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katinkajutta

 ·  #14
vielen Dank. Glaube mir, in Original funkelt es noch viel schöner als auf den Fotos. Brillanten sind auf Fotos immer sehr schwer festzuhalten.
katinkajutta
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katinkajutta

 ·  #15
Es war relativ schwierig, seitliche Aufnahmen des Anhängers zu machen, da ich nicht über die entsprechende Kamera verfüge.
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Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #16
Ulrich Wehpke
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Ulrich Wehpke

 ·  #17
Mich erinnert das Stück sowohl in der Ausführung, als auch in der Gestaltung an die Arbeiten der argentinischen Hersteller. Das geht es auch heute noch ausgesprochen klassisch zu. Auch dieses Stück hier ist von Hand montiert, was in D. in dieser Form, seit den 60-ern fast niemand mehr macht. Eingesetzte Schnörkel und Bögen ebenso. Sehr oft sind diese Schmuckstücke auch in Platin gefertigt, wobei sich die Verarbeitung kaum von dem hier gezeigten unterscheidet. Es ist erstaunlich, wie sich, gerade in Argentinien, diese alten Techniken gehalten haben. So etwas in Deutschland zu fertigen, daran ist kaum zu denken. Derartiges war schon zu meiner Lehrzeit fast ein Anachronismus und konnte, selbst in den 50-ern, nur von wenigen Liebhabern bezahlt werden.

Dass die Steine altschliffmäßig aussehen, dürfte daran liegen, dass iele Diamanten, vor allem jedoch brasilianische sehr verwachsen sind. Die Schleifer probieren oft sehr lange bis so ein Stein auf der Scheibe greift. Viele werden im Dop eingespannt, greifen dann nur sehr schlecht und werden dann mit Bleiplatten beschwert und auf der Scheibe "geparkt". Von Zeit zu Zeit schaut der Schleifer dann nach, ob sich was getan hat.

Diese Steine erkennt man an den charakteristischen, tiefen Schleifspuren, weil sie auf der Scheibe nicht bewegt werden konnten. Sie sind die Hölle für jeden Diamantschleifer, werden in Südamerika jedoch immer noch verarbeitet. In alten deutschen Schmuckstücken, sind sie häufig zu finden. Aus diesem Grund wurden sie oft gar nicht fertig gemacht, d.h. sie wurden nicht brillantiert weil sie so schlecht zu schleifen waren und kamen als Achtkant (8/8) in den Handel. Heute gibt es 8/8-Diamanten nur noch aus Altbeständen, oder aus Altgold. Allerdings wandern die Meisten mit den Ringen in die Schmelztigel, wo sie sich dann matt und blind in der Schlacke, oder im Borax wiederfinden. Bei den chem. Verfahren, bleiben sie allerdings unbeschädigt.

Du hast ein sehr dekorativer und interessantes Teil erstanden, was Dir hierzulande niemand auch nur für einenhalbwegs ähnlichen Preis hätte machen können. Die Verarbeitung entspricht zwar nicht unbedingt den hierzulande geltenden Normen, aber ich finde, dass es darauf auch nicht immer ankommt. Schmuck soll (muss) schmücken und das tut dieses schöne Stück mit Sicherheit. Das ist seine Hauptaufgabe. Die ganzen Alleinstellungsmerkmale (Verarbeitung, Material usw) spielen für mich eine nachgeordnete Rolle.
katinkajutta
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katinkajutta

 ·  #18
vielen Dank für die ausführliche Antwort.

Heute lasse ich mal die zwei fehlenden Diamanten einsetzen und den Verschluss auswechseln.
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #19
Bitte achte darauf das ein 8-Kant Diamant eingesetzt wird und kein Brillant. Der würde durch sein anderes Funkeln dann herausstechen.
Notfalls soll sich Dein Goldschmied mit mir in Verbindung setzen nachdem er die passende Größe ausgemessen hat, dann schicke ich Ihm einen aus meinem Altbeständen.

Die Ausführungen von Ulrich sind absolut zutreffend auch wenn ich mir nicht sicher war bei der Lokalisierung. Aber für naheliegend halte ich argentinische Werkstätten auch.
katinkajutta
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katinkajutta

 ·  #20
Vielen Dank, Heinrich! Ich habe heute meinem Goldschmied die Kette abgegeben, und es sind 2 Diamanten zu ersetzen, die fehlen.

Verschlüsse hat er nur in 750er Weissgold.

Sein Anschrift: René Schottdorf
http://www.golddesign.ch/de/atelier/index.php

Unter welcher Telefonnummer kann er Dich erreichen? Schreibst Du mir diese mittels PN oder öffentlich bitte?

Vielen Dank für Deine Bemühungen, sehr lieb von Dir.
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #21
katinkajutta
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katinkajutta

 ·  #22
katinkajutta
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katinkajutta

 ·  #23
...und die Kette ist fertig. 2 neue Altschliffdiamanten (8kant), Verschluss geändert, Kette etwas gekürzt.
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Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #24
katinkajutta
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katinkajutta

 ·  #25
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 ·  #26
Ein exclusives Collier für den grossen Auftritt. Die passende Uhr mit Diamanten besetzt hast Du ja schon, hier mal ein Vorschlag für den passenden Ring dazu.
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katinkajutta
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katinkajutta

 ·  #27
Menglöd
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Menglöd

 ·  #28
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 ·  #29
Der Wiederbeschaffungswert dürfte bei 2.500 Euro liegen, verkaufen werde ich den Ring für 750 Euro, nur derzeit nicht.
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