Also ich habe den Meister vor allem aus Eitelkeit gemacht.
1993 Nürnberg / Würzburg
Mit dem geringstmöglichen Zeitaufwand, mir ging es nur um den Lappen.
Um mich damit zu "schmücken".
Bei der Schnellversoin lernst du nicht viel was hängenbleibt, wenn du es nicht anschließend selbst vertiefst. Fachlich sowieso nicht, und die Gemmologie wurde von einem Unsympathen unterrichtet, dass man es sich nicht mit Freude gemerkt hat. Betribspraktisch musst du selbst auf dem Laufenden bleiben, die Steuergesetze ändern sich eh alle Jahre.
-Diese Möglichkeit ist glaube ich inzwischen abgeschafft.-
Ich hatte aber durch meine Lehre in Hanau ein sehr sehr gutes Fundament gehabt und schon immer mit Begeisterung experimentiert und alles ausprobiert, was mir interessant vorkam.
Die Krönung war dann noch, dass ich am Meisterstück einen unüblichen Schnäpper ohne Nippel ( da auf Unterseite des Colliermittelteiles) gebaut habe, den ich aber aus einem Standartwerk entliehen hatte, und die Prüfungskomission zu blöde war, den zu kapieren (Skizze folgt der Tage). Anstatt also mit dem Fingernagel den Öffnungsmechanismus zu bedienen, hatten sie es wohl mit Kornzange oder Reissnadel probiert und mir den Verschluss total verkratzt, wollten es aber hinterher nicht gewesen sein und behaupteten, ich hätte das Stück so abgegeben!!!
Und ich hatte meinen Meister noch gefragt: "Du, Winni, soll ich denen eine Gebrauchsanweisung dazutun?"
Antwort:"Spinnst du, die sind doch vom Fach, dann meinen die , du hältst sie für blöd."
Hätt ich es nur gemacht.
Ich bereue allerdings nicht, die Meisterprüfung gemacht zu haben, weil ich im betriebspraktischen Teil III und IV (mischgewerklich) den Mann meines Lebens kennen gelernt habe.
Unterschiedliche Menschen verstoffwechseln unterschiedlich viel Schwefel und auch andere Spurenelemente. Daher hängt es vom / von der Träger/in ab ob z.B. Silber anläuft.
Wenn das Kind weiter keine Beschwerden wie z.B. Juckreiz am Ohr hat ist die Verfärbung egal.
Genau das hat aber eine Freundin von mir, wenn sie Goldohrschmuck trägt. Bei Silber nicht.
Als noch Schwefel im Benzin war ist (angeblich) der Schmuck von Leuten, die an befahrenen Straßen wohnten stärker angelaufen.
@Schwenni: auch Veränderungen im Arbeitsumfeld können der Grund sein.
Es gibt im Fachhandel Tauchbäder für Gold und Silber, nur mit bestimmten Steinen und Perlen muss man vorsichtig sein. Anschließend mit einem "Silber-Putztuch" abreiben und alles ist wieder gut.
Gleiche Geschmacksrichtung.
Das Gossiba benutzt du kalt.
Schwefelleber macht man oft mit warmen Wasser an, damit sich die Bröckchen besser lösen.
Je wärmer desto stink.
Aber wie Tatze schon sagt...
Außerdem hat mal irgendwer den Deckel erfunden (während der Auflöszeit).
Naja, das Gossiba stinkt ja genauso.
Für das Pferd war P.O. schon passend, das wird etwas matter und kohlschwarz. Schaut übrigens echt toll aus, Raumaufteilung, Proportionen, Abstraktion... Klar Rahmen wieder weiß, perfekt. Schimmel, Rappen, was solls.
Für grossflächigere Sachen eher G., wirkt nicht so hart.
Die meiste Gestaltungsmöglichkeit hast du allerdings schon mit Schwefelleber von gelb über stahlblau, lila bis Tahiti, je nachdem wann du den Prozess unterbrichst.
Aber du siehst auch, dass das P.O. nicht ganz gleichmäßig gefärbt hat, je nach dem, wie Pinsel x Zeit.
Man kann bissel Öl draufgeben, aber wenns mal drauf is isses drauf, "bitte zuerst an einer unauffälligen Stelle testen"!
Lass einfach so, dunkelt mit der Zeit vielleicht noch nach. Grüße
S.
Also Schwefelleber aus der Apotheke, da hätte ich auch ein ganzes Kilo für dann doch recht viel Geld nehmen müssen, das hätte 20 Goldschmieden bis an ihr Lebensende gereicht.
Pariser Oxyd ist doch auch nicht billig, ich nehm immer die gute "Gossiba", das ist weniger Gepampel als Schwefelleber.
