Ring aus reinem Iridium?

 
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 ·  #1
Hallo,

vielleicht kann mir einer der Goldschmiede in diesem Forum meine Frage beantworten?

Ich bin Chemiker und habe durch jahrelange Arbeit irgendwie eine "Beziehung" zu dem Metall Iridium gewonnen.

Ich frage mich seit einiger Zeit, ob Goldschmiede Erfahrung in der Verarbeitung dieses Metalls haben, und zwar in seiner reinen Form mit 99,9% Ir?

Die Eigenschaften wie der hohe Schmelzpunkt und die Härte des Metalls sind ja eigentlich unschön, wenn es um die Verarbeitung geht. Andererseits garantieren sie nahezu unbegrenzte Lebensdauer, insofern Ir das chemisch inerteste Metall überhaupt ist und eben auch mechanisch überragend (anders als reines Gold).

Speziell, erscheint es euch sinnvoll einen Ring aus reinem Ir herzustellen (Farbe dann silberweiß?)? Wieviel würde sowas in etwa kosten (optimalerweise mit zusätzlicher Gravur)? Insbesondere Verarbeitungskosten wären interessant, da ich die Materialkosten selber gut kenne. Hat jemand schon einmal so einen Ring hergestellt? Welche Form hätte das Ausgangsmaterial idealerweise (Pulver? Folie? Band?)?

Gruß
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #2
Tilo
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Tilo

 ·  #3
da kein Kollege eine Lichtbogenschmelzeinrichtung besitzt oder anschaffen wird,
und die verarbeitenden industriebetriebe dann wohl eher keine spezielle eingußform für ringe haben,
bleibts wohl beim Fräsen aus dem vollen
die Materialanschaffungskosten steigen natürlich erheblich, weil die späne ja nicht wieder zum vollen preis vom lieferanten des blocks zurückgenommen werden
dazu ist iridium recht spröde, sodaß an ein weitenändern nur durch ausdrehen zu denken ist, enger geht gar nicht
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #4
Hallo Tilo,
Du bist ein Spielverderber und weist gleich sooo vernünftig auf die Kosten hin: :-)
Das wollte ich doch als Überraschung bringen. :-)))

Ich habe schon solche Anfragen gehabt und als ich meinte kein Problem haben die Augen geglänzt und es hies auch etwas teuer dürfe es sein. Aber bei 20.000 sind sie dann doch eingeknickt. ;-(
Tilo
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Tilo

 ·  #5
ist doch eigentlich ein klacks, wenn ich die preise von unserem spezi dieser tage hier lese: der will doch für brillantbesetzte iphone-schalen 77.000 euro haben und hat laut pressemeldungen natürlich schon reichlich interessenten

na warten wir mal ab, was unser gast Iridium dazu sagt
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #6
Tilo
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Tilo

 ·  #7
ich hab schon überlegt, wie sich eigentlich die empfangsstärke verändert, wenn ein handy in eine massive metallschale gepackt wird
willst du ihm solche schalen gießen?
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #8
Angeblich verringert sich die Empfangsleistung nur gering. Bei mir, mit traditionell schlechtem Empfang klingelte es während der Besprechung einmal. Es scheint also zu funktionieren.

Aber ich glaube die wollen es selbst machen und wollten sich nur beraten lassen. Ich werde wohl kein großer Handyschalenproduzent. ;-)
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 ·  #9
Danke schon mal für die ersten Kommentare (ich hoffe meine Antwort stoppt das Kommentieren nicht, wie in anderen Foren schon geschehen :-)).

Hmm, jaa en block...hört sich logisch an, erscheint aber auch mir zu teuer...während man 5g Pulver für 100-300 Euro bekommt, kosten 1g Folie schon das doppelte bei meinem Chemikalienbezieher und Blöcke gibt es vermutlich nur auf Wunsch und dann mit extra viel Aufpreis :-).

