TEMU-Erfahrungsaustausch - Zieht der Billig-Chinese in Eure Werkstatt ein?

 
Goldbärchen
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Goldbärchen

 ·  #1
Hallo zusammen.

Heute möchte ich gerne das Thema "Temu" mal aufgreifen zur Diskussion stellen.

Vorwort:
Ich möchte hier nun einmal das Thema TEMU (wer es nicht kennt: Shopping-App mit billigem Chinakram, der mal nützlich oder schrottig sein kann; Alternativen sind AliExpress, Shein, Etsy & Co.) näher beleuchten und einen Erfahrungsaustausch anregen. Ich werde weder von Temu, AliExpress oder anderen dafür bezahlt oder in irgendeiner Art entlohnt… schade eigentlich. Meine Aussagen basieren hier auf eigenen Erfahrungen, eigener Meinung oder Berichten der Presse.

Ich gehe hier auch nicht auf Nachhaltigkeit etc. ein, weil dort sowieso alles aus Plastik noch dreimal in Plastik eingewickelt wird bevor es in einer Plastiktüte verschifft wird. Abgesehen davon ist der ganze sogenannte Klimaschutz hier sowieso aus meiner Sicht nur Abzocke am Volk.

Dazu kurz zwei Beispiele:
Ob nun ich den 30 Jahre alten Diesel fahre oder er nach Afrika exportiert wird und dort noch weitere 30 Jahre herumknattert, weil ich den aus vorgeheuchelten Weltverbesserer- und Abkassiergründen nicht mehr fahren soll. Da bin ich aber froh, dass der Klimawandel dann nur noch in Afrika stattfindet.

Weil Strom aus Solaranlagen ja neuerdings sooo toll und modern ist, drängt man die Bevölkerung dazu, Solaranlagen für Unsummen aufs Dach zu hämmern und verteuert einfach den Strom aus Pseudogründen während man die bösen Atomkraftwerke abschaltet und für weitere Unsummen zurückbauen lässt. Nur komisch, dass in Skandinavien neuen Werke gebaut werden, weil es eine der sichersten und günstigsten Energien ist. Das wissen die "Experten" in Deutschland aber natürlich besser.

Diese ganze Sinnhaftigkeit dahinter blieb mir bisher verborgen – naja, bis auf die überhöhten Steuereinnahmen, die Dummschwätzerei, die Besserwisserei und der Beschönigungszwang der Regierung als Sinn. Aber Deutschland hat ja sowieso schon lange fertig!

Weiterhin denke ich, dass viele hier, wie ich auch, mit genug Chemikalien wie Schwefelsäure, Oxidierung etc. hantieren, Polierbürsten mit Kunststoff benutzen/abnutzen, giftige Gase produzieren und Materialien (Edelmetalle, Edelsteine) benutzen, deren ursprüngliche Herkunft beim Abbau sicherlich nicht immer zu 100% geklärt ist und auch nicht zu klären sein wird. Es lässt sich eben in dem Bereich vieles überhaupt nicht vermeiden. Ein Autolackierer kann schließlich auch nicht mit dem Wasserfarbkasten aus der Schulzeit arbeiten.


Nun aber endlich zum eigentlichen Thema… (Bilder von einigen angesprochenen Sachen sind angefügt)

Früher, bevor es Temu gab, habe ich ganz gerne mal Kleinkram bei AliExpress bestellt, weil es dort sehr häufig Artikel gibt, die man mehr oder weniger zum Überleben benötigt, aber meist bis zu 80% billiger sind als in Deutschland oder hier gar nicht erhältlich sind. Oftmals entdeckt man dort erstmalig Sachen, von deren Existenz man vorher nicht einmal wusste, die aber durchaus einen Sinn ergeben und einem das Leben erleichtern.

Ich muss auch direkt dazusagen, dass ich Temu lange nicht beachtet und mich quasi verweigert habe, weil ich mir dachte „Ach, jaja, wieder so ein Chinese wie AliExpress… was die da haben, kann ich auch wie bisher in China bestellen.“ Aber irgendwann nach Monaten habe ich mir das einfach mal angeschaut und war wirklich positiv überrascht von der Auswahl und den Preisen.

Konkret möchte ich aber heute über Artikel sprechen, die für die Bereiche Gold- und Silberschmiede, Schmuckherstellung & Co. im privaten, aber auch gewerblichen, Bereich bei Temu käuflich zu erwerben sind und Eure Erfahrungen dazu, aber auch gerne alternative oder abgewandelte Einsatzmöglichkeiten „untypischer“ Produkte.
Durch die Produkterfahrungen anderer können sicherlich viele hier noch nützliche Informationen erhalten oder etwas lernen, weil ihnen dieser eine Artikel fehlte, um sein Werk zu vollenden. Auch ich habe wirklich viele Werkzeuge, Aufbewahrungsboxen, Fläschchen und Döschen usw. von Temu gekauft, die bisher einfach gut bis sehr gut ihren Zweck erfüllen. Es geht eher um die kleinen, durchaus nützlichen Dinge des Lebens – ich würde mir dort sicherlich keinen ostasiatischen Diamantentester der Marke „Plesidiooom“ (original: Presidium) bestellen.

Mir ist durchaus bewusst, dass bei Temu das Motto „You get what you pay for“ gilt und ich für 1,20 Euro keine 30cm lange Metallfeile von Pferd oder Schleifaufsätze von Dremel erhalte, aber selbst die kleinen Diamantfeilen im 10er-Pack für 3,28 Euro erfüllten bisher ihren Zweck für Feinarbeiten. Ich mag z. B. auch sehr gerne die Schleifaufsätze in Schwammform in vier verschiedenen Körnungen, wobei Körnung hier vielleicht das falsche Wort dafür ist. Die kosten teilweise unter 0,20 Euro und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen – um z. B. Gravuren aus Ringen zu entfernen oder zum Vorpolieren sind die wirklich top.

