Moderne Punze 585 oder vergoldet

 
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 ·  #1
Liebe Experten
ich bin sehr verwirrt, was die beigefügte Punze mit dem Matrix Code angeht. Ist das eine Punze für Gold oder irgendeine neue Bezeichnung einer Vergoldung?
Vielen Dank!
Rafi
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Moderne Punze 585 oder vergoldet
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #2
holger 57
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holger 57

 ·  #3
Hallo,
die Form der Punze (ohne Matrix Code) erinnert mich an Punzen der UdSSR
Also vielleicht aus Russland und der Matrix Code ist Info zur Herstellerfirma.
Gruß Holger
pontikaki2310
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pontikaki2310

 ·  #4
Moin Guestuser, bitte zeige das ganze Stück und
nicht nur den Stempel.
Es handelt sich scheinbar um ein nach Russland
eingeführtes Schmuckstück bzw. Uhr oder ein Gerät
aus 14karätigen/585er Gold.
Wie ich diesem Artikel glaube entnehmen zu können,
wollen die russischen Behörden für eingeführtes Gold
(evtl. nur aus der Schweiz?) einen QR-Code zusätzlich
zum Stempel einführen - resp. handhaben das bereits
seit 2019 so (ungefähr zur Hälfte runterrödeln):
https://www.fhs.swiss/file/6/RA_2020_francais_web_LR.pdf
-
Jetzt hab ich auch noch etwas diesbezügliches aus dem
Jahr 2019 gefunden:
"Russland
Schweizer Uhren ohne QR-Code
Befreiung von der zusätzlichen Kennzeichnung
Die FH hat sich seit über zwei Jahren unermüdlich mit den russischen Behörden für eine Befreiung von Schweizer Uhren von der Kennzeichnungspflicht eingesetzt.
Diese betrifft Uhren aus Edelmetallen (Lasermarkierung eines QR-Codes).
Ziel des Gesetzes, das 2020 in Kraft treten soll, ist die Identifizierung und Rückverfolgbarkeit aller auf dem russischen Markt angebotenen Artikel, unabhängig davon, ob sie lokal hergestellt oder importiert wurden.

