Selbst-piercende "Sleepers"?

 
MuellerwWP
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MuellerwWP

 ·  #1
Liebe Alle,
Beim Übersetzen des französischen Wikipedia-Artikels habe ich eine Passage gesehen, in der von selbst-piercenden Ohrringen die Rede ist.

Ich habe eine englischsprachige Webseite gefunden, die sie beschreibt. Das sind Creolen-Clips. Anders als bei normalen Clips ist die vorderseite nicht irgendwie verdickt, sondern ein normaler, dünner Draht. Der steht unter Spannung. Die Rückseite hat ein Loch, das diesen Draht dann aufnehmen kann. Man legt den Ohrring an, und in einigen Stunden oder gar Tagen drückt sich der Draht in den Verschluss rein und ein Ohrloch entsteht.

Gab es sowas auch in Deutschland? Habt ihr vielleicht noch andere Vintage-Methoden, die in Deutschland genutzt wurden?

Das Buch Aufs Ohr geschaut hat einen ganzen Artikel darüber, aber eher weniger über Instrumente vor der Ohrlochpistole.
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #2
Das klingt nach einer tagelangen, schmerzvollen Erfahrung. Ich habe noch nie von so einer Methode gehört, alle, die ich kenne, funktionieren mit einem schnellen Stich, um es so schmerzlos wie möglich zu machen.

Es gab eine Methode ein Röhrchen durchzuschiessen und dann den Ohrstecker ins Röhrchen einzuführen und auf der Rückseite das Röhrchen herauszuziehen, dann natürlich die Nagelmethode bei Schreinern auf der Walz und andere Mutproben.
Silberfrau
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Silberfrau

 ·  #3
Uh, mir klingt das auch nach Folter. Wer sollte das wollen?
Ich hatte Bekannten die in der guten alten Zeit über den Landweg nach Indien gereist sind. In Afghanistan hat sich dann der Mann einen Edelstein ans Ohr machen lassen, mit einem FADEN. Es soll sich übel entzündet haben.
MuellerwWP
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MuellerwWP

 ·  #4
Ich bin Eurer Meinung, aber Wikipedia (FR) nannte das Aufkommen neuer Stechmethoden als Grund für die neue Popularität von Ohrlöchern. Die Sleeper werden explizit genannt.
Silberfrau
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Silberfrau

 ·  #5
Unter Hitler waren Ohrlöcher verpönt, da nicht ausreichend germanisch oder so...Danach wurden Ohrlöcher wieder populärer. Ein Schussautomat ist ja nicht unbedingt notwendig. Ich habe immer einen Ohrstecker mit angespitzter Spitze verwendet und eine rohe Kartoffel hinters Ohr gehalten. Die Mutter hatte eine Kappe.
Mit den "Sleepers" kann man doch kein Auge zu tun.
Aber auf Frankreich mag es ja zutreffen. Mit ner Buddel Wein intus...
MuellerwWP
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MuellerwWP

 ·  #6
Das Buch "auf das Ohr geschaut" geht diesen Wechseln der Mode auch nach. Besonders wird darauf hingewiesen, dass man dachte, dass eine Wunde am Ohr dem Auge wehtun würde. Dieser Glaube verflog Ende des 19. Jahrhunderts, blieb aber ein Volksglaube. Das erklärt dann, weshalb die Popularität der Ohrringe zurückgeht, aber ungleichmäßig.

Ich habe mal in Paris in einer Warteschlange im Supermarkt ein Afro Baby mit Bindfäden als Ohrringe gesehen. "Aufs Ohr geschaut" sagt, dass einen Draht mit der Nadel durchs Ohr zu ziehen und dann im Ohrloch zu belassen, auch in Deutschland lange ein Mittel der Wahl war.

Die Sleeper scheinen mir auch viel unangenehmer zu sein als ein kurzer Stechvorgang. Die von mir eingangs erwähnte Webseite sagt, die Tochter der Autorin habe Sleeper getestet und weit vor der Entstehung eines Ohrloches aufgegeben. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das irgendwie hygienisch ist. Das ist ja noch ein Thema.
Silberfrau
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Silberfrau

 ·  #7
Das mit dem Draht habe ich auch mal gemacht, als mir ein Ohrloch, aber nur von der Rückseite, zugewachsen war. . Einen dünnen Silberdraht durchgestochen, war nur ein dünnes Häutchen, und nach einer Woche oder so was dickeres rein.
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