Von Victor Meyer hatte ich auch ein paar Lizenz-Fabergé Eier verkauft. Und einer vom Tegernsee war mal mit einem gefälschten größeren Ei (in Begleitung seines Chauffeurs und eines Wachmannes) bei mir und blieb entgegen meiner Aussage hartnäckig davon überzeugt, dass sein Ei echt von Fabergé original sei. Das war aber von der Verarbeitungsqualität deutlich davon entfernt.
In Chicago gab es Manufakturen, die relativ passabel nachgearbeitet hatten und in NY dann unter der Marke "Vielle Russe" verkauft wurden.
Der einzige, der in der Qualität nahe herankam war außer einigen Objekten von Cartier Anfang 1900, die nach St. Petersburg unter abenteuerlichen Umständen geliefert wurden, in den 1980er Jahren Ananow. Den habe ich mal in St. Moritz kennen gelernt, eine Hand war verkrüppelt, da hatte ihn wohl die russische Mafia gefoltert (er tat es als Autounfall ab) und er musste sein Hotelzimmer im Palace bezahlen, ein Käufer war wohl nicht gekommen. Mit Freunden habe ich ihm dann ein paar, wirklich wunderschöne Objekte abgekauft.
Ein paar Jahre später habe ich auf der Inhorgenta eine Ausstellung gesehen mit qualitativ adäquaten Objekten und einem Schachspiel bei dem die Figuren des napoleonischen Feldzuges gegen Russland so perfekt und originalgetreu in Kostümen und Uniformen abgebildet waren, dass man sie auf den ersten Blick erkannte. Ich rief spontan aus, das kann nur Ananow. Hinter mir stand eine Mitarbeiterin, die mich ansprach, ja, das sei seine Ausstellung. Das Schachspiel ist danach als Geschenk für Putin in Putins erster Amtszeit nach Moskau gegangen. Es soll dort angeblich im Museum sein. Als ich in Moskau war, habe ich es allerdings nicht gesehen. Vielleicht steht es woanders.
Inzwischen gibt es ein Museum von Anavow in St. Petersburg.
https://ananov-museum.com/about-en.html