Goldliche Legierungen für Trauringe

 
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Legierungsfrager

 ·  #1
Ich und meine Frau suchen widerstandsfähige Ringe. Wir sind sowohl viel handwerklich/im Garten tätig als auch Belastungen leichter Säuren o.ä. ausgesetzt (natürlich nichts, was die Haut wirklich angreift, aber manchmal merkt man das schon).

Farblich dachten wir an etwas goldliches, vielleicht etwas heller als 23.5K Gold und nichts zu weiches.
Was für Legierungen sind da gut?

Was für Gehalt an Gold, Palladium, Silber, Kupfer, Magnesium kommt da in Frage?
tatze-1
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tatze-1

 ·  #2
Magnesium gar nicht. Gold 585 mindestens. Weitere Legierungsbestandteile in % wird dir kein Verkäufer genau sagen können, weil die Hersteller die Rezeptur nicht rausrücken. Ansonsten kann man sagen:

Gelbgold -> Gold, Silber, Kupfer
Weißgold -> Gold, Palladium, Kupfer oder Gold, viiiiiiel Silber, Kupfer, minimal Zink
Rotgold -> Gold, fast vernachlässigbar Silber, viel Kupfer

Ich würde 585 Gelbgold nehmen. Schön gelb und belastbar. Säureresistent sind eh alle Edelmetalle und ihre Legierungen ab 585.
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Legierungsfrager

 ·  #3
Warum sollte ich einen Ring kaufen, wenn ich nicht weiß welche Metalle drin sind? Nur 60 % zu kennen finde ich etwas dünn. Wie soll ich da abschätzen wie er in 20 Jahren aussieht?

Besteht bei 14K Legierungen keine Gefahr, dass Silber und Kupfer oxidieren?
Warum kein Magnesium?
Gold+Kupfer+Silber klingen ein bisschen weich.
Palladium bleicht leider sehr stark.
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 ·  #4
PS: Das genaue Mischverhältnis zwischen Kupfer und Silber ist natürlich nicht relevant, solange die Farbe erträglich ist. Die anderen Bestandteile zu kennen reizt mich schon.
Tilo
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Tilo

 ·  #5
ich sehe die Erwartungen an die goldfarbigen Ringe für deutlich zu hoch und rate dringendst ab, welche anzuschaffen.
oder dazu, die Erwartungen an die Oberflächengüte zu reduzieren!

denn sie sind mittlerweile ganz schön teuer und werden doch bei rücksichtsloser Behandlung mächtig Kratzer bekommen, da die Kombination aus weichem Gold, weichem Silber und weichem Kupfer zwar sehr viel widerstandsfähiger ist als die einzelnen Bestandteile, aber eben immer noch weicher als viele Alltagsgegenstände, mit denen sie in Kontakt kommen

viele Goldschmiede wissen mehr als ein reinerWiederverkäufer (Juwelier) welche Legierung sie konkret mischen oder bei der Scheideanstalt beziehen, aber nicht jeder Goldschmied hat die Werkstattausrüstung, mittels Ringwalze die Grundhärte durch Kaltverformung zu erhöhen
manche löten einfach ein Band,
manche beziehen Rohlinge aus Strangguss
manche gießen selbst (in Endgröße)

rein theoretisch könnte es zwar in der Dentalbranche gelbe Goldlegierungen mit größerer Härte dank sehr spezieller Zusatzbestandteile geben, aber die können dann Nachteile haben wie z.B., dass späteres Vergrößern der Ringe nicht normal funktioniert, sie reißen evtl., wenn sie ohne Wissen um die Eigenschaften/Legierung ganz normal behandelt werden
zudem sind die Dentallegierungen noch teurer als das eh schon teure Gold und zusätzlich kostentreibend ist: braucht zum Herstellen mehr Material als die Ringe am Ende wiegen
ist bei den normalen Legierungen kein Problem, da man Produktionsreste beim nächsten Stück verwenden kann, bei einer kundenspezifischen Sonderlegierung ist das dann Scheidgut
und: es ist einigermaßen schwierig, Farbproben der Dentallegierungen, die man sich anhand der technischen Daten herausgesucht hat, für die Beratung zu organisieren


ich könnte selbst legieren, fugenlos herstellen und härtesteigernd walzen, habe aber während der Geschäftszeiten keine Kapazität für zeitraubende Fernbesprechung mit Farbproben schicken, dazu diverse Profile und die noch in verschiedenen Breiten, Ringmaße und hin und her. allenfalls bei mir vor Ort kann ich diese Beratung im persönlichen Gespräch machen.
(dass ich jetzt so ausführlich geschrieben habe, ist, weil ich im Urlaub bin und hier genug Zeit habe)
DadaKaka
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DadaKaka

 ·  #6
Warum kein Magnesium?