Was den Lichtbogenofen betrifft, diese Technik stünde mir sogar zur Verfügung, so daß ich den Rohling evtl. sogar selbst schmelzen könnte (ich könnte mir z.b. eine Kupferelektrode vorstellen mit einer ringförmig ausgefrästen Vertiefung...das wär alles im Bereich des kostenmäßig machbaren). Die Frage ist bloß, ob so ein Ringrohling eine ausreichend hohe Qualität besitzt, um anschließend ohne Bruch verarbeitet zu werden (theoretisch denke ich das schon...man schmilzt das Material ja nahtlos zusammen...aber praktisch passiert vielleicht alles mögliche andere, an das man nicht denkt).

Was die Bohrung betrifft? Wie verhält sich Ir da gegenüber dem Bohrermaterial? Bei Tantal weiß ich, daß man aufgrund dessen Zähigkeit leicht Bohrer und Material ruinieren kann. Ir ist ja auch nicht gerade weich (Mohs 6,5). Oder hilft einem da die Sprödigkeit. Vielleicht weiß auch jemand wie Ir-Tiegel hergestellt werden (tiefgezogen?). Aus denen ließe sich ja evtl. auch ein Ringrohling schneiden...und Tiegel gibt es zumindest auch für Anwendungen zu kaufen, ist also keine Extraanfertigung notwendig...und weniger Materialverschwendung.

Soweit mal meine ersten Gedanken...freu mich auf weitere Diskussionsbeiträge...

Gruß
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #10
Beim Übergang von Flüssig zu Fest passiert so unglaublich viel das allein die Literaur im Bereich Eisenlegierungen hunderte von Metern in den Regalen füllt.

Für Edelmetalle wie Gold Silber und Platin gibt es deutlich weniger vielleicht nur ein paar Meter im Regal der Fachbücher.

Das liegt einmal daran, das die Materiallien teurer sind und daher Expermente seltener angesetzt werden und zum anderen daran das für den Schmuckguss z.B. keine lebenswichtigen Abhängigkeiten aus der Qualität der Schmuckgüsse für die Menschheit entstehen. Es ist also weniger im Focus.

Für den Guss von Iridium würde es mich wundern wenn ich mehr als ein paar hundert Seiten in Fachbüchern und Patentämtern weltweit finden würde.

Einfacher zusammengefasst:
Das Thema Iridiumschmuck ist im höchsten Grade experimentell. Und hier noch mit kostenoptimierten Überlegungen anzufangen ist völlig daneben.

Ein Lichtbogen alleine ist da nur ein winziger Baustein des Experiments.

Andererseits, wenn es fertige Tiegel aus Iridium gibt, warum sollte man nicht versuchen daraus einen Ring auszuschneiden?

Ein paar ruinierte Bohrer oder Fräser oder Feilen kosten ja nicht die Welt.

Hast Du einen Link zu Lieferanten dieser Tiegel und die Maße und Wandstärke?
Tilo
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Tilo

 ·  #11
mich würde mal interessieren, was denn das preislimit fürs paar wäre
ich denke, daß selbst die tiegel als basis ganz ordentlich kosten werden
und in welchen foren wurde das schon mal diskutiert?
im goldseitenforum gabs z.b. schon mindestens einmal das thema in dem sinne, daß es eben nicht geht, (naja, weil letztlich dafür ne herstellungstechnologie zu entwickeln etwas unwirtschaftlich ist)

ich dachte ja neulich mal daran, rhodium als trauringmaterial zu verwenden:ist angeblich durchaus schmiedbar und pro gramm theoretisch nur etwas teurer als platin, wegen der geringeren dichte aber doch nicht aufs volumen bezogen

tja, das ist aber graue theorie, wenns das zeug nur als pulver gibt, das beim erhitzen nicht mit luft in berührung kommen sollte und massive lieferformen sehr ungewöhnlich und demzufolge deutlich teuer sind, egal was der börsenhandelspreis sagt

