Schmuck zeichnen?

 
Matze
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Matze

 ·  #1
Hi,

Ich bekomme seit neuestem vermehrt mit, dass das Schmuckzeichnen immer mehr an Bedeutung verliert. Kaum einer legt noch Wert auf eine schöne Schmuckzeichnung.
Oder habe ich da einen falschen Eindruck?

Das ist doch schon fast ein "Kulturgut" bzw. Tradition.
Also auf jeden Fall finde ich sind Sie immer noch einer wichtiger Bestandteil der Goldschmiede und sollten auch von jedem Goldschmied wenigstens in den Grundlagen beherschtt werden!

Gibt es denn hier auch noch andere die nach wie vor Schmuckzeichnungen anfertigen?

Wie seht Ihr das? Schmuckzeichnungen gehören zum guten Ton oder sind komplett überflüssig geworden?

...bin ja mal gespannt!...

MfG
Matze
Annemaria
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Annemaria

 ·  #2
Hallo Matze!

Zeichnen ist eine wunderbare Sache.
Ohne Materialeinsatz eventuell mit Edelsteinen oder Kundeneigenen Steinen vermag ein geübter Zeichner erste Eindrücke vom entstehenden Schmuckstück zu vermitteln.
Gerne mache ich Skitzzen in Gegenwart des Kunden.
Der Vorteil ist, ich erkenne sofort ob ich mit dem Kunden auf einer Wellenlänge bin oder auf welcher der Kunde ist.
Wenn ich für mich zeichne und keine starren Vorstellungen habe, entstehen oft interessant Ergebnisse nicht aus dem Kopf sondern aus der Intuition.
Leider fehlt im Alltag dazu meistens die Gelassenheit und Musse (Muse?)

Zeichnen schult das Formgefühl.

Manchmal ist es auch interessant mit Knetgummi nach neuen Formen zu suchen.

Eine richtige Kundenzeichnung mache ich nur auf ausdrücklichen Wunsch.

Liebe Grüsse
Anne
Matze
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Matze

 ·  #3
Hi

Ja Anne, ich kann mich dir da nur anschließen!
Gibt es denn nicht auch sogar ein jährlichen Wettbewerb im Schmuckzeichnen? In Pforzheim?
Und sonst zeichnet weiter keiner mehr?

@Anne: Hast du denn auch vielleicht ein paar schöne Entwürfe zum präsentieren?

MfG
Matze
Ulrich Wehpke
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Ulrich Wehpke

 ·  #4
El Benson
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El Benson

 ·  #5
Yau!
HAtte neulich nach Lektüre zum Thema gefragt und mir wurde auch prompt geholfen! (habe mir Schmuckzeichnen mit GZ zugelegt, sehr fein!!)
Bin zwar kein Goldschmied, dennoch sehr an Schmuck interessiert!
Als ich dann für´s Studium angefangen habe Schmuck zu zeichnen/entwerfen/ aquarellieren hat´s mich angefixt und ich fertige auch "ausserplanmässig" Entwürfe an! :bounce:

Denke aber auch, dass im Computerzeitalter das Zeichnen mit der Hand stark abnimmt. Weiss zwar nicht ob es spezielle Programme für´s Schmuckentwerfen gibt, aber andere 3D Progs können dafür auch dienen. So hatte ich z.B. schnelle Entwürfe mit Sketchup angefertigt. Die Darstellung der Oberfläche und der Kanten ist zwar nur mittelmässig, dafür sieht man recht schnell wie´s gemeint ist!

Trotzdem würde ich eher auf die konventionelle Zeichnung zurückgreifen, find ich faszinierender und auch schöner!
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Guestuser

 ·  #6
KLar ist zeichnen eine gute sache....allerdings wer soll meine zeit die ich damit verbringe (vorallem wenn es eine aquarellierte zeichnung ist ....moglichst noch mit viel edelsteine im schmuckentwurf)....bezahlen ?

Gruß Fazette
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #7
Entwurfsskizzen sind beim Bedienen der Kunden das A und O, nach wie vor.
Fein und detailliert ausgearbeitete Schmuckzeichnungen, werden schon oft, durch am PC veränderte Bilder, ergänzt oder ersetzt.
Ausgestorben ist das nicht, aber es wird natürlich anders.
stefan
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stefan

 ·  #8
hallo zusammen,
ich muss ja vom berufswegen zeichnen. mit meinen eigenen zeichnungen versuche ich meinen schülern ein gutes vorbild zu sein (klappt leider immer seltener!)
hier sind ein paar beispiele es muss ja nicht immer schmuck sein!
das wäre ein abendfüllendes thema.
gruß stefan
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Khalida
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Khalida

 ·  #9
@Stefan
mir gefallen Deine Zeichnungen!
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #10
Khalida
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Khalida

 ·  #11
ich mag auch so schön zeichnen können wie Ihr *maunz*

wo habt Ihr das denn gelernt?
tatze-1
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tatze-1

 ·  #12
sowas lernt man während der Ausbildung. Und es gibt ein tolles Buch von Harald Fischer, meinem damaligen Zeichenlehrer aus der Goldschmiedeschule. Das hat auch El Benson vorhin erwähnt.

Das ist beispielsweise einer meiner Alternativentwürfe für mein Gesellenstück ganz in Aquarell:
Khalida
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Khalida

 ·  #13
axo.
ich dachte, das, was El Benson erwähnt hat, wäre ein Zeichenprogramm für den PC.

