Diamanten aus Urnenstaub?

 

Umfrage

Würdet Ihr z.B. Eure Oma in dieser Form am Finger tragen wollen?
Ja, ich finde nichts schlimmes dabei!
 
257 (76.95%)
Nein, das ist nichts für mich!
 
77 (23.05%)
 
0 (0%)
Stimmen insgesamt:334
Tanja, Redaktion
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Tanja, Redaktion

 ·  #1
Hallo liebe "Forumler",

wie im Journal-Beitrag "ein Diamant ist unvergänglich - der Mensch auch"
http://www.goettgen.de/journal…91520.html
angekündigt, möchten wir euch hier im Forum dazu anregen, ein bißchen über dieses Thema zu diskutieren. Was haltet ihr davon, aus der Asche von Verstorbenen einen Diamanten für die Hinterbliebenen zu fertigen?

Es grüßt euch herzlich

Tanja :D
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #2
Hallo Tanja,

aus Asche kann man keine Diamanten herstellen. Dazu braucht man hochreinen Graphit "C", also Kohlenstoff. Bereits geringe Verunreinigungen stören die Kristallisation erheblich.

Asche besteht aus Mineralien und Oxyden. Durch den Verbrennungssvorgang ist Kohlenstoff zu CO2 umgewandelt, als Gas entschwunden und nicht mehr in der Asche vorhanden.

Bitte erkläre mir, woher der Kohlenstoff zur Erzeugung von künstlichen Diamanten in der Asche herkommen soll.

Diese Pressemeldung ist ein Werbefake.
Emerald
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Emerald

 ·  #3
meine Kenntnisse im physikalischen und chemischen Bereich sind einfach zu gering, um diesen Prozess, der einem vorgegaukelt wird, expressis verbis zu bestätigen.
Ich schliesse mich Heinrichs Ausführung zunächst an.

Was durch spezielle Hochdruckverfahren letztendlich möglich ist? ich weiss es nicht.
Wüsste ich es, würde ich aus verbrannten Koteletts diamanten herstellen lassen und kein Silber mehr verkaufen ;-)

Zitat:

Das Prinzip ist aus der Festkörperchemie bekannt: Der bei der Einäscherung des Toten abgezweigte Kohlenstoff wird in Graphit umgewandelt und zu Diamant gepresst. Dabei muss während der Einäscherung die Sauerstoff-Konzentration im Krematoriums-Ofen (am vorteilhaftesten in einem Partner-Krematorium) überwacht werden, da sonst der wertvolle Kohlenstoff als Kohlendioxid entweicht und unter Umständen nicht genug Kohlenstoff anfällt.

Die erste erfolgreiche Hochdrucksynthese von Diamanten gelang in den 1950er Jahren. Bei Temperaturen zwischen 1400 und 1600 Grad Celsius und bei einem Druck von 5 Gigapascal lässt sich Graphit an einem Kristallisationskeim - meist ein winziger natürlicher oder künstlicher Diamant - im Beisein von Katalysatoren (Eisen, Nickel, Metall-Legierungen und -Carbide) in die begehrte Kohlenstoff-Modifikation umwandeln; andere Wege sind bekannt. Für brauchbare Schmucksteine dauert der Prozess allerdings ein paar Wochen (LifeGem-Angaben: 0,25 Karat - 16 bis 18 Wochen).


zu finden hier: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/19/19817/1.html


chemisch ist etliches machbar, vieles spaltbar. der reine graphit, der von nöten ist? eventuell durch gewisse Verfahren erreichbar.

Vorraussetzung wäre aber sicher, dass die Leichen ohne Hülle und Sarg zu verbrennen wären, was sicher wieder ethische und moralische Bedenken aufkommen lässt. :-(


Wenn das ein neuer Wirtschaftszweig sein oder werden sollte, dann ist eine neue Wirtschaftskriminalität so gut wie vorgeprägt.

Du gibst deine Oma frei zur Verbrennung und erhälst für nicht wenig Geld einen künstlichen Moissanit oder Zirkonia, der schon längst gefertigt ist.

Otto Normalverbraucher hat keinerlei Prüfmöglichkeiten.

