Gold gießen und verarbeiten

 
Benny79
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Benny79

 ·  #1
Moin, ich mache hier mal den Tread extra auf, da ich beim vorigen Thema nicht abschweifen wollte.
So, ich habe letzte Woche Ringe (alle 585) Altgold gereinigt, Steine entfernt, und mit meinem Kartuschenbrenner (Lötmeister 1750) in Keramikschale mit Borax Zusatz eingeschmolzen.
Hat geklappt. Aber beim schmieden und anschließenden Walzen haben sich Risse im Material ergeben. Habe wie bei Silber immer zwischengeglüht und gebeizt. Das Gold war auch teufelshart. Diese Risse haben mich insgesamt 3 x dazu bewegt, alles wieder einzuschmelzen.
Erst beim vierten Versuch ging es einigermaßen, aber auch nicht zufriedenstellend. Habe letztendlich einen massiven Ring daraus hergestellt, und einen kleinen Riss auf der Innenschiene zugelötet. Man sieht davon jetzt nichts mehr.
Was habe ich falsch gemacht??
Bei Silber noch nie passiert.
Bei Gold muss ich wohl noch dazu lernen!? Fotos von den Rissen habe ich nicht gemacht, aber ihr wisst ja sicherlich wie sowas aussieht.
Wäre Nett, wenn ihr mir paar Tipps geben könnt.
Tilo
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Tilo

 ·  #2
hart ist relativ (im Vergleich zu Silber ist es natürlich härter, aber war es härter als 585 Mischgold normal immer ist?)
ich arbeite schon immer viel mit mit Altgold
selten kommt es mal vor, dass es rissig wird
da nehme ich einfach anderes und gut
die Ursache lässt sich eh nicht klären


richtig übel war mal, als ich aus Altgold durch Palladiumzugabe Weißgold machen wollte
das war krass hart und brachte meine Ringwalze zum Ächzen und brach nach geringer verformung
einmal und nie wieder
Silberfrau
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Silberfrau

 ·  #3
Rotgold? Bei mir auch sehr spröde.
Tilo
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Tilo

 ·  #4
mit rotgold 583 (Altgold halbwegs sortenrein aus russischer fertigung) (und 333 rötlich Altgold)habe ich nie probleme
bei meiner seltenen Verwendung von 750er rot zum Glück auch nicht
pontikaki2310
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pontikaki2310

 ·  #5
Wenn mir das x mit rissigem Gold nach dem Walzen
geschah, dann hab ich's nochmal geschmolzen und
ein Mittel mit dem lautmalerischen Namen "Auropurifax"
(klingt irgendwie wie'n Goldschmied bei Asterix;-)
zur Schmelze dazugegeben. Ich glaube , das Mittel
gibt's immernoch......
Silberfrau
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Silberfrau

 ·  #6
Zitat geschrieben von Tilo

mit rotgold 583 (Altgold halbwegs sortenrein aus russischer fertigung) (und 333 rötlich Altgold)habe ich nie probleme
bei meiner seltenen Verwendung von 750er rot zum Glück auch nicht
Selber legiertes ging. Aber hier geht es auch um Reste, da hatte ich eins, das ich 3x ausgeglüht habe bis der Ring rund gebogen war.
Benny79
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Benny79

 ·  #7
Also kennt ihr das auch!? Ich dachte halt immer, das Gold so gut verformbar, dehnbar ist. Das geht mit Silber aber deutlich besser. Bei mir war es 585 er Gelbgold, also nicht Rot.
Werde mal dieses "Auropurifax" suchen, auch wenn ich jetzt nicht so viel mit Gold arbeiten werde, lasse ich das so nicht stehen. Und das Material war auch gestempelt. Ist also nicht so, das ich mich vertan habe.
Hab zuhause noch so ein schwarzes Schmelzpulver von Gosiba. Das wirkt ähnlich wie Borax.
Falls euch noch was einfällt, bitte gebt mir die Tipps.
Tilo
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Tilo

 ·  #8
schwarzes schmelzpulver? das find ich seltsam!