ähnlich läufts bei iridium, bloß daß die schmelztemperatur noch höher ist

wenn die experimentiererei im rahmen bleiben soll, bliebe noch in ringe aus edelmetall eine vertiefung zu drehen, in die man versucht, einen iridiumfoliestreifen einzulöten
da es dafür keine fertige technologie gibt, kann selbst das zum nicht ganz billigen experiment mit unverwendbarem ergebnis werden
Edelstein
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Edelstein

 ·  #12
Was ist denn mit den Herstellern von diversen Platin-Iridium-Legierungen? Die müssten doch in der Lage sein, mit ihren Induktionsschmelzöfen auch reines Iridium zu verarbeiten und einen passenden Rohling herstellen können.
Stefanie
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Stefanie

 ·  #13
Hallo Heinrich und Tilo,

auch ich hatte übrigens schon das Vergnügen mit besagter i-phone-Schale....
Habe den ersten Prototyp und den neuesten gesehen, die Entwicklung ist beeindruckend, wie Heinrich schon sagte...

Allerdings ein äußerst gewagtes Projekt, wenn 2 Laien mit nicht einmal Basiswissen in der Edelmetallverarbeitung sich daran wagen, ich denke, da muß man viel Lehrgeld bezahlen, was sicherlich die Entwicklungskosten in goldige Höhen treibt..

Liebe Grüße,Steffi
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 ·  #14
"Beim Übergang von Flüssig zu Fest passiert so unglaublich viel das allein die Literaur im Bereich Eisenlegierungen hunderte von Metern in den Regalen füllt."

Ich arbeite selbst mit Legierungen und die Literatur dünnt sich sehr schnell aus, sobald die Probleme spezieller werden. Das trifft auf Elemente sogar fast noch mehr zu (vermutlich weil jeder denkt, da ist nichts mehr zu erforschen).

"mich würde mal interessieren, was denn das preislimit fürs paar wäre"

Ich wäre mit einem Ring zufrieden, will ja nicht heiraten :-). Mein Limit läge absolut gesprochen bei 5000 Euro...alles andere wäre mehr als dekadent. Ich denke aber, für 1000 Euro müsste auch schon was gehen, bei minimalem Materialverbrauch (Schmelzen oder Schneiden des Rohlings, in Form fräsen, polieren, gravieren...auf keinen Fall aus einem Block).

"Was ist denn mit den Herstellern von diversen Platin-Iridium-Legierungen? Die müssten doch in der Lage sein, mit ihren Induktionsschmelzöfen auch reines Iridium zu verarbeiten und einen passenden Rohling herstellen können."

Die technische Machbarkeit steht für mich außer Frage. Es geht lediglich darum, ob die Kosten astronomisch hoch sind, oder etwa im Rahmen eines vergleichbaren handgefertigten Schmuckstücks liegen könnten.
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #15
Für 5000 Euro wird das wohl mit Sicherheit nichts werden. Du schreibst ja weiter oben selbst, das die Kosten für Blöcke von festem Iridium in astronomische Höhen gehen. Das wird schon gute Gründe haben oder?

Und für 1000 Euro bekommst Du im Geschäft noch nicht einmal einen Platinring nach Wunsch.

Hast Du einen Link zu einem Hersteller von Iridiumtiegeln, diese hattest Du ja erwähnt?
Tilo
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Tilo

 ·  #16
mich würde mal ein foto der verwendbaren lichtbogenschmelzeinrichtung interessieren und inwieweit die geschmolzene legierung dann in eine sinnvolle form vergossen werden kann, am besten durch ein loch unten
oder ob die eben nur irgendwie bis zum erkalten liegenbleiben müssen(was ist eigentlich das tiegelmaterial bei dem verfahren oder schwebt das metall irgendwie?
wieviel gramm oder ccm da geschmolzen werden kann

wenn er die möglichkeit hätte , iridium in eine dafür zu drehende offene runde eisenkokille zu gießen, müßte dann aus diesem block "nur noch der kern, also das fingerloch rausgedreht werden"
naja so ungefähr halt
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #17
Tilo
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Tilo

 ·  #18
aber selbst dafür braucht er schon mal bei 6mm ringbreite über 60 gramm
Tilo
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Tilo