Du machst aber auch feine Entwürfe, tatze-1
;)
tatze-1
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tatze-1

 ·  #14
Nene, das, was El Benson erwähnt hatte, ist die Software für den Schreibtisch mit Aquarellfarben, Pinsel, Schablonen, Aquarellstiften und Kreide :-)

Danke :-) Das ist nur die hier viel erwähnte, vom Kunden leider kaum bezahlte Kundenzeichnung in Aquarell. An so nem Ding sitzt man locker schon mal 2 Stunden oder mehr, je nach dem wie aufwendig der Schmuck ist, den man zeichnet. Das kann man eben nicht einfach so schnell im Laden vorm Kunden hinzeichnen, das macht man gemütlich im stillen Kämmerlein daheim. Farbe vom Pinsel lutschen ist Ernährungsprogramm für daheim ;-)

Fürs Kundengespräch im Laden sind die Sturmskizzen, die die Kollegen oben gezeigt haben. Das mache ich auch. Auf Packpapier mit Kuli und Aquarellstift.
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 ·  #15
ja liebe mitgoldfanatikerInnen, natürlich lernt man in der Grundausbildung noch Schmuckzeichnung. Ich befinde mich in der Lehre (liebe den Beruf) und bin begeisterter Zeichner, jedoch sollte man sich auch nicht ganz vor der eher neuen CAD-Technik verschliessen, man nehme als Beispiel Maxwell-gerenderte Bilder. (absolut fotogetreu) Ich persönlich finde, dass CAD als weiteres Werkzeug angesehen werden soll, jedoch nicht für Entwürfe geeignet ist. Ganz genau dafür gibt es die absolut ausreichenden Zeichnungsstile der oberen Beiträge. Apropos: das Aquarell ist wunderschön geworden. Gefällt mir sehr.
tatze-1
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tatze-1

 ·  #16
@ drone: danke :-)

CAD ist natürlich eine aktuelle Technik, die man nicht außer acht lassen sollte. Jedoch muß man seine Software wirklich beherrschen, um "fix" was zu konstruieren. Es gibt ja auch direkte Schmuckentwurfssoftware wie JewelCAD & Co., die bereits fertige Steine, Schliffe und Grundformen haben, aber ist auch nicht das Gelbe vom Ei, wie ich finde. Zettel und Stift geht schneller und übersteht auch einen Stromausfall ;-)

Ich habe mein Meisterstück u.a. auch per CAD entworfen. ICH saß an einem Kegel über nen Monat mit Unigraphics. Ich hab das Programm einfach nicht gerafft und konnte damit so gut wie nicht umgehen. Mein Kollege hat mir meinen Entwurf innerhalb von 2 Stunden an meinem Küchentisch hinkonstruiert mit Renderung und allem Zipp und Zapp, so wie Du es hier siehst :-/
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #17
Zitat geschrieben von tatze-1
...Danke :-) Das ist nur die hier viel erwähnte, vom Kunden leider kaum bezahlte Kundenzeichnung in Aquarell. An so nem Ding sitzt man locker schon mal 2 Stunden oder mehr, je nach dem wie aufwendig der Schmuck ist, den man zeichnet. Das kann man eben nicht einfach so schnell im Laden vorm Kunden hinzeichnen, das macht man gemütlich im stillen Kämmerlein daheim.


Absolut richtig. Diese aufwendige Präsentation ist für aufwendige Entwürfe geeignet. Da heute nur noch ganz wenige Kunden weltweit aufwendigen und teuren Schmuck "bestellen" ist es aus der Mode gekommen. Nach der Ausbildung wird es kaum mehr angewendet.
Heute werden aufwendige Entwürfe meist als Wettbewerbsobjekte oder Aushängeschilder für Luxusmarken angefertigt und dann so lange durch Presse und Ausstellungen gezogen bis es dann vielleicht einen Käufer findet.
Zitat geschrieben von tatze-1


Fürs Kundengespräch im Laden sind die Sturmskizzen, die die Kollegen oben gezeigt haben. Das mache ich auch. Auf Packpapier mit Kuli und Aquarellstift.

Klar, das wird auch öfters erwartet.
Ulrich Wehpke
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Ulrich Wehpke

 ·  #18
CAD-Bilder benötigen ab einer gewissen Qualitätsstufe derartig viel Zeit für das Rendering, dass man das Modell dann auch gleich in Metall zusammenbauen kann :bounce:

Zwar sind die Ergebnisse dann meist perfekt, aber auch nur dann, wenn die zu rendernde Zeichnung perfekt ist, und, - der Umgang mit den verdammt schwierigen Renderprogrammen gelernt ist und man überdies einen windhundschnellen Rechner sein Eigen nennt.

Facit: Wer zeicnen kann, lebt billiger, besser, flexibler und bewunderter!
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Guestuser

 ·  #19
Kundenzeichnungen sind und werden immer ein wesentlichen Teil der Arbeits eines Goldschmiedes ausmachen, aber es entwickelt sich auch immer mehr und mehr eine Verkümmerung in der Ausbildung von Goldschmieden an unzähligen Fachschulen - zumindest, ist es das Bild, welches ich mir machen konnte.
Angehender Goldschmiede haben oft nicht die Möglichkeit ihre Fähigkeiten vollkommen auszuschöpfen, wegen der schlampigen Unterrichtsführung einiger "Lehrer" oder welche, die meinen, sie wären's, besonders beim Zeichenunterricht. Dabei ist gerade das Zeichnen ein sehr wichtiger Teil, besonders gegenüber den Kunden sollte man schnelle & ansprechende Entwürfe vorzeigen können.
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