Hochzeitsringe Platin - Machbarkeit von Änderungen

 
marcel_k
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marcel_k

 ·  #1
Guten Tag,
ich bin bei der Google-Suche auf dieses Forum gestoßen und habe schon fleißig mitgelesen.
Ich habe Fragen bzgl. einer nachträglichen Anpassung von Ringen. Da mir gesagt wurde das man es nicht pauschal sagen könnte, versuche ich hier die Situation und den Ring möglichst genau zu beschreiben.

Wir haben Platin 950 Ringe als Eheringe gekauft, da 600er Platin dunkler war. Diese sind recht schwer, damals wussten wir noch nicht das Palladium auch eine Alternative gewesen wäre, da es ähnlich hell wie Platin 950 ist.
Da meine Frau einen einzelnen Steineinsatz vorne in der Mitte von 0,05 ct hat, sind beide Ringe 1.9mm hoch geworden (3.5mm breit) und innen bombiert. Haben eine längsmattbürstung mit einer saturnförmigen V Fuge (0.4mm).

Beim tragen merke ich doch die Dicke des Ringes. Ist es prinzipiell möglich beim Herrenring diesen nachträglich auf das Standardmaß von 1.5 oder 1.7mm zu verdünnen und dabei die Bombierung beizubehalten zwecks Tragekomfort. Die Ringe haben aktuell keine Innengravur bis auf die Metallart und Reinheit?

Mein Ring ist auch einen Tick zu groß. Uns wurde beim Kauf damals gesagt, das man Ringe 1-2 Größen rauf und runter verändern kann. Und man die Ringe erst einen Sommer und Winter probetragen sollte.

Was mich hier interessieren würde, gehen prinzipiell auch halbe Größen? Haben die meisten Goldschmiede die entsprechende Stauchmaschine dafür oder müsste es aufgetrennt, gefeilt und wieder zusammengelötet werden? Ist für eine Stauchung die Saturnfuge ein Problem und geht dabei ggbfs. kaputt, verzerrt sich oder wird eventuell nur dünner?

Vielen Dank schonmal für Antworten der Möglichkeiten.

lg Marcel
Tilo
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Tilo

 ·  #2
enger stauchen geht stufenlos, also ja, halbe Nr. sind möglich

beim engerdrücken von Gold und Silber passiert nach meiner Erfahrung nur wenig an solchen fugen und Oberflächen bei nur 1 Nr. (z.B.)
bei Platin kann das aber durchaus etwas rau werden: das matt muss nachgeschliffen werden, innen nachpoliert
und die Fuge auch, wobei sie möglicherweise minimal die Form verändert: aus exaktem v wird tendenziell eher u

nun aber auch noch dünner machen?
2 Möglichkeiten, aber nur, wenn jemand Drehbank hat, was meines Wissens nur in wenigen Werkstätten ist
außen abdrehen: Fuge geht komplett weg, muss neu gemacht werden, was im Gegensatz zur Industrie dann händisch passiert und auf keinen Fall eine exakte V-fuge, sondern eher U ergibt

innen abdrehen: klar, Fuge bleibt heil, aber der Ring wird größer. muss also bei --,3mm dünner (x 2 x pi) noch 2 Umfangsnr. mehr enger gedrückt werden, wodurch alles noch rauer wird als bei nur 1 Nr.
Saturnfuge muss nahezu sicher deutlich nachgeschliffen und -poliert werden
ich plädiere für etwas engerdrücken und an die Dicke gewöhnen
pontikaki2310
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pontikaki2310

 ·  #3
Zitat geschrieben von marcel_k

Vielen Dank schonmal für Antworten der Möglichkeiten.


Eine Möglichkeit zur "Verdünnung" der Materialstärke
ohne Eingriffe eines Goldschmieds, wären auch regelmäßige
Gartenarbeiten, Haussanierung, Schleppen von Getränkekisten oder vergleichbare Nützlichkeiten.. ;-)
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #4
pontikaki2310
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pontikaki2310

 ·  #5
Ja - aber Du weißt ja auch (ähnlich wie die Leber bei
Alkoholgenuss;-) jedes Organ wächst mit seinen Aufgaben.
Das funktioniert auch bei den Händen.
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #6
tatze-1
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tatze-1

 ·  #7
Bis dahin hat man sich an die Materialstärke gewöhnt. Ich denke, hier schreibt jemand, der vermutlich vorher keinen Schmuck getragen hat und es ihm einfach ungewohnt ist, einen Ring zu tragen. 1,9mm empfinde ich als nicht zu stark für einen Trauring, der alle Widrigkeiten des Lebens überleben soll.
marcel_k
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marcel_k

 ·  #8
Danke für die Antworten
@tatze-1 ja das ist korrekt, ich habe vorher keinen Ring getragen
@Tilo danke für die Ausführung. Mir war nicht bewusst das es dann direkt nochmal 2 Nummern kleiner machen wären. Hätte zwar damit gerechnet das es kleiner gemacht werden müsste, da Innendurchmesser dann anders, aber nicht das es so stark dann ist.

Wieso wird Platin tendenziell rau beim Stauchen aber Silber und Gold nicht?
Tilo
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Tilo

 ·  #9
wenn Legierungen von der (schmelz)flüssigen Form in die feste übergehn (bei Trauringen oft ein Rohr), dann bildet sich beim Erstarren ein Gefüge aus winzigen Metallkristallen,
und die sind bei Platin wesentlich größer als bei Gold
beim engerdrücken verschieben sich die Kristalle gegeneinander
bei Gold sind die so klein, dass das bei 1..2 Nr. ändern optisch kaum auffällt, aber bei den größeren Kristallen von Platin (und vermutlich auch Palladium) ensteht ruckzuck eine Oberfläche ähnlich Orangenhaut
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