Auch toll finde ich die kleinen Sortimentskästen, in denen sich noch einmal kleinere herausnehmbare Kästchen befinden. Darin kann man wunderbar Ösen, Kettenglieder, Verschlüsse aufbewahren oder mit entsprechender Beschriftung Reste von Gold oder Silber nach Legierung einsortieren. Für knapp 80 Cent kann ich solch eine Box nicht selbst herstellen und genau solche habe ich hier auch noch nirgendwo gesehen.

Ein weiteres praktisches Gadget ist der Wandhalter mit verschieb-/verstellbaren Laschen für Zangen – einfach einhängen und gut ist es. Davon hätte ich allerdings besser mal noch einen zweiten bestellt.

Wo wir gerade bei Zangen sind… Die meisten hatte ich entweder schon selbst oder kaufe sie gerne meist für nur 1 Euro auf dem Flohmarkt, da sie dort in den Grabbelkisten meist nur als Ballast für die Verkäufer herumliegen. Allerdings muss ich sagen, dass ich mit dieser kleinen Kneifzange (die mit den blauen Griffen auf dem Bild) megazufrieden bin, sodass ich mittlerweile 3 Stück davon habe. Sehr präzise, scharf und feiner als ein Seitenschneider. Preislich liegt das Teil um die 1,50-1,80 Euro und ich kann es echt nur empfehlen. Dürfte auch interessant für die Perlen-Draht-Bastel-Fraktion hier im Forum sein.

Sehr schön finde ich auch diese Pumpflasche für kleinere Reinigungsarbeiten, bei der man einfach mit einem Tupfer oben auf den Teller drückt und mit einer Hand z. B. Alkohol „wischbereit“ hat. Der Deckel hatte leider nur eine dürftige Qualität, sodass ich den mit meinen Wurstfingern direkt schon mal halb abgerissen habe. Erspart mir zukünftig das Aufklappen - ich glaube, dass ich ihn einfach ganz abreißen werde.

Ich habe etwas länger gesucht, um die richtige Zange/Pinzette zu finden, um Schmuck aus der Schwefelsäure zu fischen. Da ich diese komplett aus Kunststoff haben wollte, habe ich mich letztlich für eine lange Tierfütterungspinzette und eine Klemme aus dem medizinischen Bereich entschieden...auch für winzige Centbeträge.

Mein absoluter Top-Schnäppchen-Artikel war jedoch der Sägebogen für nur ca. 6 Euro. Ich dachte natürlich vorher schon, dass da der typische Chinamüll bei mir ankommt und der Preis dafür schon echt hoch ist, aber weit gefehlt. Ich erhielt einen Sägebogen der Schweizer Qualitätsmarke Glardon. Nun, die Chinesen kopieren ja gerne mal, aber die Säge war sogar im Originalkarton und kostet normalerweise um die 30 Euro.

Nach den positiven Erfahrungen mit Kleinkram von Temu möchte ich aber nicht die negativen Artikel außer Acht lassen. Die abgebildeten Schleif-Feilen-Plastik-Stab-Dinger in gelb und orange sind mir zu schlabberig. Es ist ja schön, dass man das Schleifpapier austauschen kann, aber die Verarbeitung ist Müll. Die Metallklemmen, die das Papier straff halten sollen sind einfach nicht kräftig genug. Dadurch schlabbert das Schmirgelpapier munter von links nach rechts.

Was mir ebenfalls nicht gefällt, ist der Umstand, dass die kleinen Filzpolierer so dimensioniert sind, dass meist das Gewinde etwas zu lang ist und aus der Scheibe wieder herauskommt. Ich kann nicht mehr zählen wie oft ich beim Polieren kurz vor Ende abgerutscht bin und mir wieder einen Kratzer ins Metall geballert habe. Da muss ich mir noch etwas überlegen in Form eines kleinen Silikonstopfens für die Spitze oder einen Platzhalter unter dem Filzrad.

Ebenfalls nicht so gut war beispielsweise der Kauf eines Öffners für die Deckel von Armbanduhren. Es wurde als Material Metall deklariert. Metall war auch verarbeitet worden, aber das Gehäuse, in dem sich die Metallstifte befinden, war nur Kunststoff und somit nicht sonderlich stabil.

Was mir bei Temu allerdings extrem auf den Pinsel geht, ist diese aggressive Nerverei der App. Jeden Tag irgendwelche Meldungen, was man alles verpasst und welche tollen Geschenke es gibt und welcher im Warenkorb befindliche Artikel bald ausverkauft sein wird usw. Ich gehöre zum Leidwesen von Temu nicht zum Personenkreis, der dann kauft, wenn sie es mir 5 Cent billiger anbieten oder weil das Angebot vielleicht künstlich verknappt wird o. ä. Ich kaufe dann, wenn ich etwas brauche und schaue dann, ob ich die gespeicherten Artikel auch unbedingt sofort benötige.

Ich (als alter AliExpress-Kunde) habe außerdem festgestellt, dass die Preise von Temu seit der Markteinführung deutlich niedriger sind als bei AliExpress und das Warenangebot sehr viel größer ist als beim Mitbewerber bzw. plötzlich manche Sachen bei Ali gar nicht mehr verfügbar sind. Vielleicht hat Temu dort die Fabrik übernommen!?