 ·  #19
das mit dem verflüssigen seh ich nicht so kritisch, man auch goldlegierungen in aluformen gießen, ohne daß das alu angeschmolzen wird
eher sehe ich das problem, das das iridium auf dem kurzen luftweg schon erstarrt
derlei dinge sind mir nämlich bei meinen ersten platinversuchen passiert
der erste versuch war nicht überhitzt genug und erstarrte als kugel im eisentrichter, ohne bis zur kokille gekommen zu sein
der 2. versuch hat dann allerdings den dünnen eisentrichter angeschmolzen, die massive eingerußte kokille aber nicht
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #20
Irgendwie sind sicherlich die technischen Probleme zu lösen, auch die mit Lunkerbildung bei der Kristallistation, weil es ja ein reines Element sein soll und Nachbearbeitung im kalten Zustand.

Nur kann man nicht erwarten das der Preis dafür sich im Rahmen einer normalen Anfertigung in Gold oder Platin bewegt.
Tilo
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Tilo

 ·  #21
ja, das ist irgendwie eine lustige erwartung: eine extrem ungewöhnliche hoch experimentelle anfertigung im preisbereich einer normalen zu erwarten
hab die sache ja nur deshalb überdacht, weil er nicht der einzige chemiker ist, der gerne einen ring aus iridium haben möchte
soll er mal ne gescheite entdeckung machen und vom preisgeld des nobelpreises kann er dann auch ein paar euro mehr in die herstellung eines ringes investieren
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #22
Zitat geschrieben von Tilo
das mit dem verflüssigen seh ich nicht so kritisch, man auch goldlegierungen in aluformen gießen, ohne daß das alu angeschmolzen wird

Hier ist das Gold vielleicht 250°C heisser als der Schmelzpunkt des Alu
Zitat geschrieben von Tilo

eher sehe ich das problem, das das iridium auf dem kurzen luftweg schon erstarrt
derlei dinge sind mir nämlich bei meinen ersten platinversuchen passiert
der erste versuch war nicht überhitzt genug und erstarrte als kugel im eisentrichter, ohne bis zur kokille gekommen zu sein
der 2. versuch hat dann allerdings den dünnen eisentrichter angeschmolzen, die massive eingerußte kokille aber nicht


Hier ist das Platin vielleicht 350°C heisser als das Eisen.

Bei Iridium und Eisen hat man eine Temperaturdifferenz von mindestens 1000°C. Das dürfte schon reinhauen ins Eisen. :-)
Tilo
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Tilo

 ·  #23
ach manno,
dann macht man eben den einguß fürs iridium aus ner speziellen hitzefesten keramik
wir werden uns doch von solchen läppischen temperaturdifferenz nicht abschrecken lassen
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #24
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 ·  #25
Nein, einen Link direkt habe ich nicht.

Aber Johnson-Matthey fertigen sowas denke ich an, oder Heraeus bzw. das was früher Degussa hieß. Es gibt mit Sicherheit noch ne Handvoll weiterer Firmen, die sich unter anderem darauf spezialisiert haben.

Es gibt da auch durchaus Bedarf für, weil Iridiumtiegel vor allem auch zur Einkristallzucht oxidischer Materialien (z.B. Zinkoxid) bei höchsten Temperaturen verwendet werden können und diese Materialien technisch sehr große Bedeutung haben (noch bekommen), so daß Tiegelkosten von nachrangiger Bedeutung sind bzw. die Herstellung solcher Tiegel bereits einen, die relativen Kosten reduzierenden, Optimierungsprozeß durchlaufen hat. Wobei nicht gesagt ist, daß Tiegelabmessungen in Ringgröße nun wiederrum sehr gängig sein müssen, darüber habe ich selbst noch keinen Überblick.

