unedles Schmuckzubehör vergolden oder rhodinieren

 
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trauminglas
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trauminglas

 ·  #1
Hallo zusammen,
ich würde gerne hobbymäßig vergolden und rhodinieren. Ich mache Modeschmuck mit hochwertigen Glasperlen. Deshalb lege ich Wert darauf, dass die eingearbeiteten Metallkomponenten (Verschlüsse, Binderinge, Ohrhaken etc.) nicht schnell unansehnlich werden.
Bei mir haben sich im Lauf der Jahre viele Komponenten angesammelt, die ich nicht verarbeiten will. Deren Oberfläche ist so schlecht, dass sie nach zu kurzer Zeit abgeht oder anläuft. Deshalb denke ich an Galvanisieren, dass ich diese Bestände nicht wegwerfen muss.
Ein Galvanik-Shop sagte mir, ich müsste alle Teile an Kupferdraht anbinden. Eine andere Lösung gibt es nicht für hobbymäßiges Galvanisieren. Stimmt diese Aussage? Abgesehen von der Heidenarbeit ist es manchmal gar nicht möglich, z.B. bei Ohrsteckern, die nur eine Klebefläche mit Stift haben.
Die Industrie verwendet doch Trommeln dafür, soviel ich weiß. Kann man das nicht im Kleinen nachbilden und selber rühren? Bitte nicht lachen , wenn ich mir das zu laienhaft vorstelle.
Vielleicht habt Ihr Tipps und Ideen. Ich bin gespannt.
Viele Grüße
Tilo
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Tilo

 ·  #2
miserable Bestände wegwerfen und neue in Silber und Silber vergoldet anschaffen.
ist wirklich die sinnvollste Lösung.
beschichten von wohl schon schlecht beschichteten Dingen ist zum Misserfolg verurteilt, nachdem es für Chemie und Geräte doch einiges an Geld gekostet hat


und nein, beschichten geht nicht mit rühren oder poliertrommeln, sondern mit teuren Chemikalien und Geräten, die definiert Strom und Spannung liefern
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #3
pontikaki2310
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pontikaki2310

 ·  #4
trauminglas
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trauminglas

 ·  #5
Zitat

miserable Bestände wegwerfen

Diese Überlegung habe ich auch schon angestellt. Neuanschaffung wäre zwar teurer, aber mit weniger Risiko verbunden. Nicht zuletzt auch zeitsparender.
Zitat


Fett oder Klebstoffreste

Lässt sich mit Entfetter dieses Problem nicht beheben? Geklebt ist an diesen Teilen nirgends.

Zitat

Stiftgalvanik/Tampongalvanik

Mit Stiftgalvanik komme ich nur bei wenigen Einzelteilen weiter. Ich würde halt doch kleinere Partien auffädeln und mit dem Tampon bearbeiten. Nur soviel wie ich über einen bestimmten Zeitraum benötige. Schließlich bin ich nicht mehr die Jüngste und irgendwann macht vermutlich das Augenlicht nicht mehr mit und die ruhigen Hände beginnen zu zittern. Allerdings hoffe ich, dass das nicht übermorgen passiert.
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #6
Tilo
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Tilo

 ·  #7
es bleibt aber problematisches Zeug, das nur sehr dünn beschichtet ist mit unbekannter Grundierung
aber ok, bei Modeschmuck mit Glas sollte man als Verbraucher besser keine großen Erwartungen haben
Silberfrau
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Silberfrau

 ·  #8
@ Trauminglas: gerade an Schmuckschaffende wie dich hat sich einer meiner spezialisierten Workshops gewandt, z.B. der Ohrringworkshop, oder Wirework Basics, wo es genau darum ging, wie stelle ich mit ganz wenig Werkzeug, das man meist eh schon hat, schöne Teile, die auch die kunsthandwerkliche Leistung der z.B. Glasteile würdigen, her. Also z.B. Ohrhaken, aber auch Beadcage, Zwischenteile, sonstige Befestigungen usw. Ich finde es nämlich sehr schade wenn ich sehe, dass an anspruchsvolles Kunsthandwerk billige Modeschmuckteile angebracht werden, das senkt zwar den Verkaufspreis, aber wertet auch ab. Wertiges Zubehör ist etwas teurer, aber wertet auch auf. Man kann den Kunden ja beide Möglichkeiten anbieten.
Leider biete ich wegen sinkender Nachfrage diese Workshops nicht mehr an.
ZIselierhammer als Gast
 