Sehr positiv ist mir auch das Retourenmanagement aufgefallen. Man bekommt ohne Diskussion umgehend sein Geld zurück, wenn man mit dem Artikel nicht zufrieden ist. Foto vom defekten Teil hochladen oder einfach schreiben, was nicht ok war und fertig. Einmal habe ich eine komplett schief geschweißte Pinzette erhalten und einmal war aus einer Schmelzschale ein Stück ausgebrochen. Beim Thema Kulanz kann man den geschäftstüchtigen Chinesen wirklich nichts Schlechtes nachsagen – gilt aber auch bei eBay-Shops aus China.

Mein Fazit:
Es gibt genug Krempel, den man braucht oder auch nicht braucht. Manches ist innovativ oder praktisch, anderes ist von minderwertiger Qualität, überteuert oder auch kompletter Produktionsschrott. Mit dem Hintergrundwissen, dass ich keinen Porsche für den Preis eines Tretrollers bekomme, finde ich in 98% der Fälle die Preise für die Waren dort als berechtigt und adäquat. Meinen Bedarf an kleinen Helferchen deckt das Sortiment ganz gut ab. Sicherheitsrelevante Teile würde ich dort allerdings nicht bestellen. Ich persönlich bin wirklich überrascht und zufrieden mit dem was ich bisher dort geshoppt habe.

Nun seid Ihr dran…

Wie findet Ihr den „Newcomer“ auf dem deutschen bzw. europäischen Markt?
Habt Ihr dort schon tolle Schnäppchen im Schmuck-/Schmiedebereich gemacht?
Was haltet Ihr vom Preis-Leistungs-Verhältnis?
Können sich die Profis hier vorstellen, dort (auch vereinzelt) zu shoppen?
Welche Artikel würdet Ihr dort nicht (mehr) kaufen oder welche würdet Ihr keinem empfehlen?
Welche Artikel waren Eure Highlights?

Lasst uns an Euren Erfahrungen und Gedanken oder Meinungen teilhaben.

Ich möchte Euch bitten, Euch auf die Bereiche Schmuck, Gold, Silber, Uhren etc. zu beschränken. Der Erwerb des neu erworbenen Butterbrotpapiers aus Reispapier im 100er-Pack und des fußgeklöppelten Toilettenrollenhütchens aus Chinesien dürfte dem Großteil hier keine Hilfe im Job oder beim Hobby sein ;-)
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tatze-1
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tatze-1

 ·  #2
Goldbärchen
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Goldbärchen

 ·  #3
Zitat geschrieben von tatze-1


Jooo, die habe ich auch gesehen 8-)
tatze-1
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tatze-1

 ·  #4
Wäre für mich schon im Vornherein ein absolutes Gegenargument. Vor allen Dingen, man kauft nicht billiger ein, sondern die Ware wird von einem Unternehmen subventioniert, das seine Marktmacht ausbauen will.
Goldbärchen
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Goldbärchen

 ·  #5
Zitat geschrieben von tatze-1

Wäre für mich schon im Vornherein ein absolutes Gegenargument. Vor allen Dingen, man kauft nicht billiger ein, sondern die Ware wird von einem Unternehmen subventioniert, das seine Marktmacht ausbauen will.

Die Firma hinter Temu heißt PPL Ltd. oder PLL Ltd. oder so ähnlich, wenn ich es richtig im Hinterkopf habe. Die pumpt Milliarden in das Geschäftsmodell, damit Temu "mitspielen" kann. Ein Gegenargument ist es für mich nicht, wenn andere Unternehmen Opfer bringen, um in einen Markt einzudringen. Wenn ich davon profitiere, weil die Unternehmen den Gönner mimen, dann nehme ich es zu meinem Vorteil einfach mit. Letztlich geht es ja auch um mein Geld und das zählt ja für mich persönlich.

So funktioniert es aber nun mal mit der Absicherung. Es gibt unzählige Unternehmen, die aufgesplittet wurden z. B. bei GmbHs, die von Co. KGs, Verwaltungs GmbHs etc. gestützt werden, um sich Schaden vom Leib zu halten.

Heutzutage kann man doch kaum noch einkaufen, ohne seltsam verwickelte Unternehmen zu unterstützen. Wie viele Leute kaufen bei Edeka ein und denken, dass alles toll und frisch ist, die Mitarbeiter durch die teuren Preise gut verdienen usw..... Allerdings ist Edeka als Händlerverbund aber eigentlich durch die NS-Zeit erst groß und reich geworden, hat sich sagen wir mal in der "Führungsriege" ganz gut eingegliedert und davon profitiert, dass jüdische Geschäftsleute boykottiert und enteignet wurden. Wer nun sagt, dass er deshalb nur bei Netto einkaufen geht, hängt ebenfalls wieder im Spinnennetz drin. Es ist auch völlig wumpe, welchen Stromanbieter man nimmt - letztlich kommt der Strom sowieso immer von den 4 großen Playern auf dem Markt. Analog gilt dies für Mobilfunkanbieter. Mir persönlich ist es egal, wie und warum und woher z. B. der Strom kommt, Hauptsache meine Lampe macht Licht.
tatze-1
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tatze-1

 ·  #6
ich glaub, du solltest die Doku doch nochmal ansehen
Goldbärchen
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Goldbärchen

 ·  #7
Zitat geschrieben von tatze-1

ich glaub, du solltest die Doku doch nochmal ansehen

Ich denke nicht, dass ich danach nicht mehr Temu zu meinem Vorteil (aus-)nutzen werde 8-)
tatze-1
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tatze-1

 ·  #8
hätte ich auch nicht vermutet.
Silberfrau
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Silberfrau