Ooops, gerne, Danke, geht so leider nicht, ich mach Wachsmodelle ohne Zargen, lass die giessen, überarbeite sie und bau die Zarge mit Zugabe ein. Dann gehts zurück zum Silikonform machen. Den Rest macht der Giesser.
Aber Danke für das Angebot.
Das nächste werde ich mal mit 0,6 machen.
Nachbars Lumpi ist zum Knuddeln, allerdings, er guckt drein wie Darth Vader. Ich würd an den Augen noch was machen. Das ist Silber, oder? Schwärz sie punktuell. Oder schwarzrhodinier sie.
Größer mach ich sie schon ein paar Prozent, das Problem ist die Dicke.
Ich nehme eine Wandstäke von ca. 0,3 mm für den oberen Teil, und dabei wird der obere Rand gerne mal krumpelig oder knickt beim Schließen (mit dem Fassungsschließer) So mach ich 0.7-9 und fräse nach. Größer machen muss ich eh, damit der Stein überhaupt rein geht.
wie fein geht das denn bei Zargen?
Habe festgestellt, dass, wenn ich sie im Modell auf die ca. endgültige Dicke ausarbeite, sind sie nach dem Guss nicht mehr zu brauchen, ich mach sie also dicker und fräse jede einzelne am Abguss nach.
Wahrscheinlich habe ich die falschen Gießer?
Ok, Danke an euch alle!
Nicht dass ich noch jemals auf die Idee kommmen würde, einen Stempel auch nur in die Nähe eines Mokumeteils halten zu wollen.
Aber kann es sein, dass sich irgendwann doch was geändert hat, wenn ich an meine Berufsschulzeit zurück denke galt (wie z.B. in GB) Einen niedrigeren Feingehalt als tatsächlich vorhanden darf man immer stempeln?
§5 (2) und § 9 2. unterscheiden nicht zwischen einer Abweichung nach unten oder nach oben.
Und wenn ich §5 (3) anschau darf Schmuck keinen Firmenstempel haben? Oder ist mein Deutsch nur so schlecht?
@Marcus
Interessant, dann hat es mir der Goldschmied vom Hafner wohl einfach nicht verraten wollen oder hat es selber nicht gewusst. Oder er war zufällig auch so ein Naturätzer wie mein Schatz.
So ein Rührdings hab ich nicht.
Wenn man das Glas in der Hand schwenkt, steigen dann giftige Gase auf, die man nicht einatmen sollte?
Grüße !
Ja, klar, und der Herr Öttel sagt auch: "Halten Sie sich einfach an die Vorschriften" Ich hatte von dem auch mal nen Link diesbezüglich, der aber mit meinem letzten Computer ins Nirwana eingegangen ist.
Wenn ich also z.B. nur das Silber stempel, dann wird vorhandenes Gold behandelt wie Kupfer, einfach als "Silberverdünnung"?
Und vorhandenes Pt würde das 750er auch "verdünnen"?
Bei River wäre ein 333 u.U. schon in Ordnung?
@ Marcus:
Zitat
Für Kupfer kannst du Natriumpersulfat nehmen. Das ätzt ganz wunderbar Kupfer!
Nur das Kupfer und lässt das Silber in Ruhe?
Grüße
S.
Mokume Gane stempeln, das ist ein sehr interessantes Kapitel.
Wäre frast einen neuen Thread wert.
Man findet manchmal ganz obskures Stempelverhalten.
Bevor ich vor 15 Jahren in Mutterschaft ging machten immer wieder Gerüchte die Runde, dass in Deutschland das S tempelgesetz geändert werden sollte.
Ich dachte also, ich hätte was verpasst.
Ein befreundeter Goldschmied meinte aber, es ist alles noch wie früher.
Unterstempeln ist erlaubt, und wenn 2 Materialien fest verbunden sind darf man nur das geringwertigere stempeln.
Demnach dürfte der Ring nur 999 für Feinsilber gestempelt werden. Kommt mir komisch vor. Sollte noch ein Mond dazu, damit es sich eindeutig auf das Silber bezieht? Ob der Ring bein Zusammenschmelzen wirklich mehr als 333 ergibt kommt auf das Mischungsverhältnis an. Dann wäre es aber doch OK?
Ich hab auch schon Ringe gesehen, wo jeder Bestandteil reingestempelt war. In Ordnung ist das aber meiner Meinung nicht.
Was bleibt?
Mokume lieber gleich gar nicht stempeln?
750er + Palladium gar nicht stempeln, 750er + Platin 750 stempeln?
Wer bringt Licht ins Dunkel?
S.