Wenn es denn so einfach ist, Diamanten aus Asche zu bekommen, dann hat die Wirtschaft im 2. Weltkrieg einiges versäumt. Ich denke mal nur an die Judenverbrennung. Seit Moissanit im späten 19. Jahrhundert war , allerdings auf anderer Zusammensetzungsbasis, die künstliche Herstellung eines Diamanten bekannt.

Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts haben sich amerikaner mit einer künstlichen Produktion eines Diamanten aus Pressung von Graphit befasst. Ausgeklügelt letztendlich durch Schweizer Physiker.

Also, bekannt seit langem, dass es eine gewissen, wenn eventuell auch anzuzweifelnde Möglichkeit der Herstellung gibt.

Von den sicher nicht unmassgebenden letzten 20 % Zweifeln oder Produktionsschwierigkeiten redet keiner.

Sicher unterscheidet sich die Theorie in gewissen Prozentzahlen von der Praxis.


Es wäre sehr schlimm, wenn es so einfach wäre.

Überspitzt gesagt: es wurden schon Menschen von Mafiosi wegen knapp werdender Organe gejagt und getötet.

Bei knapp werdenden Diamanten??-----ich wage gar nicht weiter zu denken ;-)


LG

Bigi
Goldie
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Goldie

 ·  #4
hallo leute, da muss ich mich gleich mal einklinken :)

gut gut, das sind natürlich keine richtigen diamanten 😉
weniger fachlich interessiert mich nun aber ganz allgemein, ob ihr beispielsweise eure oma z.b. an einem ring auf diesem wege auf immer und ewig mit euch tragen würdet?
klar, dass das thema polarisiert, aber dass ist ja gerade das interessante verschiedenste eindrücke darüber hier in unserem forum zu erötern und diskutieren.

lg
Emerald
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Emerald

 ·  #5
tja Goldie

das ist ein ähnliches Thema wie das der Körperwelten, nur noch krasser

in meinem Kunstforum hat sich keiner geäussert, ob moralische Bedenken gegen irgendeine Weiter oder Wiederverwertung bestehen#

Ich für meinen Teil ? :oops: nee, kein omi Diamant

Für mich explizit der falsche Weg einer Ehrerweisung

Hier werden die Ansichten auf jeden Fall je nach Glauben unterschiedlich ausfallen.

Zu rechnen ist aber ja immer mit einer Fälschung- nix omistaub- vorher erzeugt, um die Wirtschaft anzukurbeln

was habe ich dann von einem Omi Diamanten, der keiner ist?

Habe kein Grab und nen falschen Klunker?

LG

Bigi
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #6
Zitat geschrieben von Goldie
hallo leute, da muss ich mich gleich mal einklinken :)

gut gut, das sind natürlich keine richtigen diamanten 😉

lg


Hoppala,

wenn das keine Diamanten sind ist das doch wohl wirklich Betrug - oder?
Ich sage ja nichts wenn Zirkonia oder anderes aufgewertet wird mit Begriffen, die man aus der Welt der echten Diamanten kennt wie z. B. "lupenrein" aber wenn Diamanten angeboten werden müssen es auch Diamanten sein.
Goldie
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Goldie

 ·  #7
hallo heinrich, guter einwurf :)

künstliche diamanten trifft es vielleicht besser - wenn auch nicht perfekt.
aber lassen wir dieses aspekt in dieser diskussion vielleicht einfach mal aussen vor. mich und tanja interessieren jetzt wirklich mal die akzeptanz. daher habe ich eine umfrage dran gehängt, bei der jeder mitmachen kann :)

lg
Emerald
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Emerald

 ·  #8
@ goldie

viel schwerer wäre eine Entscheidung

naher Angehöriger- kind- ehemann
Oma ist schon weiter entfernt

ein Funkelstein und echte Trauer- das passt nicht :-(
ein funkelnder Stein steht normalerweise für Lebensfreude-
für mich ein Absurdum

man muss das mal weiterdenken

wenn jemand 2 Eheringe am Finger trägt, weiss jeder, dieser Mensch hat einen Partner verloren

Wenn jemand nun einen Diamant trägt, hatte bis dato die Bewunderung gewiss. Der Stein stand immer für etwas schönes, wunderbares.