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ZIselierhammer als Gast

 ·  #9
man muss auch bedenken, dass sowohl ein Vergoldungs- als auch ein Rhodiumbad giftige Chemikalien sind.
Ich bin sehr skeptisch wenn "Laien" mit wenig Vorkenntnis mit solchen Bädern arbeiten wollen.
Man sollte schon wissen, wie man damit umgeht, welche Gefahren es gibt, wie man sowas lagert und zuletzt: wie man sowas später entsorgt.
Dann lieber zum externen Dienstleister geben oder halt -wie Tilo schreibt - entsorgen und neu anschaffen.
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #10
pontikaki2310
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pontikaki2310

 ·  #11
Nicht zu vergessen die guuuten alten harmlosen
biologischen natürlichen Hausmittelchen.
Wie z.B. Silberputzen mit Alufolie/Salz und heißem
Wasser.....
Tilo
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Tilo

 ·  #12
eigentlich gings um eher kritische (Haushalts-und Galvanik)Chemie und jetzt kommst du mit den harmlosen. ich seh da den Zusammenhang nicht
tatze-1
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tatze-1

 ·  #13
Die Galvanisierchemie kriegt man doch eh nicht so ohne weiteres.
pontikaki2310
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pontikaki2310

 ·  #14
@ Tilo. Ich bezog mich auf den "Chef" und seine
Haushaltschemikalien.
Silberfrau
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Silberfrau

 ·  #15
Ich hatte mal so eine Heimgalvanik aus dem Hobbybedarf. Mit Töpfchen und Stiftchen.
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #16
Zitat geschrieben von pontikaki2310

@ Tilo. Ich bezog mich auf den "Chef" und seine
Haushaltschemikalien.
Damit meinte ich eher so was wie Domestos oder solche Kombinationen:


Chlorbleiche (-> NaClO, Natriumhypochlorit)
• Zusammen mit Säuren (z. B. Toilettenreiniger mit Salzsäure oder Essig) entsteht Chlorgas Lungenödem, akutes Atemversagen.
• Zusammen mit Ammoniak (z. B. Glasreiniger Fensterrein „Ammonial“) entstehen Chloramine (NC l₃, NH₂Cl u. a.) tödliche „Chemiefabrik“ in der Lunge.

Natriumhydroxid (-> Rohr- & Abflussreiniger, „Kellertiger“ etc.)
• Konzentrierter Sturm entwickelt beim Kontakt mit Wasser extrem heftige Exothermie → Sprengungsähnliche Druckwelle in Rohren; Hautätzung tiefgradig innerhalb Sekunden.
• Niemals heißes Wasser/Gallert draufkippen!

Natriumhydroxid + Aluminium(pulver) (z. B. in Kanalreiniger-Spiralkapseln oder Dose)
• Bildet Wasserstoffgas = Knallgas – Angeschlossenes Gefäß wird zur Bombe.

Perchlorethylen, Trichlorethylen (klassisches „Reinigungsbenzin“; manche Fleckentferner)
• Verdampft schwerer als Luft → Keller mit Flammenquelle Schwadenexplosion.
• Bei Kontakt mit stark entzündlicher Metallen (Na-K, Al-Mg) spontane Reaktion mit Luftsauerstoff.

Spiritus/Ethanol 96 % oder Absinth
• Strenggenommen Explosionsträger ab ≥55 %; Dämpfe im ‚Marinowitz-Gasometer‘-Syndrom = Küchenexplosion nach Tropfen auf heißen Herd.

Aceton + Chlorschwimmbadgranulat (Natriumdichlorisocyanurat)
• Formt Chlorazeton-Ester → toxische Dämpfe; in geschlossenem Raum Atemnot schon bei 50 ml Aceton + Prise Granulat ohne Lüftung.

30 % Wasserstoffperoxid (Haarblondierung oder Wunddesinfektion „Perhydrol“)
• 30 %ig bereits Brandförderer schlägt entflammt; Kontakt mit z. B. Holzfilterpapier kann hypergolische Flammen (spontane Zündung) auslösen.
• Mischungen mit organischen Lösungsmitteln z. B. Spiritus → explosionsfähige Peroxydschwaden.

Fein verteilter Backtriebmittel „Kalziumhypochlorit“ (fast weißes „Chlorbleichpulver“, z. B. „Heitmann Hygiene-Pulver“)
• Gemischt mit organischen Pulvern (z. B. Mehl, Backpulver, Zucker) → Selbstzündende Pulvermischung bei Reibung/Hitze.