@ Kathrin
schaut eher aus wie Naturätzing. (Optisch)
Feinsilber, wenns das Kupfer weggeätzt hat trägt sich halt platt und die Flächen werden größer.
Palladium könnte etwas härter sein, aber so hart ist Palladium jetzt auch nicht. Kann man es thermisch härten?
Die scharfen Kanten werden wohl verwaschen.
Prinzipiell bin ich kein Gegner von "Spuren der Zeit". Das muss aber mit dem Trauringkunden schon besprochen sein. Leider sind in den letzten 20 Jahren viele Trauringe verkauft worden, bei denen der Umstand, dass sie nonstop getragen werden oft aussen vor blieb.
Dieses Brilliband beim Ring weiter unten finde ich ziemlich gruselig. Dieser Stil ist zwar schwer in Mode, aber dazu passen sollte es schon.
Grüße
S.
Naturätzing hatte ich nicht im Kopf, eher die Eisen-3-chlorid (?) geätzten Ringe, die so eine richtige Baumborkenstruktur einer alten Eiche haben.
Ich kanns mir zwar vorstellen, aber gesehen habe ich glaub ich noch keinen, hast du einen Link?
Also die Kommentare meiner beiden Vorredner war ich sinngemäß auch eben am Schreiben, als mein Rechner abgestürzt ist.
Die Skizze ist natürlich genial, sagt mehr als 1000 Worte.
Bei Messing zu ähnlichen Metallen liegt der Eutektische Punkt und der Schmelzpunkt nur 17 Grad auseinander, das geht höchstens im Ofen. Kaum schweißt es ist es auch schon weg.
Ist mir auch schon passiert, kannste nix für.
Bei Steve Midgett steht in den FAQ ein Satz so ähnlich wie "Wo ist plötzlich mein Messing hin und was ist das für eine komische Pfütze da unten?"
Naturätzing?
Das passiert nicht bei jedem Träger.
Bei meinem Mann halt, aber nicht bei seinem Kumpel und der hätt es gern.
Der Hafner hatte mal sowas aufm Werbeflyer, den zuständigen Goldschmied angerufen, wie das geht, ja, ausglühen, Säure, ausglühen, Säure .....
Bis zu nem Punkt schauts auch interessant aus...
... Grünspan?... net im Ernst oder?
Dein Ring ist auch so massiv, da schadet gelegentliches Überfeilen nicht so.
Grüße S.
Also, soll Benny mal machen wie er meint.
Merke: Geduld!
Was sagte mein Mann?: "Mokume Gane, das ist doch japanisch für Ausglühen, oder?" (oder sagte er "für Sauna"?)
Kennt einer das Phänomen, dass sich beim Tragen das Kupfer allmählich in Wohlgefallen auflöst und die Silberflächen immer größer werden?
Hallo Kathrin,slow dry ist echt scheisse, wenn es hart ist, Hoffe du kannst es retten.
Tilo, das Schwammsilber, gell.
Karlo, abformen mit Wachs ist wahrscheinlich billiger, aber wenn du einen Schrumpf von 9-10 % anpeilst, nimm Clay. Oder wenns mal schnell gehen muss. Z.B. Anhänger mit Fingerabdruck.
Es sintert, d.h. man hat ein Haufen Hohlräume zwischen den Kristallitkonglomeraten. Es ist schlecht verformbar, brüchig, und wie kürzlich erörtert saugt sich gern mal mit Säure voll. Ansonsten besteht es aber aus Feinsilber, wo es aber auch schon härteres 900er Silber gibt, wiederum komplizierter zu brennen. Die Oberfläche ist halt recht weich.
Die Ringe unten,unten links und oben rechts trage ich viel und das sieht man, der ganz oben ist neu.
Benny ist kein Profigoldschmied, oder?
Bei mir im Kurs hat sich letztes Jahr eine Telnehmerin, und zwar eine, die bestimmt schon seit 20 Jahren Goldschmiedekurse besucht, und die in Japan Preise für ihre Emaillearbeiten absahnt, beim Stülpen (gegen meinen Rat wohlgemerkt) den ganzen guten teuren Barren gekillt...tjaja die Ungeduld halt. Während eine andere brav mitten durch den Stern gelötet hat und 2 wunderschöne Ringe gemacht hat. Den allerersten Mokumering gleich stülpen...also ich weiß net...erst mal Gefühl fürs Material entwickeln würde ich sagen.
offiziell sagt man 2 Jahre, aber es kann auch ewig halten. Es ist dann halt nur weniger geschmeidig. Du solltest es 1 Tag vor Benutzung auspacken und mit 1-2 Tropfen Wasser je 10g und wenns ganz schlimm ist 1 Tropfen Glycerin über Nacht dicht eingewickelt liegen lassen. Drück mal aufs Packerl, wie weich ist es denn?