Steht der Stein nun auch in Verbindung mit Verlust, dann wird er sicher sehr bald seiner wahren Schönheit beraubt sein.

Ist meine Meinung.
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #9
Zitat geschrieben von Goldie
hallo heinrich, guter einwurf :)

künstliche diamanten trifft es vielleicht besser - wenn auch nicht perfekt.

lg


Hallo Goldie,

künstliche Diamanten wären z.B. vom Menschen hergestellte Diamanten, also auch nicht treffend weil sie ja nicht aus kristallinem Kohlenstoff sein können.
Eher Diamantimitationen, wie z. B. Zirkonia.

So,
und jetzt können wir uns noch einmal überlegen wie hoch die Akzeptanz von Diamantimitationen aus Asche der Verstorbenen ist.

Korrekt bezeichnet geht es eher gegen null. - Wowereit.
Tanja, Redaktion
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Tanja, Redaktion

 ·  #10
Hallo ihr Lieben,
wow, ich bin überrascht, wie stark das Thema tatsächlich polarisiert. Rein von der Methode ist das allerdings kein Humbug sondern technisch absolut machbar und wird auch für die Kundschaft lückenlos dokumentiert. Der Umweg, in diesem Fall über die Schweiz, ist nötig, weil in Deutschland der Bestattungszwang gilt, in allen anderen EU-Ländern wäre das ebenfalls kein Problem. Für richtig kommerzielle Zwecke, sprich die Schmuckindustrie, ist das Verfahren jedoch viel zu aufwändig und uneffektiv, also keine Angst vor Konkurrenz und Mißbrauch. Das ist eine völlig andere Baustelle als Organhandel. Ich persönlich finde die Idee schön, dass aus der Asche eines mir lieben Menschen ein Schmuckstein, bzw. "Erinnerungsdiamant" gefertigt werden kann, den ich dann immer tragen und mich daran erfreuen kann. Das ist für mich wesentlich tröstlicher, als vor einem unpersönlichen Urnengrab zu stehen oder mir die "Vase" ins Wohnzimmer zu stellen (ist in Deutschland aber sowieso nicht erlaubt, meine ich). Voraussetzung für all dies ist jedoch, dass der Verstorbene eingeäschert wird und das ist ja nun auch nicht jedermanns Sache. Jedenfalls freue ich mich über eure Diskussionsfreudigkeit, ein sachlicher Umgang mit diesem Thema ist aber sicherlich immer hilfreich.

Liebe Grüße

Eure Tanja 😉
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #11
Zitat geschrieben von Tanja, Redaktion
Hallo ihr Lieben,
wow, ich bin überrascht, wie stark das Thema tatsächlich polarisiert. Rein von der Methode ist das allerdings kein Humbug sondern technisch absolut machbar und wird auch für die Kundschaft lückenlos dokumentiert. ....
Liebe Grüße

Eure Tanja 😉


Liebe Tanja,

könntest Du die technische Dokumentation hier einmal posten? Es ist genau so Humbug wie ein perpetuum mobile, sorry. :-(
Goldie
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Goldie

 ·  #12
also ich möchte hier tanja an dieser stelle mal zur hilfe eilen.
tanja schreibt in ihrem beitrag wie folgt:

Zitat geschrieben von Goettgen-Schmuckjournal, Tanja

Bei unseren Recherchen zum Thema Diamant stießen wir deshalb auf ein ganz besonderes Herstellungsverfahren synthetischer Diamanten


prügelt mich, :derda: aber ich finde das thema interessant. alles geschacksache - und schon gar nicht mit einem echten diamanten zu vergleichen 😉

8)
lg
Emerald
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Emerald

 ·  #13
@ heirich

das technische siehe mein posting, mit heise Verweis

@ tanja

ich habe mich doch sachlich mit der Thematik befasst :-(
Goldie
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Goldie

 ·  #14
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #15
Hallo Goldie,

Ein synthetischer Edelstein ist ein solcher der nicht natürlichen Ursprungs ist, sondern von Menschen gemacht.
Eine Imitation ist ein Edelstein der optisch den echten Edelstein imitiert aber aus einem anderen Material besteht als das Original.