Weil
a) hoch entzündlich, selbstentzündend
b) verbrennt mit hoher Temperatur und sehr grell
c) und als i-Tüpfelchen wird bei der Verbrennung auch noch UV-Strahlung freigesetzt sodass
d) durch b+c bei fehlendem Schutz der Augen eine reelle Gefahr der Erblindung besteht

Warnhinweis: Nicht mit Wasser löschen, sonst macht's bumm. Wenn brennendes Magnesium mit Wasser in Berührung kommt entsteht, Magnesiumoxid und Wasserstoff.
Raustland
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Raustland

 ·  #7
@ legierungsfrager,

woher kommt denn die Kompetens anhand von Legierungszusammensetzungen die Obtik in 20 Jahren beurteilen zu können?
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #8
Zitat geschrieben von Guestuser

Ich und meine Frau suchen widerstandsfähige Ringe. Wir sind sowohl viel handwerklich/im Garten tätig als auch Belastungen leichter Säuren o.ä. ausgesetzt (natürlich nichts, was die Haut wirklich angreift, aber manchmal merkt man das schon).
Im Laufe von Jahrhunderten haben sich Goldlegierungen für täglich zu tragende Ring aus 14 Karat und 18 Karat Gelbgold bewährt. Im Durchschnitt aller Legierungsvarianten und Bearbeitungsformen (härten, walzen und so weiter) ist 14 Karat Gelbgold etwas härter und 18 Kt Gelbgold etwas weicher aber zäher. Die Diskussionen darüber, welche Legierung besser sei, sind so lange wie Diskussionen über Betriebssysteme bei Computern. Denn Härte ist bei der Abnutzung nicht alles.
Ich meine zu beobachten, dass 18 Kt Gelbgold leichte Vorteile gegenüber 14 Kt Gelbgold hat.
Definitiv und unstrittig weniger Abnutzung und damit meine ich den Materialverlust bei jahrzehntelangem Tragen, hat Platin in den hohen Legierungen ab 80% Anteil. Weit verbreitet ist 950er Platin.

Zitat geschrieben von Guestuser


Farblich dachten wir an etwas goldliches, vielleicht etwas heller als 23.5K Gold und nichts zu weiches.
Was für Legierungen sind da gut?

Was für Gehalt an Gold, Palladium, Silber, Kupfer, Magnesium kommt da in Frage?

Bei den Legierungen 14 und 18 Kt Gelbgold ist meist Silber und Kupfer im Verhältnis 60 zu 40 beigemischt.
Palladium verwendet man nur zum entfärben, um Weißgold herzustellen und Magnesium nie als Legierungsbestandteil.
Es gibt jedoch noch Legierungszusätze, die für Feinkornbildung, Entgasung usw. zugesetzt werden. DIe werden jedoch nicht gelistet und ändern auch die Farbe nicht.
Legierungsfrager
 
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Legierungsfrager

 ·  #9
@Raustland Wenn ich die uneingeschränkt hätte, würde ich hier nicht so dumm fragen. Und doch gibt es einen Unterschied zwischen eingeschränkter Mündigkeit und unverschuldeter Unmündigkeit.

@Tilo Danke, Kaltverformung klingt sehr sinnvoll für mich. Ich behalte das für unsere Diskussion mal im Hinterkopf. Wo wäre dein Geschäft?
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #10
Zitat geschrieben von Guestuser

Warum sollte ich einen Ring kaufen, wenn ich nicht weiß welche Metalle drin sind? Nur 60 % zu kennen finde ich etwas dünn. Wie soll ich da abschätzen wie er in 20 Jahren aussieht?
Diese Abschätzung ist einem Käufer grundsätzlich verwehrt.
Zitat geschrieben von Guestuser


Besteht bei 14K Legierungen keine Gefahr, dass Silber und Kupfer oxidieren?
Das darin enthaltene Silber oxidiert nicht in dieser Gelbgoldlegierung, aber wenn ein Schmuckstück Jahrzehnte in einer korrosiven Umgebung unberührt liegt, habe ich schon eine leichte Korrosion des Kupferanteils an der Oberfläche bemerken können. Die ließ sich aber immer mit leichtem reiben mit einem Poliertuch wegwischen. Bei 18 Karat Gelbgold oder höheren Legierungen habe ich das nicht beobachtet.
Bei täglichem oder häufigem Tragen eines Eheringes, gibt es jedoch keine Anlauffarben bei 14 Kt Gelbgold.
Zitat geschrieben von Guestuser

Warum kein Magnesium?
Wozu Magnesium?
Zitat geschrieben von Guestuser

Gold+Kupfer+Silber klingen ein bisschen weich.
Stimmt, als reine Metalle sind sie es auch, die Legierung ist dann anders in den Materialeigenschaften. Das ist wie in der Chemie, Chlor ist sehr aggressiv korrodierend, Natrium ist mit Wasser hochexplosiv und Natriumchlorid ist als Speisesalz ein essentieller Nahrungsbestandteil.
Zitat geschrieben von Guestuser

Palladium bleicht leider sehr stark.