 ·  #9
Also wenn ich einen relevanten Artikel bei Temu kaufe habe ich mich schon vorher auf dem heimischen Markt umgetan, sei es privat oder fürs Handwerk. Am liebsten trage ich Bargeld in ein örtliches Geschäft, aber was soll ich sagen, hier auf dem Land ist das Angebot überschaubar. In der Stadt zwar besser, aber weder möchte ich unbedingt extra mit dem KFZ noch stundenlang mit der S-Bahn deswegen in die Stadt fahren.
Wenn dann auch das 1:1 gleiche Produkt bei Fischer oder Jedde 4x so teuer ist und man vielleicht eh schon ein paar Dinge im Warenkorb hat, ich glaube 15,- braucht man für portofrei, fällt die Entscheidung nicht schwer.
Goldbärchen
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Goldbärchen

 ·  #10
Zitat geschrieben von Silberfrau

Wenn dann auch das 1:1 gleiche Produkt bei Fischer oder Jedde 4x so teuer ist und man vielleicht eh schon ein paar Dinge im Warenkorb hat, ich glaube 15,- braucht man für portofrei, fällt die Entscheidung nicht schwer.


Hier bei uns gibt es so etwas irgendwie überhaupt nicht, nicht mal mehr einen kleinen Eisenwarenladen. Höchstens in der Nachbarstadt einen Hornbach. Die Verfügbarkeit ist auf lokaler und auch teilweise regionaler Ebene im Schmiede-/Schmuckbereich echt mies. Da ist nix mit mal ausprobieren und anfassen, nur noch per Internet "Buy it or leave it."

Nunja, Jeddeloh und HBM verkaufen im Billig-Segment auch nur den ganzen Chinakram - nur teurer :D Nachdem ich den Katalog von Fischer bestellt, erhalten und mal die Preisliste durchgeblättert habe, hat sich mir alles umgedreht. Da mag es ja schon sehr viel Auswahl und für jeden Bereich etwas zu geben, aber bei den Preisen wurde doch wirklich meiner Meinung nach meistens gewürfelt und die Nische des Geschäfts mit "ach so reichen" tonnenweise Gold und Silber besitzenden Schmied/innen ausgenutzt. Wer nicht gerade profimäßig hochwertige Artikel benötigt (kann ich nicht beurteilen, ob Fischer im Profi-Segment das Schnäppchenparadies ist), der wird dort ein sehr teures Hobby feststellen.

Ich finde für meinen Bedarf (also reparieren, ausfassen, einschmelzen, reinigen, polieren und mal hier und da etwas schmieden) den Laden absolut überteuert und habe für mich direkt beschlossen, dass ich von dort nichts benötige. Ich habe schon vorher mal mehrere Beiträge hier gelesen wie oft Fischer empfohlen wurde. Vielleicht aus Mangel an vielen Alternativen!? Keine Ahnung. Mir fallen neben den Profi-Ausstattern wie Götze, Dohrmann, Ott und Schmalz noch cookson, dt-goldart oder schmuck-club (speziell für Silber) ein.

Beim Thema "überteuert" muss ich auch sagen, dass manche Produkte bei Temu teurer sind als z. B. bei Jeddeloh. Spontan fällt mir gerade ein, dass ein Fasskloben aus Holz - oder wie der Chinese sagt Holzring-Klemmhalter, bei Temu vor ein paar Wochen um die 7 Euro gekostet hat, bei Jeddeloh 5,81 Euro; gerade kurz nachgeschaut: aktuell nur noch 4,98 Euro bei Temu.

Wo ich gerade HBM Machines schon angesprochen habe: Die Bude muss ich mir auch nicht mehr geben. Beim ersten mal Artikel bestellt, bei Paketempfang zwei Artikel nicht geliefert. Auf Nachfrage angeblich Umstrukturierung im Lager und Systemfehler, daher Artikel nicht mehr verfügbar. Zudem zwei unterschiedliche Hämmer bestellt, zwei identische geliefert (von der Rechnungskorrektur, die jeder Grundschüler geschafft hätte, will ich gar nicht erst reden). Bei der zweiten Bestellung war das Paket über 3 Wochen unterwegs bzw. war kein Tracking mehr verfügbar. Mal hatte es noch die niederländische Post, dann soll es an Hermes übergeben worden sein, die aber noch gar keine Infos über ein Paket erhalten haben. Der hochinkompetente Kundenservice hat es auch erst bei der zweiten Beschwerde mal geregelt bekommen. Sowas ist mir dann doch einfach zu anstrengend. Und deren Google-Rezensionen sprechen schon für sich.

Hört sich jetzt vielleicht an wie Jammern auf hohem Niveau, aber wenn wir mal ehrlich sind, dann hat doch keiner 5, 10 oder 50 Euro ohne Qualitätsverlust(!) zu verschenken, wenn er dafür schon einen weiteren Artikel kaufen könnte.
Silberfrau
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Silberfrau

 ·  #11
Naja, wenn ich ein spezielles Produkt brauche und Fischer hat es, dann wird auch nicht lange gefackelt. Edelsteine, Furnituren und Werkzeug, da spare ich mir Sucherei in 3 unterschiedlichen Geschäften. Ich würde weder Steine noch Furnituren bei Temu kaufen.
Leider sind aber auch nicht alle "seit Generationen von Goldschmieden verwendeten" Produkte "Made in Germany" praktisch und durchdacht, wenn ich nur an mein grausames Scharnierhalterlein denke, da wäre viel Luft nach oben.
Und was mich bei klassischen Lieferanten wie Fischer, Jedde und DT schon gewaltig stört, jeder scheint ein anderes Deutsch zu sprechen. Kataloge haben da den Vorteil, man kann Bild gucken und weiß wie das Teil heißt. Aber versuche das mal per Stichwortsuche auf deren Websites, du weißt zwar, wie sie das gesuchte Teil in deiner Ausbildung genannt haben, nur die dort wissen es scheinbar nicht. Im richtigen Onlinehandel wird dir sofort optisch eine Haufen verschiedener Möglichkeiten angezeigt, auch wenn der Fasskloben dann Holzring Klemmhalter heißt.
Es muss halt jeder einzelne bei jedem einzelnen Produkt abwägen, so generell kann man da auch keine Aussage treffen.
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Goldbärchen
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Goldbärchen