Ein synthetischer Diamant ist per Definition ein Diamant der synthetisch (vom Menschen) hergestellt worden ist.
Wenn es sich um ein anderes Material (stofflich) handelt, kann es eine Imitation sein aber kein Diamant, weder natürlich noch synthetisch.

Also wenn der Begriff Diamant verwendet wird, muss es kristalliner, kubischer, Kohlenstoff sein. Nichts anderes.
Goldie
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Goldie

 ·  #16
danke heinrich :)
aufschluss in perfektion wie immer :super:

nun wir machen in unserem journal ja keine werbung für diesen bestatter, wollten das thema hier nur mal durchleuchten. nennen wir dieses ding einfach mal erinnerungsstein.

und das war ja auch die fragestellung - fazit der noch kleinen diskussionrunde zu dritt: eher nicht so doll die idee einen verstorbenen in form eines geschaffenen gegenstands mitsich zutragen :idea:
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #17
In dem journalistischen (nicht wissentschaftlichen) Artikel habe ich einmal folgendes herausgenommen:

Zitat
........(mittlerweile ist man bei solchen Mengenangaben vorsichtiger; da der Kohlenstoffgehalt "konventioneller" Krematoriumsasche gering ist und zusätzlicher Kohlenstoff hinzu gegeben werden muss).


Das erklärt natürlich alles. :-) wenn man 99,999 % als zusätzlichen Kohlenstoff hinzugibt und die Urne höchstens danebenstellt.
Goldie
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Goldie

 ·  #18
na dann ist der wissenschaftliche teil jetzt überstanden und die eigentliche frage wieder eröffnet :D

Zitat

Würdet Ihr z.B. Eure Oma in dieser Form am Finger tragen wollen?


lg
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #19
Emerald
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Emerald

 ·  #20
@ Tanja

Ich persönlich finde die Idee schön, dass aus der Asche eines mir lieben Menschen ein Schmuckstein, bzw. "Erinnerungsdiamant" gefertigt werden kann, den ich dann immer tragen und mich daran erfreuen kann. Das ist für mich wesentlich tröstlicher, als vor einem unpersönlichen Urnengrab zu stehen oder mir die "Vase" ins Wohnzimmer zu stellen


wenn mir die Oma ein Schmuckstück hinterlässt, dann habe ich eine wahre Erinnerung - mit Geschichte

ein künstlich erzeigtes Stück Funkel aus der Asche der Oma?- wo ist da die Erinnerung-

mit meinem Glauben geht das wenig konform

wie gesagt- der Aufwand ist- egal was rauskommt, ob Stein oder Glas;-) sehr gross

irgendwann würde das passieren, was ich oben beschrieb-

Steine lagern bereits fertig und werden als Omas Aschestein verkauft-nee nee-


"materialistische Reinkarnation :mrgreen: "


Die Verstorbenen sollten einem schon ein wenig heiliger sein 😉
Tanja, Redaktion
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Tanja, Redaktion

 ·  #21
Hallo Butschal,
uns interessiert ja nun bei unserer Diskussion, wie ihr generell zu diesem Thema steht und nicht, ob ihr glaubt, dass die Methode funktioniert oder nicht. In meinem Forumbeitrag erkläre ich außerdem recht genau, wie echte Diamanten entstehen und wie es in den fünfziger Jahren gelang, synthetische Diamanten herzustellen, danke auch hier nochmal an den Heise-Verweis von Emerald. Der Erinnerungsdiamant wird nach dem gleichen Verfahren hergestellt. Bei der Verbrenung eines Leichnams ensteht nun mal Kohlenstoff, der aber in jedem Krematorium aus Umweltgründen sowieso gefiltert wird, weil Menschen nun einmal voller Schwermetalle usw. sind, die sowieso nicht nach draußen geblasen werden dürfen. Klar presst man nicht so lange auf der Asche rum, bis daraus ein Diamant ensteht, das ist auch im Artikel so nicht gemeint. Da es hier eher um ein ethisches Thema geht, habe ich auch nicht jeden Arbeitsschritt en detail beschrieben. Das Verfahren ist aber genau das gleiche wie bei der Herstellung von Industriediamanten. Wen die Technik nun absolut interessiert, kann sich ja auch mit dem Bestattungsunternehmer direkt in Verbindung setzen. Aber bitte nicht auf ihm rumhacken - die Sache hat Hand und Fuß, er bietet diesen Service seit zwei Jahren an und jeder hat schließlich die Wahl, ob er so etwas machen möchte oder nicht. Nochmal - es geht hier in erster Linie um eine ethische Diskussion!