Zusammenfassung: Hochgefährliche Kombinationen
Mischung Folge
Chlor + Ammoniak Chlorknallgas – explosiv, giftig
Chlor + Säure Chlorgas – erstickend
H₂O₂ + Aceton Acetonperoxid – explodiert spontan
Rattengift / Schneckenkorn lebensbedrohlich bei Aufnahme
Beliebige Chemie + Hitze / Feuer Giftige Rauchentwicklung

Oder hier für die Naturfreaks:
Hochgiftige Naturprodukte im Haushalt/Kosmetik

Ätherische Öle (unverdünnt):

Campher, Eukalyptus, Wintergrün → neurotoxisch, bei Kindern potenziell tödlich
Muskatnuss, Sassafras → halluzinogen, leberschädigend
Pennyroyal (Poleiminze) → lebertoxisch, abortiv
Bittermandel → enthält Blausäure-Vorstufen

"Natürliche" Kosmetikzusätze:

Kava Kava → schwere Leberschäden
Beinwell (Symphytum) → krebserregend bei innerlicher/längerer Anwendung
Rizinusöl-Samen (nicht das Öl!) → Rizin ist eines der giftigsten natürlichen Gifte
Schöllkraut → lebertoxisch, ätzend

Pflanzenextrakte/Tinkturen:

Arnika (innerlich) → Herzrhythmusstörungen
Eisenhut → schon kleinste Mengen tödlich
Tollkirsche/Belladonna → Atropin-Vergiftung
Johanniskraut → phototoxisch, massive Wechselwirkungen mit Medikamenten

Haushalts-"Naturprodukte":

Borax (Mineral) → reproduktionstoxisch, in EU als Reinigungsmittel verboten
Oxalsäure (in Rhabarberblättern, Bleichmitteln) → nierenschädigend
Nikotin als "Bio-Pestizid" → hochgiftig auch über Hautkontakt

Pilzgifte in verschimmelten Lebensmitteln:

Aflatoxine (Nüsse, Gewürze) → krebserregend
Ergotalkaloide (verschimmeltes Getreide) → Durchblutungsstörungen, Halluzinationen

Die Annahme "natürlich = ungefährlich" ist einer der dümmsten und gefährlichsten Irrtümer überhaupt. Die Natur produziert die potentesten Gifte, die wir kennen.
pontikaki2310
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pontikaki2310

 ·  #17
Interessante Liste und Koinzidenzen >_<
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #18
Damit will ich nur zeigen, dass überall Gefahren laueren und einfache Regeln nicht helfen. Auch Cyanide sind keine Gifte, die dauerhaft schädigen. Sie sorgen in entsprechender Menge aufgenommen, für inneres Ersticken, weil die den Sauerstofftransport im Blut sabotieren.
Mal schnell ein Vergoldungsbad zu trinken schafft man nur mit viel Widerwillen, aber den Finger abzulecken tötet nicht.
Jedoch wenn eine Lösung lange genug an der Luft steht, oxidiert sie und wird wirkungslos. Die panikartigen Warnungen sollte daher auf Menge und Konzentration hinweisen. Cyanidseen aus dem Goldabbau, die durch Hochwasser oder Dammbruch übergelaufen sind haben zwar die Fischbestände Flussabwärts erst mal getötet aber oft nach einigen Kilometern flussabwärts waren die Cyanide durch den gelösten Sauerstoff im Flusswasser soweit oxidiert, dass sie wirkungslos waren und die Fischbestände haben sich erholt.

Anders bei Quecksilber oder Blei, das entfernt sich nicht.
Silberfrau
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Silberfrau

 ·  #19
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #20
tatze-1
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tatze-1

 ·  #21
Ich weiß schon, warum ich so ungern daheim putze 😁
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #22
tatze-1
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tatze-1

 ·  #23
Besser nix riskieren ;)
Alyss
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Alyss

 ·  #24
Heinrich, vielen Dank für die Liste. Die giftigen Naturprodukte kannte ich schon, aber das die Haushaltschemie soviel explosive Möglichkeiten bietet, wusste ich nicht. Das eröffnet Möglichkeiten...
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #25
trauminglas
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trauminglas

 ·  #26
Jetzt möchte ich nochmal zum eigentlichen Thema zurückkommen. Inzwischen habe ich viel recherchiert und bin zu dem Schluss gekommen, dass für mich weder Bad- noch Stiftgalvanik Sinn macht. Es gibt viele Teile, die sich gar nicht andrahten lassen. Andere sind so klein, dass ich stundenlang am Auffädeln sitzen würde. Also bleibt nur die Trommel.
Nur - ich finde so ein Ding nur für den größeren Bedarf oder zu einem unverhältnismäßig hohen Preis. Schließlich reicht mir ein Gerät für eine kleine Handvoll Material und das vielleicht zweimal pro Jahr.
Weiß jemand vielleicht eine Händlerquelle oder hat eine Selberbau-Anleitung? Vielleicht könnte man die Trommel sogar mittels Kurbel von Hand drehen. Die Laufzeit dauert ja keine Ewigkeit. Oder täusche ich mich?
Für informative und kreative Beiträge wäre ich dankbar. Über Gefahren und Entsorgung usw. wurde inzwischen ja genug gepostet.
Tilo
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Tilo