 ·  #12
Ich habe auch schon ewige Stunden damit verbracht, Preise zu vergleichen... Temu, Jeddeloh, eBay usw. Da ich allerdings ein Freund von Excel-Tabellen bin, kann man das alles gut überblicken, wo etwas wie teuer zu bekommen ist und kann sofort ändern und zum nächsten Anbieter umschwenken, wenn ein Teil bei einem Anbieter während der ganzen Sucherei nicht mehr lieferbar ist.
Aber mittlerweile hat man "alles" was man so benötigt..... außer natürlich man findet wieder etwas anderes :D Ich glaube, dass es auch beim Schmiede-/Schmuck-Hobby immer etwas gibt, was man uuuuunbedingt noch gebrauchen kann. Eine neverending story. Manche Zangen werde ich vermutlich 3-5x herumfliegen haben, weil ich sowas einfach spontan auf dem Flohmarkt mitnehme. Hat aber den Vorteil, dass man immer Ersatz hat, wenn mal eine kaputtgeht oder verschwunden ist... man muss sich die Verlockungen und Doppelkäufe einfach nur schönreden :)
Kornelia Sch
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Kornelia Sch

 ·  #13
Ich habe bisher zweimal bei AliExpress gekauft, aber nur, weil es das begehrte Ding nirgendwo anders gab. Bei Temu habe ich noch nicht gekauft und werde es auch in Zukunft nicht. Auch meine anderen Käufe bei gets, Panda und Co. habe ich auf das absolut notwendige beschränkt.

Zitat
Was mir ebenfalls nicht gefällt, ist der Umstand, dass die kleinen Filzpolierer so dimensioniert sind, dass meist das Gewinde etwas zu lang ist und aus der Scheibe wieder herauskommt. Ich kann nicht mehr zählen wie oft ich beim Polieren kurz vor Ende abgerutscht bin und mir wieder einen Kratzer ins Metall geballert habe. Da muss ich mir noch etwas überlegen in Form eines kleinen Silikonstopfens für die Spitze oder einen Platzhalter unter dem Filzrad.


Ich würde ja so ein paar Stopsel in ein Kuvert stecken und sie Dir schicken, aber da Du so darauf bedacht bist, dass keiner hier erfährt, wer Du wirklich bist, wird das wohl leider nix ;-)
Ziselierhammer
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Ziselierhammer

 ·  #14
ich würde niemals Werkzeug, Fournituren o.ä. bei Temu bestellen. Mal ehrlich, wer hat denn die Zeit ständig Preise zu vergleichen und Online-kataloge zu wälzen. Das kostet alles viel zu viel Zeit, für 10EUR die man spart, hängt man ne halbe Stunde im Netz, das lohnt sich doch nicht.
Ich hab 2-3 Lieferanten für Werkzeuge und Fournituren mit denen ich schon ewig zusammenarbeite und da wird bestellt, wenn ich genug auf dem Einkaufszettel stehen habe. Wir beschweren uns, dass die Leute zuviel im Netz bestellen und der regionale Einzelhandel dadurch kaputt geht....das ist bei Goldschmiedebedarf-Händlern ja auch nix anderes, die kämpfen auch mit der Konkurrenz aus Asien.
Wie laut wäre der Aufschrei, wenn Fischer, Ott, Jeddeloh...irgendwann zu machen? Also kaufe ich da und unterstütze somit "regionale" Fachfirmen.

Und gerade bei Fournituren sollte man sich sicher sein, dass das qualitativ auch in Ordnung ist bevor ich das an nen Kunden weitergebe. Da bin ich absolut nicht experimentierfreudig und hab keine Lust auf Reklamationen.

Wer billig kauft, kauft zweimal.
pontikaki2310
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pontikaki2310

 ·  #15
Du sagst es - bin völlig (Tilo würde sagen vollinhaltlich;-)
bei Dir.
Silberfrau
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Silberfrau

 ·  #16
Zitat geschrieben von Ziselierhammer

ich würde niemals Werkzeug, Fournituren o.ä. bei Temu bestellen. Mal ehrlich, wer hat denn die Zeit ständig Preise zu vergleichen und Online-kataloge zu wälzen. Das kostet alles viel zu viel Zeit, für 10EUR die man spart, hängt man ne halbe Stunde im Netz, das lohnt sich doch nicht.
Ich hab 2-3 Lieferanten für Werkzeuge und Fournituren mit denen ich schon ewig zusammenarbeite und da wird bestellt, wenn ich genug auf dem Einkaufszettel stehen habe. Wir beschweren uns, dass die Leute zuviel im Netz bestellen und der regionale Einzelhandel dadurch kaputt geht....das ist bei Goldschmiedebedarf-Händlern ja auch nix anderes, die kämpfen auch mit der Konkurrenz aus Asien.
Wie laut wäre der Aufschrei, wenn Fischer, Ott, Jeddeloh...irgendwann zu machen? Also kaufe ich da und unterstütze somit "regionale" Fachfirmen.