Neben den Grundsätzen der Verwaltungsvereinfachung, der
Anwendung der WTO-Regeln zu Handelshemmnissen und der
Bestehensmöglichkeit der Herstellermarke in der Schweiz hob die FH
insbesondere die Bestimmungen des bilateralen Abkommens
über die gegenseitige Anerkennung von amtlichen Kennzeichen auf Uhren aus Edelmetallen hervor, das 2013 in Kraft trat.
Das von der Schweiz im Rahmen des Beitrittsverfahrens Russlands zur WTO ausgehandelte Abkommen sieht ausdrücklich vor, dass die Vertragsparteien auf ihr Recht auf zusätzliche Prüfungen, Analysen oder Kennzeichnungen von Uhren in seinem Geltungsbereich verzichten.
Die Entscheidung hatte sich lange hingezogen, fiel aber schließlich im Frühsommer 2019 während eines Besuchs von Staatssekretärin Ineichen-Fleisch in Moskau, an dem die FH teilnahm. Vizeminister Oreschkin bestätigte die Ausnahmeregelung für gekennzeichnete Schweizer Uhren in Gesprächen mit dem Minister für wirtschaftliche Entwicklung. Die Entscheidung wurde später schriftlich mitgeteilt. Die Schweiz ist das einzige Land, dem eine Ausnahmeregelung von der bevorstehenden russischen Verordnung gewährt wurde, und diese wurde offensichtlich nicht als Gefälligkeit gewährt. So selbstverständlich und logisch dies auch erscheinen mag, war es in der Praxis keine Selbstverständlichkeit, daher die intensiven Bemühungen der FH, die berechtigten Interessen der Branche zu schützen. Da Schmuckwaren nicht von der Ausnahmeregelung erfasst werden, hat sich die FH für ein möglichst einfaches Verfahren ausgesprochen, das die Produktintegrität priorisiert, beispielsweise durch die Zulassung einer obligatorischen Kennzeichnung auf Etiketten. Eurasische Wirtschaftsunion
Im Jahr 2018 verabschiedete die Eurasische Wirtschaftsunion – Armenien, Belarus, Kasachstan, Kirgisistan und Russland – eine Verordnung zur Begrenzung der Verwendung gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten (EAWU 037/2016, auch bekannt als EEU-RoHS). Aus internen Gründen wurde das Inkrafttreten der Verordnung auf den 1. März 2020 verschoben. Die aktuellen Bestimmungen der EEU-RoHS sind in mindestens zwei Bereichen problematisch: erstens hinsichtlich ihres Anwendungsbereichs und zweitens hinsichtlich ihrer administrativen Formalitäten, die deutlich strenger sind als beispielsweise die derzeit in der Europäischen Union geltenden. In der Praxis bestehen weiterhin Interpretationsunterschiede bei Produktdefinitionen und -klassifizierungen, und es herrscht daher Unklarheit darüber, ob elektronische Uhren unter die neue Verordnung fallen. Folglich bestehen ähnliche Unsicherheiten hinsichtlich der explizit betroffenen Produktkategorien. Auf administrativer Ebene sieht die eurasische Gesetzgebung unter anderem die Pflicht für Hersteller vor, ihre Konformitätszertifikate zu registrieren. Dies ist außergewöhnlich, da es in keinem anderen Land mit vergleichbaren Regelungen vorgeschrieben ist, ganz abgesehen von den zusätzlichen Kosten und administrativen Verzögerungen, die dadurch entstehen würden und dem gesamten Sektor schaden würden."
DadaKaka
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DadaKaka

 ·  #5
Ich glaube nicht, dass das Schmuckstück (?) etwas mit Russland zu tun hat.

Warum es nicht die russische Frauenkopf-Punze ist:

Russland verwendet seit Jahrhunderten den Kokoschnik-Frauenkopf (Кокошник) als Feingehaltsstempel – aber:

Russische Kokoschnik-Punzen haben IMMER:

1. das Gesicht streng nach links (←)
2. eine klar erkennbare, hohe Kokoschnik-Kopfbedeckung
3. neben dem Kopf zwei Pflichtangaben:
Feingehalt in Ziffern (z. B. 583, 750)
Stadt-/Assay-Code in kyrillischem Buchstaben (z. B. „М“ = Moskau)
4. eine deutlich ovale oder schildartige Rahmenform
5. eine sehr charakteristische Linienführung

Was bei der Punze NICHT zu russischem Standard passt:

Der Rahmen ist rechteckig, nicht oval.

Der Kopf wirkt modern, helmartig, nicht wie ein traditioneller Kokoschnik.

Es fehlt jedes kyrillische Zeichen.

Die Anordnung „M – Kopf – 585“ ist deutsch/mitteleuropäisch, nicht russisch.

Moderne russische Goldpunzen enthalten keine Laser-Matrix-Codes, sondern einen klaren Laser-Hallmark mit Jahrescode.
Tilo
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Tilo

 ·  #6
du hast das zwar sehr bestimmt geschrieben als ob das alles unwiderlegbare Tatsachen wären, aber mir scheint das inkonsistent, grad auch bzgl. dem Rahmen, der wirklich genau so aussieht wie beim Goldstempel 583 über Jahrzehnte der Sowjetzeit, nur dass da statt Frauenkopf der Sowjetstern drin war

die Goldfarbe ist zumindest auf dem Foto nicht russischtypisch, beweist aber nichts

und bzgl. Kokoschnik scheint mir nach kurzem googln auch eine eher kompakte Version denkbar als moderne Interpretation
was ist mit den ehemaligen Sowjetrepubliken als Herkunft der Kennzeichnung? da gibts doch einige, wo auch kokoschniks üblich sind: Belarus, Ukraine. und wie wird aktuell in Polen gestempelt? in den Staaten ehemals Jugoslawien?