Liebe Grüße

Tanja :)
Tanja, Redaktion
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Tanja, Redaktion

 ·  #22
Hallo Butschal,
ich beziehe mich nochmal kurz auf deinen Einwurf nebst Zitat:

........(mittlerweile ist man bei solchen Mengenangaben vorsichtiger; da der Kohlenstoffgehalt "konventioneller" Krematoriumsasche gering ist und zusätzlicher Kohlenstoff hinzu gegeben werden muss).
Das erklärt natürlich alles. wenn man 99,999 % als zusätzlichen Kohlenstoff hinzugibt und die Urne höchstens danebenstellt.

Ich habe mich länger mit dem Bestattungsunternehmer am Telefon unterhalten und ganau darauf hat er auch hingewiesen. Allerdings verwenden die ein Verfahren, bei dem der Stein aus 100% Kohlenstoff aus dem Verbrenungsvorgang des jeweiligen "Kandidaten" gewonnen wird. Das kannst Du nun glauben oder nicht, schön ist jedenfalls, dass jeder dazu eine eigene Meinung hat - wir sind hier ja auch nicht bei WISO.... :D

Viele Grüße
Tanja
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #23
Hallo Tanja,

Du kennst "Kathinkas law", je mehr Du eine bestimmte Antwort bekommen willst desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit das Du sie bekommst.

Zur Chemie:
Bei der Verbrennung ensteht nicht Kohlenstoff.
Der Mensch besteht aus Kohlenstoffverbindungen und bei der Verbrennung wird unter anderem der Kohlenstoff oxydiert, sprich verbrannt zu Kohlendioxyd. Das ist ein Gas und dieses Gas wird nicht aus Umweltgründen gefiltert sondern ist neben Wasserdampf der sauberste Anteil dessen, was in die Luft abgegeben wird.
Wenn die Verbrennung abgeschlossen ist, enthält die Asche kein Milligramm Kohlenstoff mehr.
Und wenn der Anbieter das seit hundert Jahren anbieten würde spielt das keine Rolle, die Chemie ist älter.

Die ganze Sache ist ein großer Bluff.

Warum willt Du hier eine ethische Diskussion um einen Bluff?
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #24
Zitat geschrieben von Tanja, Redaktion
Hallo Butschal,
ich beziehe mich nochmal kurz auf deinen Einwurf nebst Zitat:

........(mittlerweile ist man bei solchen Mengenangaben vorsichtiger; da der Kohlenstoffgehalt "konventioneller" Krematoriumsasche gering ist und zusätzlicher Kohlenstoff hinzu gegeben werden muss).
Das erklärt natürlich alles. wenn man 99,999 % als zusätzlichen Kohlenstoff hinzugibt und die Urne höchstens danebenstellt.

Ich habe mich länger mit dem Bestattungsunternehmer am Telefon unterhalten und ganau darauf hat er auch hingewiesen. Allerdings verwenden die ein Verfahren, bei dem der Stein aus 100% Kohlenstoff aus dem Verbrenungsvorgang des jeweiligen "Kandidaten" gewonnen wird. Das kannst Du nun glauben oder nicht, schön ist jedenfalls, dass jeder dazu eine eigene Meinung hat - wir sind hier ja auch nicht bei WISO.... :D

Viele Grüße
Tanja


Hallo Tanja,

wir können aber trotzdem versuchen offensichtliche Unwahrheiten als solche aufzudecken. :-)
Tanja, Redaktion
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Tanja, Redaktion