Und gerade bei Fournituren sollte man sich sicher sein, dass das qualitativ auch in Ordnung ist bevor ich das an nen Kunden weitergebe. Da bin ich absolut nicht experimentierfreudig und hab keine Lust auf Reklamationen.

Wer billig kauft, kauft zweimal.
Da bin ich ganz bei dir. Wobei nicht bei dem Punkt "Werkzeug bestellen". Vieles was du bei uns kaufst kommt genau so aus China und hat die gleiche Qualität.
Und leider hänge ich eher die halbe Stunde im Netz, wenn ich bestimmten Werkzeugen oder Zubehörteilen bei den heimischem Lieferanten hinterherpirsche, siehe oben. Ich tus trotzdem.
"Dass die Leute zu viel im Netzt bestellen" ist vermutlich nicht mehr aufzuhalten, Corona hat da die endgültige Wende gebracht. Wenn der Amazon- Lieferwagen einmal durch den Vorort rauscht hat er weniger CO2 freigesetzt als wenn jeder Kunde mit dem eigenen Wagen losfährt. Das ist eine selbstbefeuernde Spirale, das örtliche Angebot schrumpft, es wird mehr im Netz bestellt, das Angebot schrumpft noch mehr, es wird noch mehr bestellt, usw.
Ziselierhammer
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Ziselierhammer

 ·  #17
na, ich freu mich aber auch über den Service der hiesigen Firmen:
- mal was zur Ansicht zu bestellen, wenn der Kunde sich nicht sicher ist
- oder mal ne Eilbestellung....letzte Woche hab ich ruckizucki 20 Chatons gebraucht, hat problemlos geklappt.
- eine kaputte Maschine zur Reparatur geben
und, und, und...
Und ich fahre auch ab und zu mal hin und stöbere im Laden rum, probiere aus. Bei größeren Anschaffungen hab ich ne Beratung. Und dann gibts natürlich auch die Messen, bei denen einige ausstellen.
All das kostet Geld, Ladenmiete, Personal, Service, Messeteilnahme und das schlägt sich natürlich auch auf den Preis nieder. Ich will nicht wissen, was alleine dieser Fischerkatalog kostet, den hat ja nun auch fast jeder in der Werkstatt liegen als Nachschlagewerk. Auch eine Art Service, den viele kostenlos nutzen.
Aber diesen Service und auch die Möglichkeit, mich zu informieren schätze ich sehr und ich bin auch bereit, dafür etwas mehr hinzulegen.
Klar ist vieles, was es bei den Werkzeughändlern zu kaufen gibt "made in China" aber es gibt auch oft (teurere) europäische Alternativen. Bestell mal Sägeblätter bei Temu und wir reden dann nochmal :lol:
Ich fände es schlimm, wenn es diese regionalen Lieferanten nicht mehr gäbe.
Silberfrau
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Silberfrau

 ·  #18
Da sind wir uns alle einig, oder?
Kornelia Sch
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Kornelia Sch

 ·  #19
Jup, denke ich auch.
Goldbärchen
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Goldbärchen

 ·  #20
Zitat geschrieben von Kornelia Sch

(......) Ich würde ja so ein paar Stopsel in ein Kuvert stecken und sie Dir schicken, aber da Du so darauf bedacht bist, dass keiner hier erfährt, wer Du wirklich bist, wird das wohl leider nix ;-)


Mein Plan ist ein bis zwei winzige Unterlegscheiben mit Kunststoff zu überziehen und dann chillt die unter dem Filzpolierer. Wenn ich dann abrutsche, ist nichts ruiniert. Danach melde ich darauf ein Patent an :-)
Goldbärchen
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Goldbärchen

 ·  #21
Zitat geschrieben von Ziselierhammer

ich würde niemals Werkzeug, Fournituren o.ä. bei Temu bestellen. Mal ehrlich, wer hat denn die Zeit ständig Preise zu vergleichen und Online-kataloge zu wälzen. Das kostet alles viel zu viel Zeit, für 10EUR die man spart, hängt man ne halbe Stunde im Netz, das lohnt sich doch nicht.
(..........)


Aloha.

Wie schon erwähnt, kommt da vieles eben auch aus Chinesien. Da stellt sich mir auch die Frage, warum man sich bei den lokalen Händlern oder deutschen Versendern nicht auch auf qualitativ hochwertige Produkte beschränkt oder es zumindest nicht übertreibt, wenn man auch Billigprodukte anbietet.

Man könnte doch transparent arbeiten und direkt sagen "Suchen sie aus: Wir haben hier das günstige Zangen-Einsteigermodell in China-Qualität für 3,50 Euro und das hochwertige Modell aus Deutschland von Knipex o. ä. für 18,90 Euro." Dann ist die Relation ja auch gerechtfertigt. Profis kaufen dann eben die für 18,90 Euro, weil sie sowieso die Markenzange, weil sie die Qualität zu schätzen wissen und diese häufiger benötigen. Jetzt aber den Kunden ohne Aufklärung übe die Herkunft eine Zange für 9,90 Euro und eine für 18,90 Euro anzubieten, finde ich schon etwas schwierig, weil ich gar nicht weiß, dass die für 9,90 Euro schrottig verarbeitet wurde und die für 18,90 Euro von Knipex ist. Da würde ich doch denken "naja, die eine ist nur günstiger, weil sie vielleicht "nur" von "Gebr. Mannesmann" (Info: Werkzeughersteller, mittelmäßige Qualität) produziert wurde.