Die verarbeitbare Konsistenz ist wie Pizzateig, weich, aber nicht klebrig. "Slow Dry" hat wachsartige Bestandteile und kann am Körper angewärmt werden. (Klemms dir unter die Achsel.) Dann Kneten,kneten, kneten.
Magst Du zu Metal Clay draußen im öffentlich Bereich einen Thread aufmachen und dazu bissal was erzählen?
Fänd ich schön und könnt vielleicht mehrere Leute interessieren. Schmuckgestaltung natürlich auch.
Fangen wir mit dem Simplen an.
"Schmuckgestaltung" ist in diesem Sinne kein Unterrichtsfach sondern lediglich eine Kategorie, wie auch "Schmuckarbeiten", "Schmuckanfertigung", unter der man bei bestimmten Volkshochschulen, - denen, die sich viele Kategorien leisten können - meine Kurse findet. Da fühl ich mich auch am wohlsten, zusammen mit den Perlfädlern und Wachsformern. Ansonsten "Metallarbeiten", zusammen mit dem Rosenbeetstecker aus Rost oder "Kreatives Gestalten", "Kunsthandwerk" mit was sonst so kreucht und fleucht.
Ich wollte aber bissel was über Metal Clay, speziell Silberclay schreiben.
Ich habe überlegt, welche Bilder man am besten zeigen soll, konnte mich aber nicht entscheiden, also schaut sie ruhig mal ALLE an.
oder gebt einfach bei Google-Bildersuche Metal Clay ein.
Zwei Anbieter beherrschen den Markt, zum einen der Mitsubishi-Konzern mit PMC (precious metal clay), eher USA, zum anderen Aida-Chemcals, ebenso aus Japan mit Art Clay, eher Deutschland.
Was die Firma Hafner anbietet soll angeblich PMC sein, wenn man die Brennparameter betrachter muss das aber eine uralt-Rezeptur sein, sehr benutzerunfreundlich, komm ich später noch drauf zurück.
Außer Silberclay und auch Goldclay gibt es noch eine ganze Anzahl weiterer Clays, so z.B. Kupfer, Bronze, weiße Bronze (ziemlich silbrig) und Stahl, auch von anderen Herstellern als den oben genannten.
Diese haben jedoch allesamt den Nachteil, dass man zum Brennen unbedingt einen geregelten Ofen und meist auch Aktivkohlepacks braucht, während man Silberclay i.d.R. auch mit normalem Lötequippment brennen kann.
(Ausnahme Hafner-Clay 13 Stunden bei bis zu 900° und 30%Schrumpf)
Clay heißt nichts anderes als Ton und so ist überwiegend die Verarbeitung eher Richtung Keramik als Richtung Goldschmieden, und viele, die sie betreiben oder unterrichten sind daher keine Goldschmiede.
Mein Bemühen besteht jedoch darin, eine Brücke zu schlagen zwischen der reinen Clayverarbeitung und der Goldschmiederei.
OK, Bilder anschaun ist das eine, mal selber was machen ist das andere.
Ich hab mir also für diejenigen unter euch, die mal was ausprobieren wollen ein ganz einfaches Anfängerprojekt ausgedacht, nämlich einen Bandring mit Struktur. (Anleitung in Pdf hängt ganz unten dran)
Im Sommer wird es ja eh etwas ruhiger und das Projekt ist auch geeignet, dass man es zusammen mit seinen Kindern oder einem fachfremden Partner bzw. Freunden am Küchentisch macht.
Von meiner Auswahl entspricht allerdings nur der Ring ganz rechts mit dem sehr feinen (und schwer zu erkennenden) Blattmuster jetzt unserem Projekt, das verwendete Blattgerippe habe ich im Frühjahr unterm Magnolienstrauch vorgezogen, es gibt im Blumenhandel aber schöne kräftige "skelettierte Blätter" zu kaufen.
Noch 1 Wort bevor es losgeht:
Ich habe die Anleitung nach bestem Wissen geschrieben, aber falls was unklar ist, zögert nicht, bei mir nachzufragen.
Ich hafte nicht, falls doch was schiefgeht, also Benutzung der Anleitung auf eigene Gefahr. Ich appelliere natürlich an euren Sachverstand.
Ich empfehle Art Clay 650 oder PMC 3, es gibt jedoch auch andere Varianten. Jedem Päckchen liegt ein Beipackzettel bei, bitte beachtet die Anweisungen hierauf, besonders wenn sie von meinen abweichen.
Wenn ihr euch daran getraut habt gebt mir bitte ein Feedback!
So, dann wünsch ich euch noch viel Spass!
Eure Silberfrau