Liebe Goldschmiede und Schleifer (natürlich sollen sich gleichermaßen auch die weiblichen Formen dieser Spezies angesprochen fühlen, ich bin zu faul zum Gendern).
Wir alle "lieben" Reparaturen. Oft sind sie schwieriger und zeitraubender als Neuanfertigungen und haben großen Erklärungsbedarf bei den Kunden.
Ein Goldschmied legte mir einen blaugrünen Stein auf den Tisch: bitte nachpolieren- ist vermutlich Glas. Und verschwand. Die Prüfung des RI ergab 1,725. Also Spinell. Und weil es kaum saubere Spinelle 18,2 x 14,5 mm gibt, mit ziemlicher Sicherheit synthetisch. Die Facettenkanten auf der Oberseite waren abgeplatzt und die Tafel zerkratzt. Mit Nachpolieren war es nicht getan. Da musste erst geschliffen werden. Holla! ein 10geteiltes Oval!Ungewöhnlich. In "Datavue" gab es kein passendes Design. Also muss ich die Lage und Winkel von 41 Facetten ausknobeln und notieren. Erstes Problem: den Stein mittig und rechtwinkelig auf den Dopp aufkitten. Das gelingt auch mit Erfahrung und Tricks nicht hundertprozentig. Folge: Hat man Teiler und Winkel für eine Facette gefunden, so passen die Werte nicht für die Facetten der gleichen Art. Viel Arbeit für den Feinsteller....Warum die Facetten nicht einfach neu anlegen? Der Stein sollte in die alte Fassung zurück. Da darf man nichts an der Rondiste verändern. Das Nachschleifen der Facetten auf einer 3000er Diamantscheibe mit Hilfe einer zahnlosen Teilerscheibe ging noch recht zügig. Aber dann kam das Polieren. Spinell ist da ein ziemlich biestiges Material. Winzige pings vom Feinschleifen können Minuten zum Auspolieren dauern - und dann ist die Facette zu groß...Die Tafel kann einen zur Weißglut reizen.
Gut - nach knapp 4 Stunden war der Stein fertig. Ich auch. Frage an die Schleifer: wie kann man eine solche Reparatur einfacher und schneller machen?
Frage an die Goldschmiede: Wieviel darf so eine Reparatur kosten? (Neuschleifen und Neukaufen gilt nicht)?
Die Bilder sind nicht bearbeitet.
Wir alle "lieben" Reparaturen. Oft sind sie schwieriger und zeitraubender als Neuanfertigungen und haben großen Erklärungsbedarf bei den Kunden.
Ein Goldschmied legte mir einen blaugrünen Stein auf den Tisch: bitte nachpolieren- ist vermutlich Glas. Und verschwand. Die Prüfung des RI ergab 1,725. Also Spinell. Und weil es kaum saubere Spinelle 18,2 x 14,5 mm gibt, mit ziemlicher Sicherheit synthetisch. Die Facettenkanten auf der Oberseite waren abgeplatzt und die Tafel zerkratzt. Mit Nachpolieren war es nicht getan. Da musste erst geschliffen werden. Holla! ein 10geteiltes Oval!Ungewöhnlich. In "Datavue" gab es kein passendes Design. Also muss ich die Lage und Winkel von 41 Facetten ausknobeln und notieren. Erstes Problem: den Stein mittig und rechtwinkelig auf den Dopp aufkitten. Das gelingt auch mit Erfahrung und Tricks nicht hundertprozentig. Folge: Hat man Teiler und Winkel für eine Facette gefunden, so passen die Werte nicht für die Facetten der gleichen Art. Viel Arbeit für den Feinsteller....Warum die Facetten nicht einfach neu anlegen? Der Stein sollte in die alte Fassung zurück. Da darf man nichts an der Rondiste verändern. Das Nachschleifen der Facetten auf einer 3000er Diamantscheibe mit Hilfe einer zahnlosen Teilerscheibe ging noch recht zügig. Aber dann kam das Polieren. Spinell ist da ein ziemlich biestiges Material. Winzige pings vom Feinschleifen können Minuten zum Auspolieren dauern - und dann ist die Facette zu groß...Die Tafel kann einen zur Weißglut reizen.
Gut - nach knapp 4 Stunden war der Stein fertig. Ich auch. Frage an die Schleifer: wie kann man eine solche Reparatur einfacher und schneller machen?
Frage an die Goldschmiede: Wieviel darf so eine Reparatur kosten? (Neuschleifen und Neukaufen gilt nicht)?
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