Deshalb sollten evtl. auch die Händler bei der Preisgestaltung darüber nachdenken, ob sie für China-Müll einfach einen schmalen Euro nebenbei mitnehmen, aber sich selbst treu bleiben und es nicht übertreiben. Immerhin kauft der Kunde der Billigzange dann noch mehr oder öfter oder noch anderes - woran ich mehr verdiene - bei mir, weil er weiß, dass ich mehrere Qualitäten habe und transparent bin. Soll heißen, dass es legitim ist, auch Billigzeugs anzubieten, aber zum fairen Preis. Jeder Euro, den der Kunde bei mir lässt, der geht nicht direkt und ohne Umweg über mich an meine Bezugsquelle in China. Da macht es die Sache nicht besser, wenn ich meinen Firmennamen auf das China-Produkt aufbringe; im Gegenteil mache ich mich bei den Kunden lächerlich, dass ich diese Qualität als besonderes Merkmal unter meinem Namen anbiete.

Und gerade bei Fischer fühle ich mich selbst bei Markenprodukten sehr unwohl mit der Preisgestaltung. Deshalb war ich auch so geschockt als ich den Katalog erhalten habe. Hier mal zwei konkrete Beispiele, weil ich mit den Zangen angefangen habe und die Seite nun aufgeschlagen habe:
Wasserpumpenzange von Knipex, Seite 133, Nr. 4438: bei Fischer 41,77 Euro... Preisvergleich sagt 24,45 Euro.
Flachzange von Knipex, Seite 137, Nr. 4520: bei Fischer 40,58 Euro .... gibt es woanders für 23,29 Euro.

Und das zieht sich auch so durch mit anderen Artikeln...
Biegeringöffner, Seite 136, Nr. 4492 - 5,63 Euro vs. 0,79 Euro bei Temu = der 7-fache Preis
Brennergarnitur, Seite 161, Nr. 4886 - 368,60 Euro vs. 16,79 Euro bei Temu = fast das 22-fache!!! Sogar die identische Verpackung des China-Produkts ist abgebildet inklusive der englischen Beschriftung.

Wenn mir jemand den 7- oder sogar 22-fachen Preis (Vorsteuerabzug und Rabatte hin oder her) für ein und dasselbe Produkt abkassieren will, dann soll der Laden doch dichtmachen. Das hat nichts mehr mit lokalem Einkauf und guter Beratung zu tun. Für mich ist das unverschämt. Vielleicht verstehen einige jetzt besser, warum ich so entsetzt war, wie oft im Forum Fischer als Empfehlung herhalten durfte.

Da kann mir doch niemand wirklich erzählen, dass er für tolle Beratung und fürs Anfassen vor Ort und aus Zeitmangel bei der Suche gerne knapp 20 Euro pro Teil mehr bezahlt?! Oder einfach mal über 300 Euro mehr.... Rechnet mal die Ersparnis in Gold, Silber oder auch Edelsteine um 8-)

Aber gut, dass das jeder selbst für sich entscheiden muss. Ich wollte mit dem Thread einfach mal auf die eklatanten Preisunterschiede aufmerksam machen und hören, ob es noch mehr Schnäppchenjäger hier gibt. Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass vielen Einsteigern der Spaß vergeht, wenn sie solche Preise vorgelegt bekommen und nicht wissen, dass es auch deutlich günstiger geht. Ich würde meine Ausstattung als Nichtgewerblicher momentan auf Kosten in Höhe von nur ca. 1.500 Euro schätzen, weil ich viele Produkte durch gute Schnäppchenjagd kompensieren konnte. Meine aktuelle Planung an Bedarf dürfte sich vielleicht auf nochmals 500 Euro belaufen, um für meine Zwecke schon echt gut ausgestattet zu sein.

PS: Falls jemand die Brennergarnitur kaufen möchte: Ich würde sie Euch verkaufen für nur 150 Euro.... ohne Rechnung. Lieferzeit ca. 3 Wochen :D :D :D
Silberfrau
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Silberfrau

 ·  #22
Ja, man muss auch tatsächlich nicht jeden 3-Bein-Hocker bei F. kaufen. Ich glaube du brauchst hier keinen von uns aufzuklären, wo es keine Alternativen gibt und wo schon.
Bei Brennern aus China hätte ich in der Tat auch Bedenken bez. Sicherheit und Langlebigkeit. Aber auch das Exact-Gerät kann schon mal undicht werden.
Was die Brennergarnitur betrifft ist Smith little torch tatsächlich ein teures amerikanischen Markenprodukt, auf jeden Fall Finger weg vom Fake.
Sparkle
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Sparkle

 ·  #23
Mein Senf dazu: ich bin voll bei Ziselierhammer und sicherheitsrelevante Teile würde ich auf gaaaar keinen Fall beim Chinaladen kaufen. Weder privat und als gewerbliche erst recht nicht.

Ich bin aber auch kein Schnäppchenjäger. Da fehlt mir der Ehrgeiz und macht (mir!) keinen Spaß. Habe nicht die Zeit für Rumsuchen im Netz.

Heißt nicht, ich würde gar nix vergleichen!

Aber bei den paar Teilen einer Gesamtbestellung, selbst wenn da ein Artikel davon mal 5,- oder 10,- € teurer ist, der Rest aber nur paar Cent billiger ist: dann teile ich doch die Bestellung nicht auf und zahle 2x Versand und verliere noch Zeit mit der doppelten Bestellaktion.
Bei Furnituren schaue ich schon genauer und vergleiche, da bleibe ich aber auch bei den lokalen Lieferanten und weiß, was ich da kriege. Muß ja auch dafür geradestehen mit Gewerbe.

Ich sehe nicht ein, wegen einer Zange (beispielhaft) den m.E. sinnlosen Container-Schiffsverkehr zu befeuern.