Eben, aber auch andere Metalle der Platingruppe wie Nickel entfärben Goldlegierungen recht wirksam.
Raustland
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Raustland

 ·  #11
Zitat

Und doch gibt es einen Unterschied zwischen eingeschränkter Mündigkeit und unverschuldeter Unmündigkeit.


Ja, einmal bist du im Bezug auf Eheringe nicht geschäftsfähig und einmal ist es nicht sicher ob du überhaupt geschäftsfähig bist.

Und, was willst du uns jetzt damit sagen?
Brettwerk
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Brettwerk

 ·  #12
@Raustland: Der Anfrager möchte sich, soweit das für einen Laien möglich ist, eben ein Bild machen können und sucht die ihm dafür wichtig erscheinen Informationen. Daran ist doch nichts Verwerfliches...
Tilo
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Tilo

 ·  #13
ich bin in Eilenburg zwischen Leipzig und Torgau

auch wenn raustland hier etwas grob rüberkommt, macht auch er das ganz prima mit Kaltverformung nach dem Guss, wenn man ihn zur Besprechung im Geschäft in Landau Isar besucht
Raustland
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Raustland

 ·  #14
Zitat

Ich behalte das für unsere Diskussion mal im Hinterkopf.


Er will wohl eher Diskutieren

Zitat

Und doch gibt es einen Unterschied zwischen eingeschränkter Mündigkeit und unverschuldeter Unmündigkeit.


Der Satz ist nicht von mir, sondern einfach eine Phrase die nichts mit dem Thema Legierungen zu tun hat. Da wird man doch mal nachfragen dürfen.

Auch will er das Aussehen von der Legierung in Jahren beurteilen können. Wie soll das gehen?
Auch da wird man noch mal fragen dürfen. Vielleicht lernt man was.
Silberfrau
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Silberfrau

 ·  #15
>>Diese Abschätzung ist einem Käufer grundsätzlich verwehrt.<< Dieser Satz ist sowas von gut!
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #16
Zitat geschrieben von Silberfrau

>>Diese Abschätzung ist einem Käufer grundsätzlich verwehrt.<< Dieser Satz ist sowas von gut!

:happy:
Spaß muss sein. Wenn Einschätzung statt Abschätzung verwendet worden wäre, hätte ich mir vielleicht eine andere Antwort ausgedacht.
pezzottait
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pezzottait

 ·  #17
Zitat geschrieben von DadaKaka

Warum kein Magnesium?

Weil
a) hoch entzündlich, selbstentzündend.....

Das halte ich für ein Gerücht! Im Anhang seht ihr meinen Glücksbringer, einen Bleistiftspitzer aus Magnesium, der mir vor 50 (fünfzig) Jahren bei meiner Matura beigestanden hat.
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Magnesium-Spitzer
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Tilo
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Tilo

 ·  #18
selbstentzündend bei Spänen
ist aber egal, in Legierung ist sowas eh nicht relevant
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #19
capcuadrate
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capcuadrate

 ·  #20
Also, wenn Du, wie ich, den Ring fast nie abnehmen wirst und viel im Garten oder sonstwo rumwerkelst, wird Dein Ring sowieso eine matte Patina bekommen. Meiner ist 585 Gelbgold und erduldet das schon über 30 Jahre. Und wahrscheinlich wird doch sowieso ausser deiner Frau jemand dem Ring so nahe kommen, dass er die Gebrauchtspuren bemerkt.

Cap
Tilo
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Tilo

 ·  #21
sieht für mich nicht so aus, als ob Legierungsfrager noch an dem Gespräch beteiligt ist
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #22
Zitat geschrieben von capcuadrate

Also, wenn Du, wie ich, den Ring fast nie abnehmen wirst und viel im Garten oder sonstwo rumwerkelst, wird Dein Ring sowieso eine matte Patina bekommen. Meiner ist 585 Gelbgold und erduldet das schon über 30 Jahre. Und wahrscheinlich wird doch sowieso ausser deiner Frau jemand dem Ring so nahe kommen, dass er die Gebrauchtspuren bemerkt.

Cap

Oh, und ich dachte er soll am Finger getragen werden...... :-)
Kornelia Sch
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Kornelia Sch

 ·  #23
:lol:
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