Was Preise betrifft wird man da leider im Internet selten fündig (man kann sich fast denken, warum :-)), so daß man diesbezüglich wohl die Firmen direkt anschreiben muß, wenn man ein bestimmtes Produkt im Auge hat. Ich nehme an, daß die Preise außerdem erheblichen Fluktuationen unterliegen und evtl. bzw. z.T. auch Vereinbarungssache sind, schließlich sind es dafür ja Edelmetalle.
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #26
Naja vielleicht machen Die Dir dann gleich einen Ring? :-) Ausgeschlossen ist es ja nicht und wenn ja, dann wären wir hier alle sehr am Ergebnis interssiert.

Aber mal im Ernst, für ein Budget wie Du es genannt hast wird wohl kaum jemand sich hinsetzen, Recherchen betreiben und ein Experiment mit ungewissem Ausgang anstreben.
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 ·  #27
Was die Kommentare zur Herstellung betrifft:

Erst mal vielen Dank für die lebhafte Diskussion :-).

Ein Foto des Lichtbogenofens kann ich momentan nicht liefern. Er besteht im Prinzip aus einem abnehmbaren Gehäuse, oben und unten Edelstahl mit Einlässen für eine Wasserkühlung. Dazwischen ein Ring aus Quarzglas zur Beobachtung des Schmelzvorgangs. Eingelassen in den Deckel eine frei drehbare Halterung für eine Wolfram/Thorium-Nadelelektrode angeschlossen an einen Schweiß-Trafo. Unten eine Öffnung für einen breiten Kupferblock bzw. eine Halterung, die je nach Bedarf anders aussehen kann. Kupferblöcke zum einfachen Aufschmelzen haben z.B. kleine Vertiefungen, in denen sich die Legierung dann kugelförmig sammelt. Der Kupferblock stellt die andere Elektrode dar. Bei richtiger Anwendung schmilzt da nichts, außer dem Iridium, weil der Kupferblock extrem gut gekühlt wird. Ach ja, das ganze findet natürlich unter Schutzgasatmosphäre statt.

Es ist mir schon klar, daß der durchschnittliche Goldschmied so was nicht dastehen hat. Die 5000 Euro Grenze waren auch so zu verstehen, daß ich den Rohling bereits liefere (also ohne Material- und Rohlingherstellungskosten, nur für die Nachbearbeitung, Gravur). Wie gesagt, ich könnte mir vorstellen, mit einem Kupferblock, der statt einer Mulde eine ringförmige Vertiefung besitzt, Ir-Pulver (als billigste Materialform) zu einem ringförmigen Rohling zu schmelzen (vielleicht entstünde auch nur eine einzige große Kugel :-)) und diesen dann nachbearbeiten zu lassen.

Man kann Ir sonst auch in Glaskohlenstofftiegeln aufschmelzen, denke ich,...allerdings mit ungleich höherem technischen Aufwand. Ein Gießen des Rings erscheint mir allgemein unpraktisch.
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 ·  #28
"Aber mal im Ernst, für ein Budget wie Du es genannt hast wird wohl kaum jemand sich hinsetzen, Recherchen betreiben und ein Experiment mit ungewissem Ausgang anstreben."

Ne, recherchieren würde ich ja schon. Und je nachdem auch schon eine Art Rohling organisieren, selbst herstellen. Die Hauptfrage ist, ob ein Goldschmied allgemein dann was damit anfangen kann, oder schon mal jemand Erfahrung damit gesammelt hat.
Heinrich Butschal
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Heinrich Butschal

 ·  #29
Wenn Du den Rohling lieferst sieht das schon anders aus. Auch wenn Deine Ideen in Kupfer oder in Glas das Iridium zu schmelzen nicht klappen können. Schau mal auf die Schmelztemperaturen und vergleiche sie.

Irdium über 2500°C
Kupfer knapp über 1000°C
Gläser und die üblichen Keramiken 900°C bis 1400°C
stefan
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stefan

 ·  #30
hallo iridium,
wenn deine anfrage tatsächlich ernst gemeint ist, (es gibt viele, die nur mal "so" fragen!!!) dann kann ich dir einen rein-iridium-ring herstellen. als material könnte ich dir 2 mm rund anbieten.


gruß stefan
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