Soll sich niemand beschweren, wenn da Stück für Stück das Angebot nebst Beratung wegbricht und irgendwann der heimische Markt komplett kaputtgeht. Ich geb mein Geld lieber hier aus. Selbst wenn etwas in China gemacht wurde, bleibt die Umsatzsteuer dann nämlich hier. Weil sie bezahlt und auch abgeführt wird!

Was damit finanziert wird, steht auf einem anderen Blatt aber ich fange nicht noch an, mir das Leben madiger zu machen weil hier und da mal was verschwendet wird. Das ist für mich keine Rechtfertigung, das ganze System in Frage zu stellen.

Mir ist absolut klar, daß das (mein Einkaufsverhalten) kaum Einfluss auf die Geschichte hat - andererseits:

wenn man so gelockt wird mit Werbung (was mich auch tierisch nerven würde und total abtörnt auf solchen Portalen, wenn man da so zugeballert wird) und im Netz total durchanalysiert wird - dann scheint das/mein Einkaufsverhalten ja doch eine gewisse Relevanz zu haben.

Ich meide den Amazonas und die Chinesen erst recht und kann (noch!) ganz gut damit fahren und hab alles was ich brauche. Kann bei Ott anrufen wenn ich ne Frage zum Kleber oder irgendeinem anderen Teil habe. Dt.-Goldart genauso und sie waren letztens sehr entgegenkommend wegen einer spät erhaltenen Rechnung - die künftig mit der Lieferung mitkommt (macht bei Skontofristen durchaus Sinn) obwohl sie für die lahme Briefpost gar nichts können.
Sowas kann ich doch nicht mit ner chinesischen Klitsche persönlich auf sehr nette Weise am Telefon klären. Will ich ehrlichgesagt auch nicht.

Wenn man sich mal überlegt, wieviel Kohle aus Europa wegen Schnäppchen und Co. abfließt auf nimmer Wiedersehen, da kann einem schwindelig werden. Dann soll man als solch Befürworter oder Nutznießer solch flutender Praktiken aber nicht meckern, wenn hier dafür etwas den Bach runtergeht. Ich kann mir das auch nicht als Entwicklungshilfe schönreden.

Aber das ist halt nur meine persönliche Ansicht und die muß ja nicht jeder teilen.
Kornelia Sch
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Kornelia Sch

 ·  #24
Goldbärchen
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Goldbärchen

 ·  #25
Zitat geschrieben von Silberfrau

Was die Brennergarnitur betrifft ist Smith little torch tatsächlich ein teures amerikanischen Markenprodukt, auf jeden Fall Finger weg vom Fake.


Jetzt stellt sich mir die Frage, woran man das Original erkennt, wenn ich das Teil zum ersten Mal bestelle. In Amerika kostet das Teil um die 620$, beim Fischli 368€, beim Chinesier 16,79€. Hat das Fischli nun das Original für 60% des Originalpreises und nicht für das 22-fache des Fake-Preises am Start?
Goldbärchen
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Goldbärchen

 ·  #26
Zitat geschrieben von Sparkle

(.....) Ich sehe nicht ein, wegen einer Zange (beispielhaft) den m.E. sinnlosen Container-Schiffsverkehr zu befeuern. (.....)


Da brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen, dass Du dadurch den Schiffsverkehr ankurbelst..... es kommt täglich mit einem eigenen Flugzeug angeflattert, wenn ich das richtig aus der Reportage in Erinnerung habe. :D Jetzt muss man dazu auch sagen, dass das Flugzeug sowieso fliegen muss, weil u. a. auch die Profi-Anbieter den Billigramsch in ihrem Sortiment haben und es dort - nur eben teurer - gekauft wird 8-)

EDITH sagt: Und für die Schiffe aus China hat Deutschland doch den Chinesen extra schon Hafengrundstücke verkauft :P
pontikaki2310
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pontikaki2310

 ·  #27
Zitat geschrieben von Sparkle

Aber das ist halt nur meine persönliche Ansicht und die muß ja nicht jeder teilen.

Chérie, ich weiß ich muß nich - aber darf ich? :*
Silberfrau
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Silberfrau

 ·  #28
Würde sich Fischer trauen ein original Video über den Smith zu verlinken, wenn sie das Fake vertreiben? Da dürfte die Konkurrenz schon genau hin schaun. Kann ich mir nicht vorstellen.
Goldbärchen
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Goldbärchen

 ·  #29
Ich habe letzte Nacht noch einen Link gefunden zum Smith Torch Set. Original aus Amerika für 162,95€

https://pepetools.com/collecti…ustralian#

Man könnte jetzt noch Einfuhrumsatzsteuer ansetzen und wäre bei F. immer noch bei 75% über dem Preis. Die Zollgebühren könnte man vielleicht noch mit einem 10% Gutschein oder etwas Verhandlung (z. B. auf Versandkosten aufschlagen) umgehen, damit man auf max. 150€ Warenwert kommt. Die Versandkosten lasse ich aber mal außen vor, weil wir bisher vom Artikelpreis ausgegangen sind. Wie gesagt, war nur ein Zufallsfund und es gibt sicher noch andere Anbieter mit geringeren Versandkosten. Vielleicht gibt es auch noch Anbieter mit einem Lager in der EU oder so.
pontikaki2310
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pontikaki2310

 ·  #30
Hhm....wozu diese ganze "Aufdröselei" - es sei denn, Temu
hat Dir ne prozentuale Umsatzbeteiligung versprochen?
Ansonsten ham doch jetzt alle - die was zu diesem Thema
beitragen wollten und über genügend Zeit verfügen - schon
ihre Haltung zur Frage "Qualität oder China" geäußert.
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