 ·  #27
welche Homepage oder Video lässt dich annehmen, dass eine Trommel beim vergolden oder rhodinieren hilfreich ist und den elektrischen Kontakt ersetzt?

hau den Rotz weg und kauf vergoldete Silberteile in der Menge, die du wirklich benötigst
hatte ich schon am 20.10. geschrieben und in der Zwischenzeit ist das zeug wieder teurer geworden
trauminglas
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trauminglas

 ·  #28
Bei einer Trommelgalvanik tut sich natürlich nichts ohne geeignete Kontaktierung So schlau bin ich auch. Dafür gibt es sogar verschiedene Systeme.
Und - ich wiederhole - ich kann etliche Teile nicht andrahten, um sie mittels Stiftgalvanik zu behandeln. Mit einer Galvanikpinzette lässt sich das Problem auch nicht lösen. Also, was bleibt da außer der Trommel?
Dann - ich bastle eben gerne und wegwerfen widerstrebt mir zutiefst. Zeit ist dagegen keine Mangelware.
Tilo
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Tilo

 ·  #29
dann bastle halt eine Trommelpoliermaschine
gibt verschiedene Kontaktiermethoden und du musst für eine eine Bastellösung erfinden und realisieren.
die Stichworte sind im Wikiartikel zu finden
https://de.wikipedia.org/wiki/Trommelgalvanisierung

waru zum Geier willst du verlorenem Geld für die Drecksteile noch gutes für die Bastelteile und das Elektrolyt und viel Zeit hiunterherwerfen?
Schxx wird auch nicht gut, wenn sie dick vergoldet wird
über kurz oder lang quillt sie doch raus aus löchtig werdender Vergoldung
DadaKaka
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DadaKaka

 ·  #30
Contenance, contenance .... .

Zu mir hat Claude gesprochen. Man muss ihm nicht glauben, aber interessant ist es allemal. Und er hat folgendes von sich gegeben:

Grundprinzip der Trommelgalvanik

Bei der Trommelgalvanik werden viele Kleinteile lose in eine rotierende, perforierte Trommel gegeben. Diese Trommel befindet sich in einem galvanischen Bad. Während der Rotation kommen die Teile ständig in neuen Kontakt miteinander und mit der Elektrolytlösung.

Elektrischer Kontakt erfolgt nicht über Einzelaufhängungen, sondern über:

leitfähige Trommelinnenteile oder

Kontaktfahnen / Schleifringe

den gegenseitigen Kontakt der Teile

Aufbau einer Trommelgalvanikanlage

Hauptkomponenten:

Trommel (meist PP, PVC oder PE)

perforiert oder geschlitzt für Elektrolyt-Durchfluss

Kathodenkontakt

Stromzuführung zur Trommel bzw. zu Kontaktstegen

Anoden

lösliche Anoden (z. B. Kupfer, Nickel)

unlösliche Anoden (z. B. Titan platinisiert)

Galvanisches Bad

Elektrolyt je nach Beschichtung

Antrieb

langsame, gleichmäßige Rotation (typ. 2–10 U/min)

Ablauf Schritt für Schritt

1. Beladen

Kleinteile werden lose in die Trommel gefüllt

Typische Füllgrade: 30–60 %


2. Vorbehandlung

Entfetten

Beizen / Aktivieren

Spülen
(oft ebenfalls in Trommeltechnik)

3. Galvanisieren

Trommel rotiert im Elektrolyt

Gleichstrom wird angelegt

Metallionen scheiden sich auf den Teilen ab


4. Nachbehandlung

Spülen

Passivieren (z. B. Chrom(VI)-frei)

Trocknen

Typische Beschichtungen

Sehr gut geeignet für:

Kupfer

Nickel

Zink / Zink-Nickel

Zinn

Silber (für Massenkontakte)


Eingeschränkt geeignet:

Gold (nur für technische Schichten)

Rhodium (selten, teuer)

Vorteile der Trommelgalvanik

Sehr kosteneffizient bei großen Stückzahlen

Hoher Durchsatz

Geringer manueller Aufwand

Gleichmäßige Schichtdicken bei einfachen Geometrien

Nachteile und Grenzen

Keine Einzelkontrolle pro Bauteil

Kanten und Kontaktstellen können:

dünner beschichtet sein

mechanische Spuren aufweisen


Nicht geeignet für:

große Teile

sehr filigrane Schmuckstücke

Edelsteine / gefasste Steine

hochdekorative Oberflächen
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