 ·  #25
Lieber Butschal,

ich sehe es nach wie vor als ethische Diskussion, oder einfach auch, was man von der Idee allgemein hält. Krematorien unterliegen tatsächlich strengen Filtervorschriften, weil das, was da ohne Filter aus den Kaminen kommt tatsächlich recht giftig wäre. Also nochmal - technisch ist das Ganze machbar, ob das etwas für dich wäre oder nicht, möchten wir in der Diskussion ja anregen. Für alle weitere Fragen verweise ich an den Bestatter oder ein mineralogisches Institut, die können das sicherlich ganz genau erklären. Ich möchte auch keine bestimmte Antwort erzeugen, sondern habe sachlich ein bestimmtes Geschäftsmodell und die dahinter stehende Idee vorgestellt und dann mit Martin eine Diskussion angeregt.
In diesem Sinne noch einen schönen Abend, ich muss jetzt erst mal Abendessen für meine Töchter machen. :bounce:

LG, Tanja
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #26
Hallo Tanja,

Co2 wird nicht gefiltert und der Kohlenstoff des Co2 wird auch nicht aus dem Filter gekratzt zumindest ist dies auch nicht vom Anbieter so behauptet worden. Co2 ist auch nicht giftig. Man könnte das Co2 natürlich in Wasser speichern in Form von Kohlensäure.
Wenn denn der Anbieter eine Flasche Kohlensäure haben will, könnte man zumindest technisch darüber nachdenken.

Schönen Abend noch, ich werde jetzt auch aufbrechen. :-)
Sapphire
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Sapphire

 ·  #27
Hallo Forumaner,
Ihr könnt Eure Oma, Vater, Mutter, Bruder und was es noch gibt - von mir aus als Ohrring oder Ring oder was weis ich tragen.
Meine bleiben am Bergfriedhof und damit basta. :twisted:
Diamond
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Diamond

 ·  #28
Hallo Gottfreid,
da kann ich Dir nur zustimmen.
Einen schönen Abend.
Lg
Oswald
AntikSurfer
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AntikSurfer

 ·  #29
Hallo,

also ich würde mir schon vorstellen können, meine Oma am Finger zu tragen. So hätte ich sie immer bei mir. Es kommt natürlich auch darauf an wie man zu der verstorbenen Person stand.
Aber jeder denkt anders und das ist gut so.
altertuemliches
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altertuemliches

 ·  #30
Guten Abend aus Wien,

dieses Thema scheint wirklich zu polarisieren - ethisch/moralisch und fachlich.

Leider kann ich zur Zeit auch nur eher einen kommerziellen Effekt an dieser Sache wittern. Vielleicht mag es für einen Augenblick verlockend klingen, wenn man die Asche des Menschen, mit dem man sehr verbunden war, als Schmuckstück bei sich tragen kann. Doch bei näherer Betrachtung spricht für mich viel zu viel dagegen.
Wer sollte das Anrecht auf dieses Schmuckstück haben? Sehr oft gibt es mehrere Hinterbliebene, die gleiche Rechte beanspruchen. Oder wie schlimm wäre es, so ein Schmuckstück einmal zu verlieren! Außerdem finde ich den Gedanken auch sehr richtig, dass funkelnde Steine mehr zu Freude passen und nicht so sehr zu Trauer.
Und letztlich hänge ich an Traditionen. Da meine Familie in einer sehr ländlichen Gegend zuhause ist, ist es bei uns wirklich noch so, dass der 1. November sehr traditionell begangen wird. Viele Angehörige treffen sich zur selben Stunde am Grab und dies kann auch etwas sehr Schönes und Verbindendes sein. Wo sollte man den lieben Verstorbenen "besuchen" wollen, wenn es keine letzte Ruhestätte mehr gibt. Obwohl mir natürlich klar ist, dass dies bei anderen Bestattungsarten (Asche über dem Meer verstreuen) auch oft nicht mehr der Fall ist.
Bei uns in Wien wurde der riesige Zentralfriedhof mittlerweile zu einem Ort für meditative Spaziergänge und schließlich ist er sogar mitten in der Stadt zu einem eigenen Biotop für Pflanzen und Tiere geworden. Doch das führt jetzt wohl zu weit weg vom Thema.

Ein letzter Gedanke: Ich selbst möchte ehrlich gesagt nicht, als Diamantring herumgetragen werden und ich hoffe, man fragt mich vorher!

Liebe Grüße Andi
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