Goldlegierungen sind nunmal härter als feinedelmetalle
bei Silber zudem 92,5% Silber und nur wenig Kupfer
Si Ku 50:50 ist auch deutlich härter
dann kommt bei Gelbgold neben Si noch Ku dazu, also 3 Stoffe, die das nochmal härter machen

und zu allem Überfluss hast du diverse Ringe mit wohl zum teil industriellen, gusserleichterden zusatzstoffen und somit ein Gemenge, das logisch deutlich härter ist als 92%iges Silber

333er ist tendenziell weicher, insbesondere die zinkhaltigen gelben
und 750er auch wegen hohem Goldanteil
585er dazwischen ist zufälligerweise der Bereich mit den härtesten Legierungen

solche Dinge lassen sich in den technischen Daten der Scheideanstalten nachlesen (Heimerle, Burger, Hafner, Wieland usw usf)
selbst bei Jeddeloh gibts so eine Tabelle für deren Halbzeuge/Legierungen
pontikaki2310
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pontikaki2310

 ·  #9
Zitat geschrieben von Benny79

Werde mal dieses "Auropurifax" suchen, ......
Falls euch noch was einfällt, bitte gebt mir die Tipps.


Das Auropurifax hat inzwischen einen anderen Namen
bekommen: "Semida".
Bestellen ohne "Profi-Schein"/Gewerbeanmeldung könnte
schwierig werden:
https://www.e-dohrmann.de/chem…ulver.html
-
https://www.j-felber.at/Giesst…anguage=de
-
https://goldschmiedebedarf.de/…ts_id=4782
-
In diesem Beitrag kannst Du sicher einiges Wissen rund
um dieses Thema für Dich rausziehen:
schmuckforum/ftopic18333.html
Benny79
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Benny79

 ·  #10
Super erklärt Tilo, das ist einleuchtend, danke.
Schwarzes Schmelzpulver:
https://goldschmiedebedarf.de/…ts_id=4784

Danke Marion für den Tipp. Das von mir verwendete Schmelzpulver hat ja angeblich ähnliche Funktion.
Aber ist ein Versuch wert.
Tilo
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Tilo

 ·  #11
das schwarze zeug wirkt gegenteilig zu Borax
Borax hält Sauerstoff fern, Kaliumnitrat gibt Sauerstoff ab
Probleme durch zu viel Sauerstoff in der Flamme werden mit dem schwarzen zeug noch größer
>
Probleme durch unedle, zu Härte/Sprödigkeit führende, Beimengen könnten evtl. behoben werden, indem die beimengungen zu schlacke oxidieren

also erst mit dem schwarzen zeug und dabei umrühren
und dann mit borax schmelzen
pontikaki2310
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pontikaki2310

 ·  #12
Zitat geschrieben von Benny79

....Das von mir verwendete Schmelzpulver hat ja angeblich ähnliche Funktion.


Ja, das ist genau das Pulver, das früher Auropurifax
hieß, und jetzt Semida heißt.
Benny79
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Benny79

 ·  #13
Ja werde ich beim nächsten Mal beachten.
Mal sehen, wie es wird.
Danke euch.
Raustland
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Raustland

 ·  #14
Tilo
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Tilo

 ·  #15
bin gespannt, ob das was bringt
ist jedenfalls ein heillosses Durcheinander von Foto, Beschreibung und Sicherheitsdatenblatt

und ich weiß nichtmal, was du als falsch ansiehst, den du verlinkst das gleiche Zeug wie auch Benny und Marion verlinkt hat, nämlich semida/Auropurifaxx, das ein Gemisch aus oxidierend und oxidierungsschützenden Stoffen ist, wodurch echt verwirrt bin bzgl. Wirkung
also Kaliumnitrat (E 252) stark oxidierend
Pottasche
und Borax, sauerstoffschützend
Silberfrau
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Silberfrau

 ·  #16
Der Uli wenn noch da wäre... aber glaub, er hat davon abgeraten?
Tilo
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Tilo

 ·  #17
evtl. kann mittels umrühren der oxidierende wirkstoff richtig miese bestandteile oxidieren, während selbst das Kupfer damit nicht reagiert und borax (und pottasche?) gleichzeitig als schlackeschicht oberflächliche oxidation verhindert und die oxidierten bestandteile aufnimmt
Raustland
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Raustland

 ·  #18
Reiner Erfahrungswert mit dem verlinkten schwarzen Pulver kann ich nichts anfangen, es hat mir in solchen Fällen nicht geholfen. Das Weiß Pulver jedoch hat mir schon bei vielen Prolblemfällen geholfen auch wenn eine Legierung brüchig war, war sie damit zu retten. Was der Unterschied der beiden Pulver ist kann ich nicht sagen, da es Augenscheinlich das gleiche sein soll. Die Wirkungen sind jedoch sehr unterschiedlich.
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