gezeigt wird vermutlich die eine von beiden Endkappen einer Kette (oder band)

bei den internetshops, die russischen Schmuck verkaufen, sind leider wie so oft im Netz keine echten Fotos, sondern Renderings ohne Stempeol
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #7
Nachdem hier keine weiteren Bilder des Schmuckstückes gezeigt werden und nur die Markierung gezeigt wird und auch dieses Bild nicht sicher als eigenes Bild verifiziert werden kann, neige ich dazu den Thread zu schließen.

Ich warte noch bis morgen ab, ob die ganze Kette und nicht nur die Endkappe gezeigt wird.
MaJa
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MaJa

 ·  #8
Zitat geschrieben von DadaKaka

Ich glaube nicht, dass das Schmuckstück (?) etwas mit Russland zu tun hat.

Warum es nicht die russische Frauenkopf-Punze ist:

Russland verwendet seit Jahrhunderten den Kokoschnik-Frauenkopf (Кокошник) als Feingehaltsstempel – aber:

Russische Kokoschnik-Punzen haben IMMER:

1. das Gesicht streng nach links (←)
2. eine klar erkennbare, hohe Kokoschnik-Kopfbedeckung
3. neben dem Kopf zwei Pflichtangaben:
Feingehalt in Ziffern (z. B. 583, 750)
Stadt-/Assay-Code in kyrillischem Buchstaben (z. B. „М“ = Moskau)
4. eine deutlich ovale oder schildartige Rahmenform
5. eine sehr charakteristische Linienführung

Was bei der Punze NICHT zu russischem Standard passt:

Der Rahmen ist rechteckig, nicht oval.

Der Kopf wirkt modern, helmartig, nicht wie ein traditioneller Kokoschnik.

Es fehlt jedes kyrillische Zeichen.

Die Anordnung „M – Kopf – 585“ ist deutsch/mitteleuropäisch, nicht russisch.

Moderne russische Goldpunzen enthalten keine Laser-Matrix-Codes, sondern einen klaren Laser-Hallmark mit Jahrescode.


Entschuldigung, aber die obigen Angaben stimmen überhaupt nicht. Was wir hier haben ist eine russische Punze nach 1994 für 585/14K Gold aus dem Bezirk Moskau/zentralen Bezirk.
Hier eine grobe Zusammenfassung der russischen Punzen der letzten 125 Jahre:
Die Kokoschnik wurde 1896 mit Gültigkeit ab 1899 eingeführt. Im Zeitraum 1899-1908 war der Blick nach links, danach, ab 1908, nach rechts. Im Laufe der Zeit hat sich die Kokoschnik und die Form der Punze immer leicht geändert. 1926 wurde die Kokoschnik abgelöst durch einen Arbeiter Kopf mit Mütze und Hammer, gültig bis 1958. Von 1959 - 1994 gab es den sowjetischen Stern mit Hammer und Sichel. Ab 1994 ist es wieder die nach rechts blickende Kokoschnik/Frauenkopf.
Die Legierungen in der Zarenzeit bzw. bis 1926 waren auf Basis der 96, danach wurde umgestellt auf 1000, sprich 583 für 14K Gold. Seit 1994 gilt 585 für 14K Gold.
Zu den Buchstaben: griechische Buchstaben bis 1926 (für Moskau das griechische delta), danach kyrillische Buchstaben mit dem "M" für den Bezirk Moskau/bzw den "zentralen Bezirk".
Auch hat sich die Form der Punze - abhängig vom Edelmetall - immer wieder geändert, auch innerhalb der jeweiligen oben beschriebenen Phasen gab es immer wieder kleine Änderungen.

Hier auch Beispiele aus dem Buch von Gruzdeva/Karpov (Seite 92 oben):
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Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #9
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